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Venezuelas Ölproduktion auf niedrigstem Stand seit Jahrzehnten

Erdölabhängiges Venezuela als strategisches Objekt der Begierde

 

Der neueste Monatsbericht der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) führt für das Land mit den weltgrößten Ölreserven einen Produktionsrückgang von 555.000 Barrel pro Tag im Mai 2020 auf 356.000 Barrel im Juni 2020 auf.

Diese Zahlen sind dabei nur das letzte Glied in der Kette einer Entwicklung jahrelangen Produktionsverfalls.

Denn Venezuelas Ölproduktion sinkt bereits seit 3 Jahren. Waren es durchschnittlich 2017 noch 1,911 Mio. Barrel pro Tag, so ging die Förderung aufgrund der US-Sanktionen gegen den staatlichen Ölproduzenten Petroleos de Venezuela S.A. (PDVSA) 2018 auf 1,354 Mio. Barrel durchschnittlich zurück.

Und dann wurde Venezuela im vergangenen Jahr zusätzlich mit einem Ölembargo und einem generellen Verbot jeglicher Geschäfte mit venezolanischen Staatseinheiten belegt. Im letzten Quartal 2019 schließlich lag die durchschnittliche Förderung bei 796.000 Barrel pro Tag.

 

Öl

Bildnachweis: © Fotograf - Grant Durr

 

2020 belegte das US-Finanzministerium Venezuela dann noch mit weiteren Strafmaßnahmen, um Venezuelas von der zentralen Quelle seiner Staatseinnahmen zu unterbrechen. Es verhängte Sekundärsanktionen gegen 2 Rosneft-Tochtergesellschaften.

Der russische Energiekonzern wurde so gezwungen, seine Aktivitäten in dem südamerikanischen Land einzustellen und seine Vermögenswerte auf eine Holdinggesellschaft im Staatsbesitz zu transferieren. Rosneft hatte bis zu 60 % der Ölproduktion Venezuelas transportiert.

Inzwischen fordert das US-Finanzministerium, denjenigen Transportschiffen, die gegen die US-Sanktionen verstoßen, die Zertifizierung zu entziehen. Damit dürften diese wegen Vertragsbruchs den Versicherungsschutz für das Schiff und die Ladung verlieren.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, haben die US-Sanktionen gegen Venezuela zu einer erheblichen Unsicherheit in der Handelsschifffahrt geführt.

 

Fazit

 

Es ist derzeit nicht abzusehen, wie sich die weitere Entwicklung in Venezuelas Ölindustrie gestalten wird. Die Sanktionen werden weiter verschärft und die Produktion geht weiter zurück. Eine zweite Corona-Infektionswelle, die derzeit über Südamerika schwappt, könne für zusätzliche logistische Schwierigkeiten sorgen. Von den politischen Spannungen, wie etwa der Kampf um das venezolanische Gold in den Tresoren der Bank von England, ganz zu schweigen.

 

21.07.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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