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MTU, TELEPERFORMANCE: Strategiedepot Vermögensstreuung

Update zum Strategiedepot Vermögensstreuung 23.02.2020

NTG24 - MTU, TELEPERFORMANCE: Strategiedepot Vermögensstreuung

 

Wachsende Anzeichen, dass die zunehmend pandemische Ausbreitung des Corona-Virus eine globale Wirtschaftsbelastung nach sich ziehen dürfte, führten in der vergangenen Woche zu einer merklichen Abschwächung der internationalen Aktienmärkte.

Überraschend ungünstige US-Produktionszahlen des Industrie- und Dienstleistungssektors, die in Form des sog. Composite-Indexes mit einem Wert von nur noch 49,6 erstmals seit fast 7 Jahren eine Schrumpfung der US-Wirtschaft (= Indexwert < 50) diagnostizierten, wirkten auf die Aktienmärkte ebenso belastend.

Angesichts dieser widrigen Umstände büßte auch das Strategiedepot VERMÖGENSSTREUUNG im Wochenverlauf (per 23.02.2020) um - 1,3 % ein. Die Nettoperformance des Depots seit Auflegung am 30.04.2019 beträgt auf Währungsbasis Euro (excl. Dividendenzahlungen) somit aktuell nun + 17,7 %. In Schweizer Franken-Umrechnung wurde seit Depotstart eine Nettorendite von + 10,5 % erzielt.

Fundamentale Nachrichten von erhöhter Relevanz lieferten in der vergangenen Woche vor allem MTU (DE000A0D9PT0) und TELEPERFORMANCE (FR0000051807), die nach Vorlage ihres Jahresergebnisses 2019 die Handelswoche mit einem Minus von - 8,0 % (MTU) bzw. - 0,7 % (TELEPERFORMANCE) beendeten.

Der massive Kursabschlag bei MTU war vor allem auf eine Publikation der Gesamtjahreszahlen 2019 - somit also ein stark enttäuschendes 4. Quartal 2019 - zurückzuführen, die die Analystenschätzungen hinsichtlich der Nettogewinnerzielung zwar im Großen und Ganzen erfüllten, in der Umsatzentwicklung aber hinter den Prognosen zurückblieben.

So legte bei einer 8-%igen Steigerung des Nettogewinns im Gesamtjahr 2019 der Umsatz nur marginal um + 1 % auf 4,6 Mrd. Euro zu und verfehlte damit nicht nur die (bereits konservative) Unternehmensprognose von 4,7 Mrd. Euro, sondern noch stärker die optimistischeren Erwartungen der Analysten, die von einer Jahresumsatzerzielung von rd. 4,8 Mrd. Euro ausgegangen waren. Begründet wurde dies vom Konzern mit einer Verschiebung von Triebwerksauslieferungen vom 4. Quartal 2019 ins (jedoch durch den Corona-Virus nun zusätzlich belastete) 1. Quartal 2020, was sowohl die mit 90 % Umsatzanteil weit dominierende Sparte der Zivil- wie auch der stark untergeordneten Militärflugzeuge betraf. Auf den operativen Gewinn (EBIT leicht höher als erwartet + 13 % gegenüber dem Vorjahr) schlugen diese Auslieferungsverzögerungen nur deshalb nicht durch, da der grundsätzlich margenstärkste Bereich von Turbinen-Wartungen und Ersatzteillieferungen vom Versandgeschäft neuer Turbinen gänzlich unberührt blieb.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 gab MTU lediglich an, den Umsatz stärker als in 2020 steigern zu wollen. Nach den genannten Auslieferungsverschiebungen neuer Triebwerke in 2019 sowie zusätzlich anstehenden, qualitativen Austauschmaßnahmen von Komponenten der neuesten Getriebefan-Turbinen (besonders für Airbus A 320neo und A 220) im Rahmen des Produktions-Joint Ventures mit der United Technologies-Tochter Pratt & Whitney erscheint dies jedoch kein großes Kunststück zu sein. Bedeutsamer ist hingegen schon, dass MTU für 2020 einen Anstieg des operativen Gewinns (EBIT) zumindest in einem hoch einstelligen Prozentbereich anstrebt.

Jedoch schränkte MTU diese an sich positive Prognose zum EBIT des Jahres 2020 sofort dahingehend ein, dass aktuelle unabsehbare Folgewirkungen der Corona-Viren-Ausbreitung im weiteren Jahresverlauf durchaus eine Absenkung dieser Prognosen nach sich ziehen könnte. Zum einen ist MTU über ein Joint Venture mit China Southern Airlines gegenwärtig der größte Wartungs- und Instandhaltungsdienstleister von Flugzeugturbinen in China, zum anderen nähren die zurückliegenden starken Flugausfälle aufgrund des Corona-Virus in China die Gefahr, dass entsprechend gebeutelte Flugverkehrsgesellschaften ihre Aufträge für Turbinen-Neubestellungen und Wartungsservices kurzfristig noch weiter hinausschieben könnten.

Obwohl MTU zumindest in keiner Weise von dem ebenfalls im Raum stehenden Geschäftsdesaster von Boeing infolge fortbestehender Start- und Produktionsstopps für Typen der 737 Max-Serie betroffen ist (diese Triebwerke werden ausschließlich durch das Joint Venture „CFM“ zwischen General Electric und der französischen Safran produziert), führten die Geschäftszahlen und -prognosen von MTU nachvollziehbarer Weise dennoch zuletzt zu einer übermäßigen Korrektur der auch durchaus ambitioniert bewerteten Aktie (KGV 2020e: rd. 24).

Nach einem weiteren Kursrückgang um rd. - 7 % am 24. und 25.02. wurde die Aktie mit dem heutigen Tag bei einem Kurs von 245,90 Euro aus dem Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV ausgestoppt und eliminiert. Wir vollziehen daher diesen Verkauf nun auch zum gleichen Kurs im Strategiedepot VERMÖGENSSTREUUNG nach, in dem der Titel ebenfalls allokiert war. Den Veräußerungserlös reinvestieren wir in der allgemeinen Marktlage aktuell nicht, sondern „parken“ diesen vorerst in der Liquiditätsreserve.

 

Chart: MTU gegen CDAX – Index

 

Chart: MTU gegen CDAX - Index

 

Weit erfreulicher gestaltete sich dagegen die am 21.02. erfolgte Ergebnis-Vorlage des weltgrößten Callcenter- / Hotline-Betreibers und Beratungsunternehmens TELEPERFORMANCE.  Der mit über 310.000 Mitarbeitern und über 350 Beratungszentren weltweit sektorübergreifend in der Unterstützung des akquisitorischen Telemarketings tätige Konzern setzte sein atemberaubendes Ertragswachstum des letzten Jahrzehnts auch in 2019 nahtlos fort und verzeichnete, gestützt durch dauerhafte Übernahmen kleinerer Konkurrenten, bei einem 21 %-igen Umsatzwachstum eine Steigerung des Nettogewinns um + 28 %.

Für 2020 strebt der aktuell ungebremst wachsende Konzern bereits ohne Neuakquisitionen (die jedoch seit Jahren quasi zum strategischen Tagesgeschäft des Konzerns zählen) ein Umsatzwachstum um mindestens + 7 % an, gepaart mit einem Anstieg der operativen EBITA-Marge (2019: 14,3 %) um mindestens 0,1 %-Punkt auf 14,4 %. Da Teleperformance die EBITA-Marge in 2019 bereits um 0,7 %-Punkte ausbaute, sehen wir hier jedoch auch in 2020 noch wesentlich stärkere Margensteigerungspotenziale, so dass der Konzern auch in 2020 (trotz des Corona-Virus) ein prozentual deutlich zweistelliges Gewinnwachstum erwirtschaften dürfte. Im 3 Jahres-Zeitraum bis 2022 erwartet der Konzern begleitet von weiteren Margenverbesserungen (verstärkter Einsatz Künstlicher Intelligenz) ein Jahresumsatzwachstum auf mindestens 7 Mrd. Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Gesamtjahr 2019 um über 30 % entsprechen würde.

Mit einem KGV (2020 e) von rd. 30 stufen wir die Aktie des langfristig immens wachstumsstark wie -stetig aufgestellten Konzerns derzeit sogar noch als relativ günstig bewertet ein, so dass der Titel aktuell ohne Frage auch weiterhin eine Kernposition unseres Strategiedepots VERMÖGENSSTREUUNG bleibt.

 

 

26.02.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 

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