Mit seinen Neuheiten zur IAA kann Volkswagen bei den Anlegern punkten und den Aktienkurs treibt es in die Höhe
Feststoffbatterien und günstige E-Autos sollen bei Volkswagen die Zukunft bestimmen
Zum Start der IAA in München zündete Volkswagen nicht unbedingt ein Feuerwerk an sensationellen Überraschungen. Dennoch scheint das Unternehmen die Anleger mit seinen Ankündigungen überzeugen zu können. Die Herausforderungen bleiben hoch, doch mit einer klaren Strategie soll es gelingen, den Konzern wieder in Richtung Wachstum zu schieben. Eine große Rolle spielen dabei erschwingliche E-Autos, die schon vor einer Weile in Aussicht gestellt wurden.
Nun nimmt das Ganze immer mehr Form an. Gleich vier Modelle aus dem Kleinwagensegment werden auf der IAA zu sehen sein. Die größte Aufmerksamkeit wird dem ID.Polo zuteil, der ursprünglich als ID.2 all angekündigt wurde. Davon soll es auch eine Variante namens ID.Polo.GTI geben. Volkswagen (DE0007664039) besinnt sich mit diesem Ansatz ein Stück weit auf frühere Werte und setzt auch ein wenig auf Emotionen, um künftige Elektroautos an die Frau oder an den Mann zu bringen.
Der Marktstart ist bereits für das kommende Jahr vorgesehen. Die Basisvariante soll für 25.000 Euro den Besitzer wechseln. Damit ist Volkswagen aber noch nicht am Ende seiner Strategie angelangt. Voraussichtlich 2027 soll der ID.Every.1 für rund 20.000 Euro folgen. Punkten sollen alle neuen Fahrzeuge mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, ohne auf innovative Technologien verzichten zu müsse. Als Ziel gesetzt haben sich die Wolfsburger, bis zum Ende des Jahrzehnts zum technologisch führenden Volumenhersteller zu avancieren.
Volkswagen: Alte und neue Technologien
Für die Zukunft setzt Volkswagen nicht ausschließlich auf Elektroautos. Auf der IAA wird es auch frische Verbrenner zu sehen geben, womit der Konzern letztlich dem Markt folgt. Denn auch wenn E-Autos zuletzt ein ansehnliches Wachstum erleben, so dominieren bei den Zulassungszahlen noch immer die klassischen Otto-Motoren. Eben deshalb spricht sich Volkswagen auch dafür aus, das für 2035 geplante Verbot von Neuzulassungen von Verbrennern zu kippen. Dies sei nicht erreichbar und würde Arbeitsplätze gefährden.
Es ist jedoch nicht so, als würde Volkswagen sich an die Vergangenheit klammern. Parallel zu neuen Verbrennern arbeitet der Konzern auch an Innovationen im Elektrosegment. So teilte man am Montag mit, erstmals ein Motorrad mit einer Feststoffbatterie des Partners Quantumscape ausgerüstet zu haben. VW-Technikvorstand sieht darin einen potenziellen „Gamechanger“. In der Theorie sollen sich kürzere Ladezeiten und deutlich höhere Reichweiten ergeben.
Die Serienfertgung ist noch ein Stück entfernt, doch Volkswagen geht den Weg dorthin konsequent weiter. Das Ziel ist es, die Feststofftechnologie in die Einheitszelle von Volkswagen zu integrieren. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll es eine marktfähige Lösung geben. Würde der Konzern dabei das ewige Reichweitenproblem endgültig lösen können, so könnte es dem Geschäft mit E-Autos nochmal einen ordentlichen Schub verleihen. Das scheint die Fantasie der Anleger anzuregen.
Überzeugende Vorstellung
Die Anleger trauen Volkswagen zu, mit einer neuen Offensive im Volumensegment und frischen Technologien zurück in die Spur zu finden. Zwar waren Margen nur am Rande ein Thema und bei Porsche wurde das Margenziel von 20 Prozent sogar vollständig kassiert. Dennoch machte sich unter den Volkswagen-Aktionären gute Stimmung breit. Der Kurs legte gestern um 2,7 Prozent bis auf 102,60 Euro zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai.
So richtig über den Berg ist Volkswagen noch nicht. Schwache Absätze in China und US-Zölle sind weiterhin klare Belastungen und gerade die Politik sorgt zuverlässig für Unsicherheiten, auch hierzulande. Immerhin scheint in den Augen der Anteilseigner aber der erste Schritt in eine bessere Zukunft gemacht zu sein. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass auch die Kundschaft positiv reagiert. Das kommende Jahr könnte für den Autobauer richtungsweisen werden.
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09.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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