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Amazon, Microsoft: Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 27.09.2020

 

Auch in der abgelaufenen Woche stabilisierten sich die internationalen Aktienmärkte in jeweiligen lokalen Landeswährungen kaum und wiesen auch weiterhin hohe Tagesschwankungen auf.

Daher war es auch ausschließlich der in der letzten Woche ausgeprägten Währungsschwäche des EURO gegenüber dem US-DOLLAR (- 1,8 % von 1,1840 auf nur noch 1,1613 EUR/USD) zuzuschreiben, dass der MSCI WORLD-Index in der letzten Woche wenigstens in der hierzulande relevantesten Euro-Umrechnung um + 0,3 % zulegte, womit allein aufgrund dieser Währungskonstellation sowie zumindest knapp behaupteter US-Aktienmärkte (S & P 500-Index: - 0,6 %) sein Aufwärtstrend seit Mitte März auch weiterhin intakt geblieben ist.

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten in der letzten Woche in lokalen Währungen hingegen herbe Kursverluste, was im Wesentlichen auf Befürchtungen neuer staatlicher Lockdown-Verhängungen im Zuge der aktuell gerade in Europa verzeichneten 2. Welle erhöhter Corona-Neuinfektionen zurückzuführen war.

Diese Gefahr der Verfügung neuer staatlicher Wirtschaftseinschränkungen stufen wir, wie schon zuletzt ausgeführt, unter den Führungen entsprechend sensibler politischer Regimes derzeit in Europa in der Tat als beträchtlich höher ein, als in den USA, wo die Corona-Neuinfektions- wie auch Todesfallzahlen seit 24.07. im Trend rückläufig sind und außerdem auch in der zunehmend heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs nun Beschlüsse zu erneuten Wirtschaftsaktivitäts-Einschränkungen strategisch/taktisch sicherlich aktuell in keiner Weise zur Debatte stehen.

Entsprechend korrigierten in der letzten Woche auch vor allem die europäischen Aktienmärkte durch die Bank weg scharf, so der STOXX 600-Index um - 3,6 % und der europaweit konjunktur- und exportzyklischste Index DAX 30 gar um - 4,9 %. Dagegen hielt sich auch der japanische NIKKEI 225-Index als die wichtigste Benchmark für den gesamten asiatischen Kontinent in der letzten Woche noch vergleichsweise gut, und gab in ähnlichem Ausmaß wie auch der S&P 500-Index nur um rd. - 0,7 % nach.

Trotz der optisch vordergründig weiterhin intakten Chartlage des MSCI World Euro-Indexes (s. unten) ist die fundamentale Lage an den Weltaktienmärkten und insbesondere in Europa (aufgrund sehr relevanter Exportabhängigkeit von den USA wie auch Asien/China) derzeit daher nach wie vor als fragil einzustufen.

Dies ist abgesehen von dem weltbeherrschenden Thema der Corona-Krise und seiner künftigen Wirtschaftsimplikationen ebenso auch weiterhin auf die allgemeinen Aktienmarktbewertungen zurückzuführen, die selbst vor dem Hintergrund allseits erwarteter glänzender Unternehmensberichtsverläufe im 3. Quartal insgesamt im historischen Vergleich weiterhin als anspruchsvoll einzustufen sind (KGVs 2021e: MSCI World = 19,5; MSCI Asia = 17,6; MSCI Europe = 16,9 – Bewertungsabschläge MSCI Asia / MSCI Europe grundsätzlich immer durch ihre besonders starke Konjunktur- / Exportabhängigkeit, speziell in die USA, wie auch ihre zumeist unterdurchschnittlichen Unternehmensmargen im Vergleich zu den USA zu rechtfertigen).

Wir behalten unsere derzeit in den Strategie-/Themendepots bis zu einem Gewicht von rd. 16 % bestehenden ETF-Absicherungspositionen auf den S&P 500- sowie DAX 30-Index daher vorläufig auch weiterhin bei, würden auf künftige positive Trendfortsetzungen jedoch mit deren konsequentem Abbau reagieren.

Zudem ist für die künftig korrekten Dosierungen von Aktienengagements bereits jetzt im Blick zu behalten, wie auch untenstehender Chart des MSCI World Euro - Index signalisiert, dass im kritischsten Zeitraum Mitte Oktober (= Beginn der nächsten Quartalsberichtssaison der Unternehmen) bis Mitte November (= ca. 1 Woche nach Ausgang der US-Präsidentschaftswahl) nun ohne Frage generell die zweifelsfreie Entscheidung darüber ansteht, für welche Trendfortsetzungsrichtung sich die Weltaktienmärkte künftig entscheiden werden.

Wenn alle positiven Faktoren zusammentreffen sollten, und die Analysten nach entsprechenden Quartalszahlen ihre künftigen Unternehmensgewinnerwartungen weiter massiv nach oben korrigieren würden, kann selbst unter den jetzigen ambitionierten Aktienmarkt-KGVs unseres Erachtens immer noch sehr leicht aus dem kommenden „heißen Herbst“ ein „goldener“ werden. Im gegenteiligen Negativfall würde das aktuell dünne Eis der KGV-Bewertungen in der Hitze dieses Herbsts natürlich sofort dahinschmelzen und damit über die Aktienmärkte voraussichtlich wieder sofort eine kaum vermeidliche, neue „Sintflut“ hereinbrechen.

In welche Richtung das Klima-Barometer der Weltaktienmärkte künftig ausschlägt, wird also ab Mitte Oktober genau zu beobachten sein. Bis dahin dürfte der MSCI World Euro-Index jedoch nach unseren Erwartungen auch weiterhin in seinem aktuellen charttechnischen Konsolidierungs-Dreieck verharren.

 

Chart: MSCI World (Euro) – Index

 

 

Das vor allem auf defensive, jedoch dennoch besonders wachstumsstetige Titel ausgerichtete Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV konnte sich in der letzten Woche etwas stärker als der MSCI WORLD (Euro)-Index um + 0,4 % befestigen.

Hierdurch ergab sich seit Auflegung am 26.02.2019 per 27.09. auf Euro-Währungsbasis eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 17,9 %, womit die starke Outperformance gegenüber dem MSCI World (Euro) - Index mit + 9,1 % quasi auf dem Vorwochen-Niveau behauptet wurde.

Nach ihren zurückliegenden, mehrwöchig unter starkem Gewinnmitnahmedruck stehenden Marktphasen stachen in der letzten Woche einmal wieder international führende Technologie-Aktienklassiker der USA, wie INTUIT (US4612021034 / + 6,1 %), AMAZON.COM (US0231351067 / + 4,9 %) und MICROSOFT (US5949181045 / + 3,7 %) als die größten Depotgewinner heraus.

Zum Kursanstieg von INTUIT gab es in der letzten Woche keine fundamental neuen Nachrichten.

AMAZON sorgte hingegen in der letzten Woche zum einen mit der Nachricht für eine sehr positive Anlegerresonanz, dass der Konzern künftig nun in Konkurrenz zu GOOGLE/ALPHABET (Plattform STADIA) ebenfalls in das sehr lukrative Cloud-Segment für digitale Online-Spiele (Gaming) und -Unterhaltung einsteigen werde, und hierzu die entsprechend neu eingerichtete Plattform LUNA in den USA nun bereits ab sofort an den Start gehen werde.

Cloud-Gaming-Dienste wie Luna und Stadia besitzen den Vorteil, dass Online-Spiele ohne aufwändige Downloads und Updates sowie externe Hardware oder komplizierte Konfigurationen direkt auf die vorhandenen Geräte gestreamt werden können. Zum Start wird Luna über den Amazon- Fire TV, PC und Mac und außerdem als Online-App für iPhone und iPad angeboten. Auch für Android-Nutzer wird dieser Dienst laut Amazon in Kürze freigeschaltet. Am Cloud-Spieleangebot von Luna können sich interessierte Nutzer künftig über einen Abo-Bezug des sog. „Luna Plus Game Channels“ beteiligen, der in der günstigsten Variante zu einem minimal möglichen Einstiegspreis von 6 USD/Monat das Cloud-Streaming einer ständig wachsenden Spielesammlung offeriert und dabei sogar technisch das gleichzeitige Spielen über 2 angeschlossene Hardwaregeräte (Tastatur/Maus oder klassische Bluetooth-Konsolen, aber auch alternativ über zu 50 USD kaufbaren „Luna-Controller“) ermöglicht.

Wir denken, dass GOOGLE und AMAZON mit diesem neuartigen Spielestreaming-Angebot nun auch über Cloudlösungen künftig sehr erfolgreich sein und klassischen Gaming-Anbietern mit herkömmlichen Spiele-Downloadoptionen damit langfristig klar den Kampf ansagen werden.

Darüber hinaus stellte Amazon in der letzten Woche die im wahrsten Sinne des Wortes runderneuerte, neue Design-Reihe seines Sprachassistenten ALEXA vor, der künftig nicht mehr in Form des klassischen „Echo-Dots“ zylindrisch scheibenförmig sein, sondern die Form einer Standkugel haben wird.

Zum einen wird über extra hierzu neu eingebaute Surround-Lautsprecher bzw. -Receiver damit künftig nicht nur die Stimmenaufzeichnungs- wie auch ALEXA-Wiedergabe-/ Antwort-Funktion inhaltlich sicherer, fehlerfreier und auch mit einem natürlicheren menschlichen Klang versehen sein, sondern sind je nach Anwendung auf der Kugel erscheinende Displays aus entsprechender eigener Stand- oder auch Sitz-Position schneller und direkter ablesbar. Zudem sind die drehbaren Kugelerweiterungen in Form der künftigen Serie „Echo Show“ (statt „Echo Dot“) auch noch fallweise mit zuschaltbaren Weitwinkelkameras ausgestattet, mittels derer man künftig auch gezielt Alexa-Anwendungen für spezifische Raum-/Bewegungs-Gegebenheiten oder -Areale programmieren kann.

Auch diese Features halten wir fraglos für erhebliche Erweiterungen gegenüber dem bisherigen, klassischen Echo Dot-System und dürfte bei technologieaffinen Nutzern sicherlich für höchsten Anklang sorgen.

Auch MICROSOFT begeisterte in der letzten Woche die Anleger mit der Meldung aus dem Gaming-Bereich, dass man im Vorfeld der für November anvisierten konkurrierenden Spielekonsolen Xbox X (Microsoft) und Playstation 5 (Sony) in diesem Metier die bisher größte Einzel-Akquisition der Firmengeschichte zu einem Kaufpreis von stolzen 7,5 Mrd. USD (bei völliger Eigenfinanzierung aus dem Cash-Bestand !) getätigt habe, indem nun die 1999 gegründete, im US-Bundesstaat Maryland angesiedelte ZENIMAX MEDIA INC. gekauft wurde. Über ihre operative Tochter Bethesda Networks ist ZeniMax schon seit Jahr und Tag einer der international schlagkräftigsten US-Anbieter von Online-Spielen aller Art (Blockbuster des sog. „Apokalypse“-Genres: Videospiele DOOM und FALLOUT) und betreibt zu deren konzeptioneller und layouttechnischer Gestaltung in den USA nicht weniger 23 Entwicklungsstudios.

Alle Spiele von ZENIMAX sollen künftig in die bestehende Spiele-Plattform „Xbox Game Pass“ von Microsoft integriert werden, die dank eines stark ausgebauten und sehr zugkräftigen Spieleangebots zuletzt ebenso hochgradig florierte, und allein seit Ende April ihre Nutzerzahl um gut 50 % von 10 auf nunmehr über 15 Mio. Abonnementskunden ausweitete.

Auch diese strategisch erstklassige, vertikal integrierende Großakquisition von Microsoft zur Steigerung der Marktdurchdringung ihrer Xbox-Anwendungen begrüßen wir natürlich sehr. Allerdings würden wir künftig grundsätzlich immer noch eher dem fortgesetzten Strategie- und Expansionsfokus von MICROSOFT auf ihrem ungefragt weltgrößten und daher besonders ertragsstabilen Angebot kommerzieller Software-, System- und Cloud-Lösungen den Vorzug geben, als sich nun - dem allgemeinen „Modetrend“ folgend - künftig zu stark auf das Terrain rein privatkundenorientierter Anwendungssoftware-Entwicklungen zu begeben, was vergleichsweise schnelleren Trendwechseln und kürzeren Innovationszyklen unterliegt.

Dem gegenüber korrigierten die besonders unter dem europäischen Aktienmarktdruck leidenden Titel von WORLDLINE (FR0011981968 / - 5,6 %) und SAP (DE0007164600 / - 4,1 %) in der letzten Woche innerhalb des Strategiedepots AKTIEN KONSERVATIV am stärksten, selbst auch nachdem - dies als wichtigste Meldung - SAP 100 Tage nach dem Start der gemeinsam mit der DEUTSCHEN TELEKOM entwickelten „Corona-Warn-App“ die sehr positive Bilanz von bisher über 18 Mio. App-Downloads zog.

Beide Bestandspositionen im Depot behalten wir auch weiterhin bei.

 

 

28.09.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de