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BoE rechnet mit langsamerer Erholung

Britische Notenbank lässt Geldpolitik unverändert

 

Die Bank von England (BoE) wird die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches in der aktuellen Jahrhundertrezession weiter stützen. Dies teilte die Nachrichtenagentur Reuters heute mit.

Bei ihrer turnusmäßigen Sitzung in dieser Woche beließ die BoE den Leitzins weiter bei 0,1 %. Und auch der Umfang ihres Wertpapierkaufprogramms blieb mit 745 Mrd. britischen Pfund gleich. Dieses Ankaufvolumen wird jedoch aller Voraussicht nach Ende des Jahres erreicht sein.

Die BoE schätzt zudem die Wirtschaftsentwicklung der kommenden Monate so ein, dass die britische Volkswirtschaft sein Vorkrisen-Niveau nicht schon im 2. Halbjahr 2021, sondern erst Ende 2021 erreichen wird. Die relativ skeptische Konjunkturprognose verstärkte aber auch die Zuversicht, dass die Notenbank die Wirtschaftserholung weiter unterstützt.

 

Westminster

Bildnachweis: © Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson

 

Denn parallel zur aktuellen Krise läuft Ende Dezember 2020 die Übergangsfrist nach dem britischen EU-Austritt aus, bis zu deren Ende ein neues Freihandelsabkommen vereinbart werden soll. Bei den stockenden Brexit-Verhandlungen ist aktuell keine schnelle Einigung zu erwarten.

Die BoE könnte deshalb bei ihrem Wertpapierankaufprogramm auch vor diesem Hintergrund Ende des Jahres noch einmal nachlegen - womöglich um zusätzliche 70 Mrd. Pfund. Die BoE hatte das Volumen bereits im Juni um 100 Mrd. Pfund angehoben.

Die Notenbank geht in ihrer aktualisierten Prognose davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um 9,5 % sinkt. Dies entspricht einem Absturz der Konjunktur, wie ihn Großbritannien seit rund 100 Jahren nicht mehr erlebt hat. Nächstes Jahr soll das BIP dann wieder um 9 % wachsen.

Die Bank von England erklärte weiter, dass sie die Geeignetheit negativer Leitzinsen als geldpolitisches Kriseninstrument prüft. Dies könnte sich aber negativ in den Bankenbilanzen niederschlagen.

 

Fazit

 

Die britische Notenbank geht geldpolitisch so expansiv wie nötig vor, hält sich aber alle Optionen offen. Man ist sich der Gratwanderung, bei der ein Vertrauensverlust in die Zentralbank ebenfalls ein wesentlicher Faktor ist, durchaus bewusst. Die Kippen Brexit und die Neuausrichtung der britischen Außenhandelspolitik bleiben aber neben der Coronakrise die zentralen ,,Hot Spots‘‘.

 

06.08.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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