Für die Volkswagen-Tochter Audi geht ein weiteres glückloses Jahr zu Ende und für 2026 deutet sich keine Verbesserung an
Die einstige Vorzeigetochter von Volkswagen mutiert immer mehr zum Sorgenkind
Dass Audi 2025 nicht mit besonders vielen guten Neuigkeiten zu rechnen hat, das deutete sich schon vor vielen Monaten an. US-Zölle belasten die Marke besonders stark, welche über keine eigene Fertigung in den USA verfügt. Zusammen mit Verzögerungen bei neuen Modellen führte dies dazu, dass die Gewinnprognose nach unten korrigiert werden musste. Die Aussichten scheinen sich zuletzt nicht gebessert zu haben.
Noch immer kämpft Audi (DE0007664039) mit Verzögerungen bei neuen Modellen und Kritik an bereits erhältlichen Fahrzeugen. Insbesondere bei elektrischen SUVs scheint die Tochter von Volkswagen den Anschluss zu verlieren. Q6 E-Tron und A6 E-Tron erschienen mit massiven Verspätungen und gelten bereits ein Stück weit als überholt. Mercedes-Benz, BMW und andere bieten bei ihren Karossen höhere Reichweiten, modernere Software und schnellere Ladevorgänge. Das wiederum erhöht den Preisdruck bei Audi, wo die Margen ohnehin schon mau ausfallen und der Bilanz von Volkswagen kaum weiterhelfen.
Es scheint sich auch zu rächen, dass Audi sich gegenüber Rabatten lange Zeit sperrte und dadurch an Zuspruch unter den Kunden verlor. Denn deren Markentreuer scheint am Ende des Tages weniger ausgeprägt als erhofft zu sein. Nicht wenige entschieden sich in der jüngeren Vergangenheit für andere Hersteller, was die Absatzzahlen von Audi bestenfalls stagnieren ließ.
Die Händler klagen über ihr Leiden
All das führte dazu, dass auch beim jüngsten Jahrestreffen des Volkswagen- und Audi-Partnerverbands (VAPV) wenig gute Stimmung aufkam. Wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist, klagten die Händler dort über enormen Verbesserungsbedarf und schwache Absatzzahlen. Von „Vorsprung durch Technik“ ist bei Audi schon länger nichts mehr zu spüren. Stattdessen scheint man auch bei den Verkaufszahlen den Anschluss zu verlieren.
Wünschen würden die Partner sich 250.000 Neuzulassungen im Jahr in Deutschland. Erreicht werden dürften den aktuellen Erwartungen zufolge 200.000 oder sogar noch weniger. Diese Zahl könnte sogar noch ein wenig aufgebläht sein. Denn Audi setzt besonders stark auf Instrumente wie Vorzulassungen. Rund ein Drittel der in diesem Jahr abgesetzten Autos war entweder auf Audi selbst oder einen Hersteller zugelassen. Bei der Konkurrenz liegt die Quote gerne mal bei 20 Prozent oder darunter. Das zeigt noch deutlicher, wie gering das Interesse der Verbraucher ist.
Als wäre das nicht schon deprimierend genug, zeichnet sich auch für 2026 keine Besserung ab. Aufgrund von Software-Problemen könnten neue Modelle noch länger auf sich warten lassen. Der elektrische A4 wird nicht vor 2028 erwartet, während Mercedes den Start der neuen C-Klasse vorbereitet und BMW mit einer elektrischen Variante des 3er punkten will. Audi könnte also noch weiter ins Hintertreffen rutschen, was dem Mutterkonzern und dessen Aktienkurs nicht eben zuträglich wäre.
Preisprobleme bei Volkswagen
Zu hohe Preise belasten Volkswagen auch abseits von Audi. Der ID.Polo sollte im nächsten Jahr eigentlich dabei helfen, die Elektromobilität erschwinglicher zu machen. Doch eine Variante für 25.000 Euro könnte Händlerkreisen zufolge noch viele Monate auf sich warten lassen. Zum geplanten Start im Frühjahr soll es lediglich besser ausgestattete Varianten geben, deren Preise sich eher in Richtung 30.000 Euro bewegen dürfte. Damit überlässt Volkswagen das Feld in Zeiten einer noch immer spürbaren Konsumunlust der Konkurrenz. Dazu zählen auch aufstrebende chinesische Konzerne, die in diesem Jahr ihre Marktanteile kontinuierlich ausbauen konnte.
Die massiven Probleme bei Audi und schwache Absatzzahlen sind nicht die Ursache, aber eines von vielen Symptomen der Krise bei Volkswagen. Dem Autobauer gelingt es kaum noch für Euphorie zu sorgen. Die Absatzzahlen in Europa haben sich konzernweit in Europa zwar wieder etwas verbessern können. Die Lage in den USA bleibt jedoch angespannt und in China waren die Zahlen zuletzt noch immer rückläufig. Das lastet schwer auf dem Aktienkurs, welcher in diesem Jahr nur mit viel Mühe und Not noch die Linie von 100 Euro eben so verteidigen konnte. Am Montag ging die Volkswagen-Aktie mit 104,50 Euro aus dem Handel.
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30.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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