Erneut meldet Volkswagen rückläufige Absatzzahlen und die Schwächen in China sowie in den USA scheinen anzuhalten
Volkswagen bleibt im Krisenmodus
Dramatische Einbrüche bei der Porsche AG sorgten kürzlich bereits für schlechte Stimmung, nun legte auch Volkswagen Absatzzahlen für das erste Quartal vor, welche eher nicht dem Geschmack der Anteilseigner entsprechen dürften. Insbesondere das Geschäft mit Elektroautos verzeichnete außerhalb Europas heftige Einbrüche. Dem hatte Volkswagen an anderer Stelle leider nur wenig entgegenzusetzen.
Die wohl beste Nachricht bestand wohl darin, dass es bei Volkswagen (DE0007664039) infolge des Irankriegs zu keinen direkten Einbrüchen kam. Wie das Unternehmen mitteilte, gingen die Umsätze in direkt betroffenen Regionen zwar durchaus etwas zurück. Dies habe aber keinen wesentlichen Einfluss auf die gesamten Auslieferungen gehabt. Letztere fielen allerdings leider nicht allzu beeindruckend aus. Es ging im ersten Quartal um vier Prozent auf rund zwei Millionen ausgelieferte Fahrzeuge abwärts.
Einmal mehr wirkte sich das Geschäft in China belastend für die Absatzzahlen von Volkswagen aus. Dort konnten die Wolfsburger zwar jüngst ihre Marktführerschaft zurückerobern. Das lag aber nicht an eigener Stärke, sondern viel mehr daran, dass die Mitbewerber noch mehr unter Druck gerieten. Der Absatz in der Region fiel um etwas mehr als 15 Prozent auf noch 549.000 Fahrzeuge. Aufgrund wegfallender Förderungen brachen die Verkäufe von Elektroautos um knapp 64 Prozent auf noch 9.400 Exemplare ein. Es setzt sich damit ein Abwärtstrend von Volkswagen fort, der sich nun schon seit einigen Jahren beobachten lässt. Im vergangenen Jahr fielen die Gewinne in China erstmals seit vielen Jahren unter die Linie von einer Milliarde Euro.
Volkswagen: Elektroflaute in den USA
Noch dramatischer brachen die Verkäufe von Elektroautos in den USA ein, was sich nun auch bei den Absatzzahlen von Volkswagen bemerkbar macht. Gerade noch 4.000 elektrische Vehikel konnten dort im ersten Quartal über alle Marken hinweg verkauft werden. Das waren gut 80 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Konzern macht dafür die Politik von US-Präsident Donald Trump verantwortlich. Förderungen seines Vorgängers Joe Biden wurden zum Jahreswechsel vollständig gestrichen. Gleichzeitig wurden Abgasregelungen für Verbrenner gelockert.
Im krassen Gegensatz dazu stehen die Zahlen aus Europa. Dort verkaufte Volkswagen im letzten Quartal 11,5 Prozent mehr Elektroautos, sodass die Gesamtzahl auf 176.400 ansteigen konnte. Damit macht Europa nun den überwältigenden Anteil der weltweit 200.000 verkauften E-Autos aus. Hier ist auch klar zu sehen, dass Volkswagen in China nie richtig den Anschluss im elektrischen Segment gefunden hat. Allerdings mag sich das ob des dortigen ruinösen Preiskampfes im Moment auch als Vorteil erweisen.
Über alle Antriebsarten hinweg konnte Volkswagen die Absätze in Westeuropa um 4,2 Prozent verbessern. In Zentral- und Osteuropa ging es um 7,6 Prozent aufwärts und Südamerika steuerte ein Wachstum von sieben Prozent bei. Solche Erfolge konnten die Rückgänge in Nordamerika und China aber leider auch nicht ausgleichen.
Neue Erfolge mit neuen Modellen?
Richtig überraschend kommen die niedrigeren Auslieferungszahlen von Volkswagen nicht. Etwas Hoffnung macht das Unternehmen sich noch mit einer neuen Modelloffensive. In den Startlöchern steht etwa der ID.Polo, der mit einem Kampfpreis von 25.000 Euro punkten soll. Zu Beginn wird dieser Preis aber aufgrund fehlender günstiger Batterien nicht verfügbar sein. Experten rechnen zudem, dass neue Umsätze durch neue Modelle sich frühestens im kommenden Jahr bemerkbar machen werden.
Für das laufende Jahr bleiben daher etliche Herausforderungen bestehen. In den USA lastet die Politik schwer auf Volkswagen. Noch bevor die dortigen Zölle verkraftet werden konnten, droht aus dem Nahen Osten weiteres Ungemach. Zwar scheinen die Absätze davon nicht allzu sehr betroffen zu sein. Ein längerer Konflikt könnte aber die Inflation anheizen und dadurch die Kaufbereitschaft weltweit negativ beeinflussen. Dazu kämen dann um ungünstigsten Fall auch wieder höhere Kosten durch gestörte Lieferketten. Die Anleger bleiben da eher skeptisch und die Aktie gab am Montag um 1,6 Prozent auf 87,82 Euro nach.
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14.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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