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Volkswagen schnallt den Gürtel immer enger, Mercedes-Benz will Mitarbeiter länger arbeiten lassen, Renault verabschiedet sich von Ingenieuren und Tesla stellt in Grünheide ein

Die Autobauer weiten ihre Sparpläne immer mehr aus

NTG24 - Volkswagen schnallt den Gürtel immer enger, Mercedes-Benz will Mitarbeiter länger arbeiten lassen, Renault verabschiedet sich von Ingenieuren und Tesla stellt in Grünheide ein

 

In den vergangenen Monaten machten die Autobauer bereits mit etlichen Sparplänen von sich reden, wollten abseits davon aber auch mit neuen Modellen die Absätze wieder ankurbeln. Das scheint bisher nicht zum erwünschten Erfolg geführt zu haben. Denn beobachten lässt sich aktuell, dass Sparpläne mehr oder weniger in der gesamten Branche ausgeweitet werden, und das nur kurz, nachdem BMW mit einer Gewinnwarnung die Börsianer schockierte.

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Noch immer scheint sich die Lage bei Volkswagen (DE0007664039) nicht beruhigen zu wollen. Wie einem Bericht des „Manager Magazin“ zu entnehmen ist, will der Wolfsburger Konzern wohl bis 2030 bis zu 100.000 Stellen streichen, rund doppelt so viel wie bisher geplant. Außerdem wird auch wieder über die Schließung von Werken gemunkelt. Zwar ist noch nichts beschlossen und die Zahlen sind intern wohl lediglich als Vorschlag zu verstehen.

 

 

 

Es regt sich aber bereits Widerstand bei den Gewerkschaften und die Aktionäre bekommen den Eindruck vermittelt, dass Volkswagen noch immer nicht zurück auf die Spur findet. Zu kämpfen hat der Konzern vor allem mit Absatzeinbrüchen in China. In Nordamerika lasten Zölle auf der Bilanz. In Europa schlägt man sich einigermaßen wacker, hat aber auch schon bessere Tage erlebt. Unter den Anteilseignern wächst die Verunsicherung. Mit dem Aktienkurs ging es am Freitag um 3,9 Prozent auf 74,28 Euro abwärts. Auf Schlusskursbasis ist das der niedrigste Kurs seit rund 16 Jahren.

 

Mercedes-Benz nimmt Angestellte in die Pflicht

 

Noch nicht ganz so dramatisch sieht es für die Aktie von Mercedes-Benz (DE0007100000) aus, die kürzlich allerdings zumindest ein neues 52-Wochen-Tief erreichte. Auch in Stuttgart wächst der Sparzwang. In einem Brief an die Angestellten schlägt das Management die Alarmglocke. Der Erfolg der Produktoffensive drohe zu verpuffen, wenn zu hohe Kosten die Erträge auffressen, heißt es darin unter anderem. Vorgeschlagen wird daher, dass die Belegschaft „in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten“ solle.

Zudem wurde angekündigt, eine eigentlich für Juli vorgesehene Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent des Monatslohns ersatzlos zu streichen. Zuvor setzte Mercedes-Benz schon beim Management den Rotstift an. Für zwei Jahre gibt es keine Gehaltserhöhungen und das Bonussystem wird nun stärker an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Doch all das vermag die Anleger schon lange nicht mehr zu beruhigen. Der Aktienkurs sackte am Freitag um weitere 2,9 Prozent auf nur noch 43,34 Euro ab.

 

Renault macht Nägel mit Köpfen

 

Bereits im Frühjahr kündigte auch Renault (FR0000131906) ein umfangreiches Sparprogramm an, welches nun auch konkreter wird. Vor wenigen Tagen wurde ein neues Programm für den freiwilligen Abschied von Ingenieuren vorgestellt. Damit sollen bis Ende 2027 800 Stellen abgebaut werden. Es dürfte nur ein erster Schritt sein. Denn im April angekündigt wurde, die Anzahl der weltweit 11.000 Ingenieure um 15 bis 20 Prozent zu reduzieren, was also bis zu 2.200 Stellen betreffen könnte.

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Renault reagiert damit nach eigenen Worten auf die zunehmende Konkurrenz aus China in Europa. Dabei setzt man auch selbst auf China, um mit niedrigeren Personalkosten und schnelleren Entwicklungszeiten punkten zu können. Der neue Twingo ist das erste Resultat davon. Er ging Anfang des Jahres nach nur zwei Jahren Entwicklungszeit für knapp 20.000 Euro an den Start. Begeistert ist Renault von Tempo und Arbeitsmoral der Chinesen, wie in der „FAZ“ berichtet wird. Die Anleger sind weniger begeistert. Die Renault-Aktie ging am Freitag mit 26,07 Euro nur knapp oberhalb des Jahrestiefs aus dem Handel.

 

Tesla schlägt zurück

 

Auch Tesla (US88160R1014) erlebte in den letzten Jahren zeitweise dramatische Absatzeinbrüche, scheint sich mittlerweile aber wieder besser zu schlagen. Es scheint sogar so gut zu laufen, dass die Kapazitäten in Grünheide wieder erhöht werden sollen. Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, künftig 7.500 statt bisher 5.000 Fahrzeuge wöchentlich vom Band laufen lassen zu wollen. Damit das klappt, sollen wohl auch noch einmal 1.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Zusätzlich dazu werden 1.500 Fachkräfte für die Zellfertigung gesucht, die im nächsten Jahr starten soll.

Tesla geht damit im Vergleich zur hiesigen Konkurrenz den umgekehrten Weg und bleibt gleichzeitig auch ein wenig ein Wert, der an der Börse der Tech- und KI-Welt zugeordnet wird. Die letzte Euphoriewelle ist zwar dennoch schon abgeklungen. Besser als VW und Konsorten steht man aber allemal da. Ins Wochenende ging es mit 379,71 US-Dollar und damit gut 16 Prozent höher als vor einem Jahr. Das Allzeit-Hoch bei 498,83 Dollar ist jedoch in weite Ferne gerückt.

 

Krisenzeit

 

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenDer eine oder andere Lichtblick ist im Autosegment noch immer zu erkennen, auch wenn es dafür zugegebenermaßen etwas Wohlwollen braucht. Was weiterhin fehlt, ist die Aussicht auf eine grundsätzliche Trendwende. Die Autobauer verstärken mit immer neuen Sparrunden nur den Eindruck, dass die Krise sich weiter verschärft. Ob der Schrumpfkurs nun langsam ein Ende gefunden haben mag oder es künftig noch weitere Sparrunden zu sehen geben wird, das lässt sich wohl nur abwarten.

 

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29.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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