Die US-Regierung erteilt der Übernahme von Warner Bros. durch Paramount ihren Segen, doch in trockenen Tüchern ist der Deal noch nicht
Auch andere wollen bei der Warner Bros-Übernahme ein Wörtchen mitreden
111 Milliarden US-Dollar will Paramount auf den Tisch legen, um sich Warner Bros. und damit Lizenzen zu erfolgreichen Filmreihen wie „Der Herr der Ringe“ zu sichern. Netflix ist bereits vor geraumer Zeit aus dem Bieterwettstreit ausgestiegen. Nun liegt es an den Aufsichtsbehörden, das Ganze auch in letzter Konsequenz zu ermöglichen.
Einen ersten Erfolg konnte man dabei bereits erringen. Wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist, hat die US-Regierung dem Vorhaben bereits zugestimmt. Das kommt wenig überraschend, gilt US-Präsident Donald Trump doch als enger Vertrauter von Oracle-Gründer Larry Ellison, dessen Sohn die Geschicke von Paramount leitet.
Trump und andere Teile der Regierung erhoffen sich, dass TV-Sender von Warner Bros. (US9344231041) nach der Übernahme wohlwollender über die amtierende Administration berichten mögen. Genau das befürchten allerdings auch Kritiker. Die Übernahme ist noch immer nicht in trockenen Tüchern. Mehrere Bundesstaaten führen derzeit noch eigene Wettbewerbsuntersuchungen durch. Auch in Europa befasst man sich mit dem Thema.
Für das vergleichsweise kleine Paramount wäre die Übernahme ein echter Coup, wenn auch zu einem hohen Preis. Letzterer erfreut aber freilich die Anteilseigner von Warner Bros. Der Kurs hat sich beim Übernahmeangebot eingependelt und lag zum Wochenende ziemlich genau bei 27 Dollar. Das sind satte 165 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Aus eigener Kraft wäre Warner Bros. ein solches Kunststück kaum gelungen.
Bei Warner Bros. ist Geduld gefragt
Ob die Übernahme wie geplant über die Bühne gehen kann, bleibt weiterhin offen. Die Zustimmung des Justizministeriums ist keine große Überraschung. Einwände und mögliche Auflagen könnten aber noch aus anderer Richtung drohen. In jedem Fall wird es wohl noch etwas an Geduld brauchen, ehe in den USA ein neuer Mediengigant entstehen könnte.
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15.06.2026 - Matthias Eilenbrock

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