Shell: Alles steht zum Verkauf, was nicht profitabel genug ist
Shell räumt auf und fokussiert sich auf die Geschäftsfelder mit den höchsten Margen
Shell macht Klar-Schiff. Die Briten verkaufen alle Randgebiete, die nicht genügend Margen bringen, und befreien damit gebundenes Kapital, das man verstärkt im klassischen Kerngeschäft investiert.
Shell fokussiert sich weiter auf das profitable Kerngeschäft. Um dort mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung zu haben, trennt man sich weiter von Randgebieten. Dabei steht aktuell das Chemiegeschäft an vier Standorten in den USA in den Bundesstaaten Louisiana, Pennsylvania und Texas. Warum trennt man sich von diesem Geschäft, wo es doch gut zu einem vertikal integrierten Energiekonzern passt?
Weil die Chinesen Druck machen. Es handelt sich dabei um Anlagen, die vorrangig Grundstoffe der chemischen Energie produzieren. Beispielsweise für die Herstellung von Kunststoffen, Medikamenten und Reinigungsmitteln. Das ist der margenschwache Bereich der Chemiebranche, der obendrein an Überkapazitäten leidet, die in der Vergangenheit in China aufgebaut wurden. Selbst der Abbau der Kapazitäten in Europa aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise und der Sonderbesteuerung von fossilen Treibstoffen hat diese Überkapazitäten im weltweiten Kontext nicht nennenswert reduzieren können. Entsprechend stehen auch die Margen in den USA unter Druck, aber dort wird Wert auf die Eigenversorgung gelegt. Man möchte die Abhängigkeit von China und Asien möglichst gering halten.
Alles steht zum Verkauf, was nicht profitabel genug ist
Entsprechend hoch ist das Interesse an den Anlagen von Shell. Die Attraktivität wird zusätzlich dadurch gesteigert, dass die Briten einen vergleichsweise niedrigen Preis von 8 Mrd. US-Dollar fordern. Der eventuell höher als erhofft ausfallen kann, denn inzwischen haben bereits vier konkrete Investoren Interesse angemeldet: die Private Equity Gesellschaft Apollo Global Management (US03769M1062), Exxon Mobil (US30233Q1085), die Kuwait Petroleum Corp. und LyondellBasell Industries (NL0009434992).
Der Gewinn von Shell hat sich zuletzt verdreifacht. Dank der hohen Energiepreise und Volatilität aufgrund des Iran-Krieges konnten die Briten ihren Aktionären einen Gewinn für das 2. Quartal von 10,8 Mrd. US-Dollar ausweisen. Ein Anstieg um 200 % im Vergleich zu den 3,60 Mrd. US-Dollar vor einem Jahr. „Bereinigt“ man das Ergebnis, bleiben immer noch 9,84 Mrd. US-Dollar (+131 %) übrig. Noch wichtiger: Der freie Cashflow - der die zukünftige Investitionsfähigkeit bestimmt - explodierte von 6,5 Mrd. US-Dollar auf 17,5 Mrd. US-Dollar dank eines operativen Cashflows, der von 11,9 Mrd. US-Dollar auf 21,4 Mrd. US-Dollar sprang. Enttäuschenderweise beliess das Management die vierteljährliche Dividende jedoch bei 0,3906 US-Dollar je Aktie. Ein Niveau, das aber ohne Zweifel weiter steigen wird.
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25.08.2026 - Mikey Fritz

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