SAP lässt Tempo vermissen, Microsoft schürt Zweifel, Steigende Schulden verunsichern die Aktionäre von Oracle und sogar bei Nvidia sind die Bären nicht untätig
Die Angst vor der KI-Blase bleibt ein ständiger Begleiter
Unter den KI-Aktien gab es in dieser Woche durchaus erfreuliche Entwicklungen zu sehen. Allen voran punktete Meta mit nochmals höheren Investitionsvorhaben, welche bei der Vorstellung hervorragender Quartalszahlen angekündigt wurden. Doch anderswo scheinen die Sorgen zu wachsen und die Angst vor dem Platzen der (mutmaßlichen) KI-Blase scheint wieder etwas größer geworden zu sein.
Im Falle von SAP (DE0007164600) war es nicht nur KI, was die Anleger zuletzt tief verunsicherte. Für den großen Schock sorgte vor allem ein nachlassendes Tempo beim Cloud-Wachstum, was allerdings mit dem KI-Thema durchaus verknüpft ist. Erschrocken zeigten sich Analysten insbesondere vom Auftragsbestand bei Cloud-Diensten, der währungsbereinigt um 25 Prozent zulegen konnte. Damit lag SAP knapp unter dem selbstgesteckten Ziel von wenigstens 26 Prozent. Unter dem Strich lieferte SAP allerdings mehr als solide Zahlen.
Das reicht aber schlicht nicht, um die Anleger in Ekstase zu versetzen. Nachdem die Erwartungen an Cloud und KI in schwindelerregende Höhen geschossen sind, reichen an der Börse schon minimale Schwächesignale, um einen kleinen Exodus auszulösen. Obschon die SAP-Aktie sich am Freitag wieder etwas erholen konnte, blickt das Papier auf einen Abschlag von 13 Prozent im 5-Tages-Vergleich. Das Unternehmen selbst gibt sich gelassen und will Cloud- sowie KI-Strategie wie geplant fortsetzen.
Microsoft verliert an Schwung
Auch bei Microsoft (US5949181045) bekamen die Anteilseigner ein eigentlich sehr gesundes Zahlenwerk mit Milliardengewinnen zu sehen. Doch auch in diesem Fall störten die Märkte sich massiv daran, dass das Wachstumstempo im Vergleich zu vergangenen Tagen etwas nachgelassen hat. Unter dem Strich fiel der operative Gewinn mit 38,3 Milliarde US-Dollar sogar höher aus, als es Analysten im Vorfeld erwartet hatte.
Im vielbeachteten Cloudsegment konnte Microsoft die hohen Erwartungen allerdings „nur“ erfüllen, was als Enttäuschung aufgenommen wurde. Dadurch stellen sich offenbar auch mehr Anleger die Frage, ob die massiven Investitionen in KI-Rechenzentren noch zu rechtfertigen sind. Kursabschläge von knapp acht Prozent in der ausgelaufenen Handelswoche zeigen unmissverständlich, dass die Zweifel wachsen. Der Kurs landete zum Wochenende bei 430,29 Dollar. Das Allzeit-Hoch bei 555,45 Dollar ist mittlerweile in weite Ferne gerückt.
Oracle schwächelt schon länger
Obschon Oracle (US68389X1054) in den letzten Tagen keine Hiobsbotschaften vermeldete, wurde der Kurs der Aktie weiter in die Tiefe gedrückt. Schon seit Längerem hat der Softwarekonzern es mit skeptischen Blicken zu tun. Das liegt vor allem daran, dass milliardenschwere Investitionen in KI-Infrastruktur auf Pump finanziert werden. Der Schuldenstand steigt in einem atemberaubenden Tempo und offensichtlich sehr viel schneller, als es den Anteilseignern lieb wäre.
Wachsende Zweifel am Zustand der KI-Branche setzten der Oracle-Aktie in den letzten Tagen zu. Der Kurs gab in dieser Woche um weitere 7,1 Prozent bis auf 164,58 Dollar zu Handelsschluss am Freitag nach. Damit hat der Wert der Aktie sich seit dem 52-Wochen-Hoch bei 345,72 Dollar bereits mehr als halbiert. Von KI-Euphorie kann in diesem Fall wahrlich nicht mehr die Rede sein. Die größten Skeptiker sehen Oracle gar als potenziell schwächstes Glied der Kette, welches eventuell das Platzen einer Blase auslösen könnte.
Nvidia auf der Verkaufsliste
Trotz latenter Zweifel am KI-Wachstum hier und dort steht Nvidia (US67066G1040) in den Augen der meisten Anleger weiterhin auf der Gewinnerseite. Das gilt wahrscheinlich umso mehr, nachdem doch noch Importgenehmigungen für H200-Chips in China erteilt wurden. Der Goldrausch ist noch nicht vorbei und Nvidia verkauft fleißig die Schaufeln mit fürstlichen Margen. Der Aktienkurs schrieb zuletzt keine Rekorde, blieb aber auf sehr hohem Niveau. Stolze 191,13 Dollar konnten gestern zu Handelsschluss bewundert werden.
Allerdings scheint nicht jeder davon überzeugt zu sein, dass es von hier aus noch sehr viel weiter aufwärts gehen kann. Mit dem norwegischen Staatsfonds trat anscheinen bereits im zweiten Halbjahr 2025 ein großer und mächtiger Player den Rückzug an. Wie kürzlich bekannt wurde, fiel der Anteil von Nvidia im Portfolio von zuvor 1,36 auf 1,26 Prozent. Das ist noch kein Ausstieg im großen Stil. Vielleicht versteckt sich darin aber ein Hinweis darauf, dass institutionelle Investoren KI-Risiken abzubauen gedenken.
Blasenrisiko
Ob wir es bei KI nun wirklich mit einer Blase zu tun haben oder das disruptive Potenzial der Technologie vielleicht sogar noch unterschätzt wird, darüber gehen die Meinungen noch immer auseinander. Auch an dieser Stelle lässt sich nicht abschließen klären, was die Zukunft bereithalten mag. Aus Anlegersicht ist es aber vermutlich nicht ungesund, sämtliche vorstellbaren Szenarien gedanklich durchzuspielen. Denn Risiken sind zweifellos vorhanden. Ob jene noch vertretbar sind, um auf der anderen Seite die verführerischen Chancen nutzen zu können, das kann am Ende des Tages nur jeder für sich selbst entscheiden.
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31.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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