UBS prüft die Sitzverlagerung in die USA
Bern drängt die UBS in die Ecke - beschleunigte Einführung der Kapitalmassnahmen beschlossen
Bern kommt der UBS nicht entgegen. Man forciert eine Beschleunigung der Einführung der Kapitalmassnahmen, was die Schweizer Grossbank in eine schwierige Lage bringt. So schwierig, dass man die Notfallpläne ernsthaft prüft.
Keine Schonfrist für die UBS (CH0244767585). Der Finanzplatz Zürich hatte darauf spekuliert, dass Bern der Grossbank einen sehr langen Zeitraum gewährt, um die angedrohten Kapitalmassnahmen vollständig umzusetzen. Der Aktienkurs verbesserte sich in der Folge seit den April-Tiefs um rund 60 %. Doch die Spekulation der Börsianer geht nicht auf. Der Ständerat wies derartige Bestrebungen am Montagabend zurück.
Die Regierung kann nun nach Gutdünken entscheiden, wann die UBS die neuen Forderungen erfüllen muss. Es geht um 26 Mrd. US-Dollar an verlustabsorbierendem Kapital, das zusätzlich aufgenommen werden muss. Wohlgemerkt kommt diese Attacke der Politik, nachdem die UBS willig Bern bei der Credit Suisse Krise geholfen hatte, die im Wesentlichen nur aufgrund einer mangelhaften Aufsicht entstanden war. Die anstehenden Kapitalerhöhungen sind ein erhebliches Risiko für die Grossbank, denn die Massnahmen sind so umfassend, dass sie die UBS in einen künstlichen Wettbewerbsnachteil gegenüber den internationalen Konkurrenten bringt. Und dieser Peer-Vergleich ist entscheidend, denn in der Schweiz selbst gibt es keinen Konkurrenten mehr, der auch nur annähernd auf Augenhöhe mit der UBS agiert.
UBS prüft die Sitzverlagerung in die USA
Die Wahrscheinlichkeit einer Sitzverlegung in die USA ist nun sprunghaft gestiegen. Die Führungsspitze, bestehend aus CEO Sergio Ermotti und dem Verwaltungsratpräsidenten Colm Kelleher, war daher bereits in den USA und hat mit Vertretern der Trump-Administration gesprochen. Konkret geht es darum, das Lot hineinzuwerfen, ob Washington eine Sitzverlagerung grundsätzlich unterstützen würden, denn nichts wäre schlimmer, als das Tischtuch mit Bern zu zerschneiden und dann von Washington auflaufen gelassen zu werden. Konkret wurde die Möglichkeit diskutiert, dass eine Sitzverlagerung in die USA durch die Übernahme einer US-Bank oder eine Fusion mit einer US-Bank beschleunigt werden kann.
Der amerikanische Bankensektor bringt selbstverständlich seine eigenen Herausforderungen mit sich. Die Regulierung der Institute ist hoch, wenngleich seit 2018 ein sukzessiver Abbau zu verzeichnen ist, der sich unter der zweiten Trump-Administration noch einmal beschleunigt. Abgeschwächt werden beispielsweise die Stress-Tests, die Berechnung der risikogewichteten Assets, keine Prüfungen mehr von Reputationsrisiken, weniger Anforderungen an hartes Eigenkapital und der weitgehende Wegfall von Klimarisiko-Prozessen. Nachteilig ist ohne Zweifel das amerikanische Rechtssystem, das erhebliche Risiken für Unternehmen mit sich bringt, aber denen ist die UBS bereits heute direkt und indirekt ausgesetzt. Ohne Zweifel würde ein Wegzug zu einer Welle der Empörung in der Schweiz führen, aber am Ende bliebe den Kunden kaum eine Alternative, denn es gibt in der Schweiz keine andere Grossbank auf dem Niveau der UBS.
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17.09.2025 - Mikey Fritz

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