Mittwoch ist Fed-Tag, Deutsche schlägt Erwartungen deutlich und UBS weitet Aktienrückkäufe aus - BÖRSE TO GO
Signalisiert Kevin Warsh heute eine Zinserhöhung im 2. Halbjahr?
Signalisiert Fed-Chair Warsh eine Zinswende am Mittwochabend? Die Börse erwartet keine Zinserhöhung im Juli, bereitet sich aber auf steigende Zinsen im Rest des Jahres vor. Die Deutsche Bank schlägt alle Erwartungen. Sowohl beim Ertrag als auch beim Ergebnis bleibt die deutsche Großbank weit über Analystenschätzungen. Die UBS hat die Gewinnerwartungen für das 2. Quartal deutlich geschlagen. Der Gewinn wuchs im Jahresvergleich um 17 %, was zu einer Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms führt.
Der Handel in Asien ist am Mittwochmorgen zweigeteilt in China und den Rest. Während alle chinesischen Benchmarks steigen können, erlebt insbesondere die Börse in Seoul einen sehr volatilen Verlauf. Im Mittelpunkt des Sell-offs steht erneut SK Hynix (US78392B1070). Nach Vorlage des Berichts zum 2. Quartal und dem neuen Ausblick fallen die Aktien zeitweise mehr als -12 %, da der Speicherchiphersteller 31 Mrd. US-Dollar investieren will. Das wiederum schickt den KOSPI in die Tiefe, was dazu führt, dass der Börsenhandel in Seoul zum ersten Mal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unterbrochen werden musste, um die Anleger zu beruhigen. Der KOSPI hatte am Dienstag -10,84 % tiefer geschlossen und notierte auch am Mittwoch zeitweise zweistellig im Minus. Der Terminmarkt ist vor Eröffnung des europäischen Handels noch im Minus, aber die Verluste haben sich zum Ende der asiatischen Sitzung hin deutlich verringert. Vorbörslich wird der DAX-Future -0,35 % tiefer bei 25.492,50 Punkten gesehen.
Am Dienstag konnte die Börse Frankfurt noch einen weiteren positiven Handelstag beenden. Alle deutschen Benchmarks stiegen, wobei der MDAX mit einem Zuwachs von 0,90 % auf 32.395,32 Punkte die Führung übernahm. Getragen wurde der Gewinn von Bechtle (DE0005158703), die um 14,80 % auf 37,08 Euro sprangen nach einer Erhöhung der Jahresprognose. Der TecDAX folgte dicht auf mit einem Anstieg um 0,74 % auf 3.837,11 Punkte, während der SDAX und der DAX nur um 0,42 % bzw. 0,41 % zulegen konnten.
Der Handel an der Wall Street verlief differenzierter. Der Dow Jones Industrial Average Index führte die Liste der Gewinner mit einem Anstieg um 1,03 % auf 52.747,32 Punkte an. Die Aktie mit dem höchsten Tagesgewinn war Sherwin-Williams (US8243481061), die um 8,25 % auf 354,27 US-Dollar sprangen, nachdem der Farbenhersteller seine Prognose erhöht hatte. Der S&P 500 Index konnte nur leicht zulegen um 0,21 % auf 7.428,78 Punkte, während der Nasdaq 100 Index deutlich um -0,98 % auf 27.763,13 Punkte abgab. Belastend wirkten erneut die Aktien von SanDisk (US80004C2008), die am Dienstagabend -14,25 % tiefer bei 1.096,10 US-Dollar schlossen.
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Fed-Zinsentscheidung voraus
Heute dreht sich alles um die Zinsentscheidung der Federal Reserve am Abend. Um 20:00 Uhr bekommen wir die neue Fed Funds Target Rate und die einhellige Erwartung der Anleger ist, dass die US-Notenbank den Dollar-Leitzins unverändert bei 3,75 % belassen wird. Und das, obwohl die Energiepreise zuletzt erneut starken Schwankungen unterlagen. Ein Zustand, der sich erst wieder legen wird, wenn der Iran-Krieg beendet wird, was derzeit nicht in Sicht ist. Der neue Fed-Chair Kevin Warsh wird allerdings vom US-Anleihemarkt herausgefordert und auf sein Motto „Inflation ist eine Wahl“ festgenagelt werden. Zwar nahm der Offenmarktausschuss auf seiner ersten Sitzung unter der Führung von Warsh den Bias für eine Zinssenkung zurück, aber man sprach sich gleichzeitig auch nicht für eine Zinserhöhung aus. Darauf wird heute zu achten sein. Der Anleihemarkt wiederum hat sich klar positioniert: Er will eine Zinserhöhung, um das lange Ende weiterhin zu verankern.
Deutsche schlägt Erwartungen deutlich
Hut ab. Die Deutsche Bank (DE0005140008) hat ein sehr gutes Quartal vorgelegt und hat die Erwartungen der Analysten sowohl beim Ertrag als auch beim Ergebnis deutlich geschlagen. Insgesamt erlöste man im 2. Quartal 8,48 Mrd. Euro, was einem Wachstum von 8,7 % im Jahresvergleich entspricht. Die Konsensschätzung der Analysten lag hier bei 8,13 Mrd. Euro. Besonders stark entwickelt sich der Handel mit Festverzinslichen, die eine Spezialität der Deutschen Bank sind. Die Händler erreichten hier ein Wachstum von 16 % auf 2,6 Mrd. Euro (Konsens: 2,41 Mrd. Euro), was sogar über dem Durchschnittswachstum der konkurrierenden Wall Street Banken lag, deren Schnitt bei +13 % liegt. Auch beim Ergebnis überraschte man positiv. Nach Steuern weist man den Aktionären einen Gewinn von 1,91 Mrd. Euro nach 1,73 Mrd. Euro vor einem Jahr aus. Ein Rekord für das 2. Quartal. Die Börse hatte sich hingegen auf einen Gewinnrückgang auf 1,67 Mrd. Euro eingestellt. Der Vorstand beteiligt die Aktionäre am Erfolg mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm im Wert von 500 Mio. Euro.
UBS weitet Aktienrückkäufe aus
Die UBS (CH0244767585) wuchs im 2. Quartal im Jahresvergleich, aber nicht sequenziell. Mit einem Ertrag von 13,7 Mrd. US-Dollar wuchs die Schweizer Großbank um mehr als 13 % im Jahresvergleich. Das hohe Niveau vom 1. Quartal 2026, als man einen Ertrag von 14,24 Mrd. US-Dollar erreichen konnte, übertraf man jedoch nicht. Die Profitabilität stieg im Vergleich zum 2. Quartal 2025 überdurchschnittlich stark um rund 17 % auf 2,8 Mrd. US-Dollar von zuvor 2,395 Mrd. US-Dollar. Die Analysten hatten im Schnitt nur ein sehr kleines Gewinnwachstum auf 2,47 Mrd. US-Dollar erwartet. Ebenfalls erfreulich für die Aktionäre ist, dass die UBS heute bekannt gab, dass man in den kommenden 12 Monaten zusätzlich 3 Mrd. US-Dollar investieren wird, um eigene Aktien zurückzukaufen. Eine Maßnahme, die insbesondere bei institutionellen Investoren sehr beliebt ist. Für das laufende 3. Quartal gab man nur vage an, dass man eine leichte Verbesserung zum 2. Quartal anstrebt.
Tagestermine
Die importierte Inflation bleibt hoch, aber der Druck ließ im Juni etwas nach. Der Importpreisindex bewegte sich im vergangenen Monat bei 6,1 % im Jahresvergleich. Das ist ausgesprochen hoch und in Teilen den gestiegenen Energiepreisen geschuldet, aber der Anstieg liegt deutlich unter dem Niveau vom Mai, als der Importpreisindex noch um 6,8 % stieg.
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29.07.2026 - Mikey Fritz

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