Apple scheitert vor dem Gerichtshof der EU mit seinem Anliegen, nicht als Torwächter eingestuft zu werden
In Europa wird Apple sich weiterhin öffnen müssen
Bereits vor knapp drei Jahren stufte die EU-Kommission Apple als sogenannten Torwächter ein. Damit verbundene sind einige besondere Pflichten und Einschränkungen. Der Digital Markets Act (DMA) sieht unter anderem vor, dass alternative Quellen bereit stehen müssen und Entwickler von Apps auf Bezahlmethoden abseits zentraler Plattformen des Herstellers aufmerksam machen können.
Apple (US0378331005) wehrte sich gegen die Einstufung und argumentierte damit, dass lediglich der App Store auf dem iPhone die Voraussetzung von wenigstens 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern erfüllen würde. App Stores für iPad, Mac oder Apple TV wurden vom Unternehmen als eigenständige Plattformen angesehen. Darauf ließen sich die Richter der EU allerdings nicht ein und bestätigten nun die Einstufung als Torwächter.
Damit wird Apple auch in Zukunft den Vertrieb von Apps über alternative Stores oder über das Web ermöglichen müssen. Zudem werden Entwickler die Bezahl-Plattform und damit Anteile an Apple umgehen können. Apple sieht dadurch manche Umsätze verlorengehen. Die Anleger zeigen sich jedoch recht entspannt. Die Aktie konnte gestern um 0,9 Prozent auf 313,39 US-Dollar zulegen.
Apple beißt auf Granit
Partout nicht gelten lassen wollten die Richter den Einwand Apples, dass verschiedene App Stores separat zu behandeln seien. Stattdessen kam man zu dem Schluss, dass Unterschiede bei der Hardware keine Rolle spielen würden. In jedem Fall sei der grundlegende Zweck, Anwender und Software-Entwickler zusammen zu bringen und den Vertrieb von Software zu erleichtern. Daher werden sämtliche Stores als eine Plattform behandelt.
Für Apple mag das Ganze ein Rückschlag sein, der aber aus Anlegersicht verschmerzbar ist. Natürlich wird es Nutzer geben, die sich heute und in Zukunft Software sowie Abos aus alternativen Quellen besorgen werden. Die Erfahrung lehrt aber, dass dieser Anteil eher überschaubar ist. Die überwältigende Mehrheit der Nutzer verlässt sich auch nach der Öffnung auf den App Store, schon allein aus der Sorge heraus, dass andere Quellen unliebsame Schadsoftware einschleusen könnten.
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10.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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