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MTU Aero Engines bleibt unter den Erwartungen

MTU Aero Engines liefert nicht das Wachstum, auf das die Anleger spekuliert haben

NTG24 - MTU Aero Engines bleibt unter den Erwartungen

 

MTU Aero Engines hat kein operatives, sondern ein Bewertungsproblem. Die Aktionäre haben den Aktienkurs derart hochgejubelt, dass kaum eine andere Möglichkeit blieb als eine Enttäuschung nach den Zahlen. Die jedoch objektiv betrachtet gut waren. Es gab lediglich zwei Makel auf der weissen Weste. 

2025 war keineswegs ein schlechtes Jahr für MTU Aero Engines (DE000A0D9PT0) und dennoch sind die Anleger enttäuscht. Der Umsatz verbesserte sich „bereinigt“ um 16 % auf 8,72 Mrd. Euro (unbereinigt: +18 %) und das „bereinigte“ operative Ergebnis um 29 % auf 1,35 Mrd. Euro. Nach Steuern ein „bereinigter“ Gewinnsprung um 27 % auf 968 Mio. Euro bzw. unbereinigt auf 1,03 Mrd. Euro (+60 %). 

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MTU Aero Engines AG

 

Einer der wichtigen Wachstumskatalysatoren war 2025 erneut die fehlerhaften Teile der Triebwerksfamilie GTF von Pratt & Whitney gewesen. Die Getriebe wurden unter anderem in der A220- und A320neo-Familie von Airbus (NL0000235190) verbaut, womit die Auswirkungen dieses Mangelskandals auf die europäische Luftfahrt sehr weitreichend sind. Weltweit sind bis zu 3.000 Triebwerke potenziell von den Mikrorissen auf den Turbinenscheiben betroffen. Da MTU Aero Engines beim GTF-Programm ein Partner von Pratt & Whitney ist, muss man die Schäden mit 18 % mittragen, auch wenn man die Mängel nicht verursacht hat. Hier wird noch über eine Entschädigung mit Pratt & Whitney verhandelt. Auf der anderen Seite verdient MTU Aero Engines mit den Reparaturen Geld, was sich am Ende sogar als profitables Geschäft herausstellen wird. Insgesamt konnte man 2025 im zivilen Triebwerksgeschäft den Umsatz überdurchschnittlich stark um 18 % auf 2,3 Mrd. Euro steigern. 

 

MTU Aero Engines bleibt unter den Erwartungen

 

Das Militärgeschäft stagniert jedoch. Und das überraschte sicherlich viele Aktionäre, die MTU Aero Engines als Rüstung-Aktie mit ins Depot aufgenommen haben. Doch die Gesellschaft erzielte im vergangenen Jahr in dieser Sparte nur einen Umsatz von 614 Mio. Euro nach 612 Mio. Euro im Vorjahr. Schaut man sich die Entwicklung des Militärgeschäfts am Umsatz an, dann ist der Anteil sogar von 8,2 % auf 7,1 % gesunken. 

Der Auftragseingang war zudem so gering, dass MTU Aero Engines ihn nicht einmal erwähnen wollte. Ohne Zweifel hat man das Problem, dass der schwache US-Dollar gegen einen lief. Um dies zu kaschieren, verwies man ausschliesslich auf den Auftragsbestand. Und der wuchs lediglich um magere 3 % auf 29,5 Mrd. Euro. Ein Bestand, der das Unternehmen drei Jahre beschäftigen kann, aber die Börse wollte spätestens an dieser Stelle hohes Wachstum sehen, um die sehr hohe Bewertung der Aktien zu rechtfertigen und eine weitere Ausweitung der Bewertung in Zukunft. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie relative Schwäche spiegelt sich auch in der Prognose für 2026 wider. Beim Umsatz erwartet man eine Spanne von 9,2 bis 9,7 Mrd. Euro für das Gesamtjahr. Das entspricht nur noch einem Umsatzwachstum von mindestens 5,5 % bis 11 %. Weit unter dem Niveau des Vorjahres und im Zweifel sogar weniger als ein Drittel dessen. Kurse von 400 Euro waren jedoch für ein Umsatzwachstum von 20 % und mehr gemacht. Noch dazu ist auch die erwartete operative Profitabilität mit 1,35 bis 1,45 Mrd. Euro enttäuschend, denn mit ein wenig Pech wird das Ergebnis unverändert sein.

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25.02.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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