Apples Ausblick ist bittersüss
Comeback in China - Apple trumpft im Dezember-Quartal auf
Apple überrascht positiv - sowohl beim Abschluss als auch beim Ausblick. Die Börse zeigt sich reserviert, und das hat auch gute Gründe, denn neben dem ungeklärten Timing des Wechsels an der Spitze wird die G&V immer stärker vom iPhone dominiert. Das Klumpenrisiko kann Apple zum Verhängnis werden, wenn wir einen ersten AI-Blockbuster im Hardwarebereich bekommen.
Die Abhängigkeit vom iPhone wird bei Apple (US0378331005) immer ausgeprägter. Und das nicht nur im Hinblick auf den Anteil am Gesamtumsatz, sondern vor allem beim Anteil des Wachstums. Im Dezember-Quartal, das ausgesprochen stark und besser als erwartet ausgefallen ist, erreichte das iPhone einen Umsatzanteil von 59 % am Gesamtumsatz. Natürlich durch die Neueinführung des iPhone 17 überzeichnet. Aber diese saisonale Überzeichnung hat Apple in jedem Dezember-Quartal, weswegen der Vergleich zum Vorjahr angebracht ist. Und hier zeigt sich:
Die Nachfrage nach iPhones ist signifikant gestiegen. Gemessen am Umsatz reden wir von einem Wachstum im Jahresvergleich von mehr als 23 %. Woher zog Apple das Wachstum? Zum einen daraus, dass die Nachfrage sich immer stärker auf die Premiummodelle von Apple fokussiert. Selbst das neue iPhone Air, womit man sich eine neue Design-Richtung eröffnen wollte, kann die Anziehungskraft des iPhone Pro nicht schlagen. Zum anderen erarbeitete sich Apple in allen Regionen neue Rekordumsätze mit dem iPhone. Überragend wichtig ist dabei, dass man in China wieder obenauf ist, wo man zuvor seit Längerem sukzessive Marktanteile verloren hatte. Dort erzielte man insgesamt einen Umsatz im Dezember-Quartal von 25,53 Mrd. US-Dollar - ein Wachstum von satten 38 % (Konzernweites Wachstum: 15,7 %). Schaut man sich an, wie viel allein China zum Wachstumssprung im letzten Quartal beigetragen hat, sind dies 35 % des absoluten Deltas von 19,46 Mrd. US-Dollar an zusätzlichem Umsatz. Um es noch deutlicher zu machen: Keine Region hat mehr zum Wachstum beigetragen als China.
Apples Ausblick ist bittersüss
Das Problem liegt im Klumpenrisiko. Der Erfolg des iPhones allein reicht aus, um die Apple Aktien im Trend weiter zu tragen. Keine Frage. Aber der Innovationsgrad des iPhones - auf Hard- und Softwareebene - stagniert seit letztem Jahr nicht mehr, sondern ist rückläufig. Besonders deutlich wird das an der Qualität der Software. Die Zahl der Fehler steigt und das Design-Team hat es geschafft, den ausserordentlich hohen Nutzern der intuitiven Benutzerführung durch mangelhafte Design-Entscheidungen zu verringern. Das macht das Kernprodukt von Apple anfällig. Vor allem dann, wenn in diesem Jahr ein Technologiekonzern mit einem AI-Gadget auf den Markt kommt, das das iPhone alt aussehen lässt und quasi einen Nokia-Moment erzeugt.
Die restlichen Kategorien bieten Apple keinen Schutz. Mac, iPad oder die sonstigen Geräte wie Apple Watch, HomePod, usw. entwickelten sich deutlich schlechter. Die Umsätze mit Macs und den sonstigen Geräten waren sogar rückläufig, während das iPad um wenigstens 6 % wachsen konnte. Erfreulich bleiben weiterhin die digitalen Dienstleistungen, wie das Streaming- und Cloudgeschäft sowie der App-Store. Ein ordentliches Plus von 14 %, wobei es auch die grösste Kategorie hinter dem iPhone ist. Es ist jedoch keine echte Risikodiversifizierung, da eine enge positive Korrelation zu den iPhone-Verkäufen besteht. Jeder, der ein neues iPhone kauft, benutzt im Zweifel auch die Dienste. Würde der Kunde zu einem neuen bahnbrechenden Produkt eines Konkurrenten wechseln, wie seinerzeit die Nokia- und Blackberry-Kunden zum iPhone, dann verliert Apple nicht nur die zukünftigen iPhone-Verkäufe, sondern auch die Umsätze aus dem zugehörigen Ökosystem an Dienstleistungen.
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31.01.2026 - Mikey Fritz

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