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Chinesische Importe stützen den Baumwollpreis

Baumwollpreis fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

 

Der Futurepreis für Baumwolle liegt nach einem dynamischen Anstieg in den vergangenen Wochen fast wieder auf dem Niveau, welches er vor dem Corona-Crash Ende Februar 2020 hatte. Das bisherige Jahreshoch hatte Baumwolle am 13.01.2020 bei 0,7153 US-Dollar je Pfund erreicht.
Zuletzt hatten sich erholende Ölpreise stützend auf die Baumwollpreise ausgewirkt. Dann entschwand der Wort-Case durch die relativ schnelle Erholung der chinesischen Volkswirtschaft wieder, wobei auch die chinesischen Importe aus den USA im Rahmen des Phase-1-Abkommens Wirkung zeigten. In der aktuellsten Prognose hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die chinesischen Importe für die Saison 2020/21 um 500.000 auf 9,5 Mio. Ballen erhöht.

 

 

Und schließlich waren auch verringerte Ernteprognosen in den USA ein unterstützender Faktor für die Baumwollpreise. Erst im September hatte das USDA seine Ernteprognose für Baumwolle um 1 Mio. Ballen auf 17 Mio. Ballen gesenkt.

Der weiter steigende Baumwollpreis könnte auch von den Wetterkapriolen getrieben sein, denn der durchschnittliche US-Ertrag soll bislang über dem bisherigen Rekordergebnis der Erntesaison 2017/18 liegen. Aber der Hurrikan Delta, der in den vergangenen Tagen über den US-Bundesstaat Louisiana zog, könnte die dortige Ernte erheblich beeinträchtigt haben. Und auch im größten Baumwoll-Anbaugebiet, dem Nachbarstaat Texas, erhöhte die USDA den Anteil der Baumwollpflanzen, deren Zustand mit schlecht bis sehr schlecht bewertet wird, inzwischen von 39 % auf 46 %!

Neben der Angebotsseite dürfte allerdings auch die Nachfrageseite weiteren Risiken ausgesetzt sein und den Preisanstieg bremsen. Denn steigende Lagerbestände außerhalb Chinas und rekordhohe Lagerbestände im Vergleich zum Verbrauch lasten einstweilen auf dem Baumwollpreis. Inwieweit eine neue Coronawelle die globale Nachfrage weiter schwächt, muss zudem abgewartet werden.

 

Fazit

 

Der Baumwollpreis hat sich nach dem Absturz im Frühjahr 2020 inzwischen wieder seinem Jahreshoch angenähert. Eine weitere Erholung des Baumwollpreises ist allerdings neben zunehmenden Wetterrisiken von einer anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft abhängig. Die Import-Nachfrage Chinas wirkt stabilisierend, kann aber wohl alleine nicht zu einer Trendumkehr führen. Gleichwohl sind die charttechnischen Voraussetzungen für eine weitere Erholung gegeben.

 

15.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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