Einmal mehr nimmt die Übernahmeschlacht um Warner Bros. eine Wendung und das Filmstudio scheint wohl wieder mit Paramount reden zu wollen
Paramount scheint bei Warner Bros. punkten zu können
Eigentlich schien es, als wäre die Entscheidung bei Warner Bros. bezüglich des neuen Eigentümers schon gefallen zu sein. Mit Netflix konnte man sich bereits Ende vergangenen Jahres einigen. Doch Paramount will sich damit nicht zufriedengeben. Vorgelegt wurde bereits vor einer Weile eine deutlich höhere Offerte, welche erst einmal auf Ablehnung stieß.
Warner Bros. (US9344231041) meldete Zweifel an der Finanzierbarkeit des Paramount-Angebots an, woran auch eine Garantie über rund 30 Milliarden US-Dollar von Oracle-Gründer Larry Ellison nichts änderte. Solche Zweifle scheint der Konzern nun spontan über Bord geworfen zu haben. Denn laut einem Artikel von „Bloomberg“ sollen nun wohl wieder Gespräche aufgenommen werden, nachdem Paramount sein Angebot noch einmal verbessert hat.
Nichts geändert hat sich daran, dass 30 Dollar je Anteilsschien fließen sollen. Darüber hinaus will Paramount aber auch für mögliche Vertragsstrafen geradestehen, die gegenüber Netflix im Falle von abgebrochenen Verhandlungen fällig werden würden. Zeit erkaufen will sich Paramount außerdem mit einer Verzögerungsprämie. Für jedes Quartal ab 2027, in dem die Übernahme durch Netflix nicht abgeschlossen wurde, soll es 0,25 Dollar je Anteilsschein geben. Wo dieses Geld herkommen soll, scheint Warner Bros. weniger zu interessieren als in der Vergangenheit.
Warner Bros.: Keiner will locker lassen!
Den Berichten zufolge ist aber noch immer keine endgültige Entscheidung gefallen. Keines der drei betroffenen Unternehmen wollte sich bislang öffentlich zum Stand der Verhandlungen äußern. Klar ist aber, dass das Interesse an erfolgreichen Reihen wie „Harry Potter“ oder „Game of Thrones“ sehr groß ausfällt. Netflix könnte damit das eigene Portfolio stärken und potenziell seine Marktführerschaft im Streaming-Segment ausbauen.
Paramount sieht hingegen für sich selbst mögliche Vorteile und die Angelegenheit hat auch eine politische Dimension. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump sprach bereits häufiger offen darüber, den Nachrichtensender CNN gerne unter neuer Leitung sehen zu wollen. Bei der 108,4 Millionen schweren Offerte von Paramount wäre das Ganze Teil des Deals. Netflix hingegen hat das TV-Geschäft bei seinem knapp 83 Milliarden Dollar schweren Angebot ausgeklammert. CNN würde daher in Zukunft wohl wie gehabt weiterlaufen, sollte der Streaming-Gigant sich durchsetzen.
Wer am Ende den Längeren ziehen mag, steht noch immer in den Sternen. An den Märkten entsteht dadurch durchaus Verunsicherung. Das bekommt aber vor allem die Aktie von Netflix zu spüren. Die Anteilsscheine von Warner Bros. profitierten derweil davon, von gleich zwei Mediengiganten umworben zu werden. Dadurch können die Anleger sich schon fast blind darauf verlassen, dass es am Ende zu einer großzügigen Übernahme kommen wird, durch wen auch immer. Diese Vorfreude ist im Chart längst sichtbar. Die Warner Bros.-Aktie hat es sich zuletzt rund um die Linie von 28 Dollar bequem gemacht. Vor einem Jahr wurde das Papier noch zu rund zehn Dollar gehandelt, und das auch nur an guten Tagen.
Legt Netflix nach?
Es wird spannend zu sehen sein, wie Netflix nun mit der neuen Ausgangslage umgehen mag. Eine Erhöhung des eigenen Angebots schloss der Konzern lange Zeit aus, ließ aber vor Kurzem andeuten, vielleicht doch noch einmal nachlegen zu können. Dass Warner Bros. letztlich an Paramount geht, das wird man sich kaum gefallen lassen – auch wenn mancher Anleger wohl ganz froh darüber wäre. Die massive Investition wird durchaus auch mit Skepsis betrachtet.
Aufgrund der anhaltenden Spannung trennen sich Anleger derzeit nur ungern von Warner-Bros-Anteilsscheinen, und das aus gutem Grund. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es noch mehr als den letzten Schlusskurs zu holen geben wird, darf als hoch betrachtet werden. Weniger interessant ist die Angelegenheit derweil für Neueinsteiger, die nur noch auf eher überschaubare Renditen hoffen können. Denn unendlich tief sind auch die Geldbörsen von Netflix und Paramount am Ende des Tages nicht.
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17.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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