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Intuit, Worldline: Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 30.08.2020

 

Auch in der abgelaufenen Woche behielten die internationalen Aktienmärkte ihren stabilen Aufwärtstrend ungebrochen bei. So legte MSCI World (Euro)-Index um weitere + 1,7 % zu.

Die in Europa und vielen Schwellenländern zuletzt ausgebrochene 2. Welle der Corona-Pandemie spielte an den internationalen Aktienmärkten in der letzten Woche erneut keinerlei Rolle, da in Asien und seit 24.07. selbst auch in den USA die täglichen Neuinfektionszahlen unvermindert sinken und außerdem erste Impfstoffzulassungen nun immer näher rücken.

Die Gewinnberichtssaison in den USA zum 2. Quartal verzeichnete in der abgelaufenen Woche ein weitere Qualitätsverbesserung, was für den fortgesetzten Anstieg der Aktienmärkte ausschlaggebend gewesen sein dürfte. Per 28.08. haben nun 98 % aller S&P 500-Konzerne ihre Quartalsergebnisse vorgelegt, wobei mittlerweile sogar 84 % (Vorwoche 82 %) von diesen die Nettogewinnerwartungen der Analysten schlagen konnten. Im Vergleich der letzten 5 Jahre, in denen die durchschnittliche Quote positiv überraschender Nettogewinnerzielungen der S & P 500-Konzerne lediglich 72,5 % betrug, stellt das jetzige Berichtsquartal somit eine herausragende Ausnahmeerscheinung dar, und verzeichnet zudem aktuell auch eine unglaubliche Überbietung der Nettogewinn-Konsensprognosen der Analysten um nicht weniger als 23,1 %.

Gegenüber den USA fällt die Quartalsberichts-Performance der europäischen STOXX 600-Unternehmen dagegen weiterhin deutlich ab. Von den 316 Konzernen, die bis zum 25.08. ihre Zahlen vorlegten, konnten bislang lediglich 60 % die Nettogewinnprognosen der Analysten übertreffen. Und nach dem aktuellen Stand der Dinge dürfte Europa auch im 3. Quartal im Vergleich zu den USA mit größter Sicherheit weiterhin wesentlich schlechter abschneiden, da die Analysten für die US-amerikanischen S&P 500-Unternehmen im laufenden Quartal derzeit eine Nettogewinnabschwächung um - 23 % gegenüber dem Vorjahr erwarten, während der voraussichtliche Gewinneinbruch der europäischen STOXX 600-Konzerne im 3. Quartal aktuell auf ca. - 38 % taxiert wird.

Von volkswirtschaftlicher Seite kam die nennenswerteste Nachricht in der letzten Woche erneut aus den USA, wo die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter (durable goods) im Juli gegenüber dem Vormonat gleich um + 11,2 % zulegten (Expertenprognosen dagegen: nur + 4,3 %). Auch dies zeigt, dass in den USA mittlerweile eine unübersehbare Konjunkturerholung eingesetzt hat, während Europa und auch Japan der Konjunkturbelebung der USA aktuell noch deutlich hinterherhinken.

Aus charttechnischer Sicht hat sich der MSCI World-Index in der letzten Woche zwar nun weiter bis auf nur noch rd. 3 % dem nächsten, hoch relevanten technischen Widerstand angenähert. Jedoch verschlechterten sich damit die gegenwärtig bereits angespannten KGV-Relationen des MSCI World-Index von rd. 20 (2021e) wenigstens nicht noch weiter, da der letztwöchige Anstieg des MSCI World – Index von ebenso deutlichen, weiteren Gewinnerwartungsanhebungen der Analysten gestützt war.

Wir behalten mit Ausnahme des Themendepots Edelmetalle (Aktienquote: rd. 79 %) den Aktien-Investitionsgrad in unseren Strategie- und Themendepots daher unverändert bei rd. 88 % bei.

 

Chart: MSCI WORLD (Euro) – Index

 

 

Mit dem in der letzten Woche erneut sehr konjunkturzyklisch und risikofreudig geprägten Anstieg des MSCI World – Index konnte das Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV in der letzten Woche nicht mithalten, legte aber ebenfalls zumindest um + 1,1 % hinzu.

Hierdurch ergibt sich auf Euro-Währungsbasis aktuell eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 19,7 % seit Auflegung am 26.02.2019, womit weiterhin eine deutliche Outperformance gegenüber dem MSCI World (Euro) - Index um + 7,5 % beibehalten wurde.

Spitzenreiter der Depotentwicklung war in der letzten Woche die Aktie von FACEBOOK (US30303M1027), die ihre nach Vorlage der Halbjahreszahlen besonders vehement ausgebrochene Kursrallye mit einem Kurssprung um + 10,0 % weiter fortsetzte. Hierbei lagen jedoch keinerlei neue fundamentale Nachrichten zugrunde, sondern lediglich die Konsenskursziel-Anhebung der Analysten auf rd. 290 USD, worüber der Aktienkursanstieg der letzten Woche (Schlusskurs 28.08.: 293,66 USD) auch nur leicht hinausging.

Deutlich um + 7,4 % konnte in der letzten Woche ferner auch die Aktie des Weltmarktführers für Steuer- und Finanzplanungs-Software INTUIT (US4612021034) zulegen, nachdem der Konzern am 25.08. nachbörslich exzellente Ergebniszahlen zum 2. Quartal präsentierte.

Dem Konzern gelang im 4. Geschäftsjahresquartal 2019/20 (per 31.07.), wie schon grundsätzlich erwartet, infolge Corona-bedingter 3monatiger Verschiebung der Abgabefrist für die 2019er Steuererklärungen in den USA wie auch der Software-Berücksichtigung diverser privater wie gewerblicher Steuererleichterungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ein verzögerter bzw. nachgeholter gewaltiger Umsatzsprung in ihrer entsprechend angepassten Steuersoftware.

Der 83 %ige Sprung des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr auf 1,82 Mrd. USD ging jedoch bei weitem über die Analystenkonsensschätzung von nur 1,56 Mrd. USD hinaus. Noch beträchtlich stärker konnten die Analystenprognosen sogar auf der Nettogewinnebene geschlagen werden, da hier Intuit einen Profit von 477 Mio. USD (= 1,81 USD je Aktie) erzielte, während die Analysten nur mit einer Nettogewinnerzielung von 1,11 USD je Aktie gerechnet hatten. Im 4. Quartal des Vorjahres hatte Intuit dagegen noch einen leichten außerordentlichen Nettoverlust von - 0,09 USD je Aktie verbucht.

Zudem verzeichnete auch die Aktie des europaweit größten Zahlungsdienstleisters WORLDLINE (FR0011981968) in der vergangenen Woche einen deutlichen Kursanstieg um + 6,4 %. Dies dürfte vor allem im Zusammenhang mit dem bis spätestens 16.09. anstehenden Entscheid der EU-Wettbewerbskommission über die Genehmigung der Fusion mit dem französischen Großkonkurrenten INGENICO gestanden haben.

Wir rechnen stark mit dieser kommenden Fusionsgenehmigung (wenn auch vermutlich nur unter Auflagen), womit abgesehen von der klaren europaweiten Führungsrolle dieses neuen Konzernverbunds auch weltweit der viertgrößte Zahlungsabwickler entstehen würde (20.000 Mitarbeiter in 50 Ländern der Erde; fast 1 Mio. Geschäftskunden; Vertragsbeziehungen zu rd. 1200 Finanzinstituten).

 

 

02.09.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de