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Meta in Erklärungsnot, Geschäftszahlen von Tesla werden gekonnt ignoriert, Blasen-Angst bei Microsoft und Mastercard überrascht mit hohen Gewinnen

Sorgenfrei scheinen die Märkte nicht durch die Berichtssaison zu kommen

NTG24 - Meta in Erklärungsnot, Geschäftszahlen von Tesla werden gekonnt ignoriert, Blasen-Angst bei Microsoft und Mastercard überrascht mit hohen Gewinnen

 

Es drängt sich derzeit ein wenig der Eindruck auf, als würden die Märkte sich immer mehr von der Realität entkoppeln. Negative Entwicklungen werden zumindest bei einigen Titeln schlicht ignoriert und in den Vordergrund stehen vor allem bunte Zukunftsfantasien, so vage solche auch sein mögen. Allerdings klappt es nicht überall, Enttäuschungen einfach beiseite zu wischen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIm Falle von Meta (US30303M1027) sehen die Anleger großzügig über immer höhere Ausgaben für KI-Rechenzentren hinweg. Manch einer begrüßt das Ganze sogar, da die Facebook-Mutter mit dem boomenden Werbegeschäft enorme Gewinne einfährt und sich die eine oder andere Zukunftswette erlauben kann. Das hebt den Konzern klar von anderen Playern wie OpenAI oder Oracle ab. Die Aktie legte gestern nach Zahlen um etwas mehr als zehn Prozent auf 738,31 US-Dollar. Frei von Gegenwind ist Meta allerdings nicht.

 

 

 

Der Konzern bekommt es mit den US-Strafverfolgungsbehörden zu tun, nachdem laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Klage aufgrund des Umgangs mit privaten Nachrichten von WhatsApp eingereicht wurde. Der Vorwurf lautet, dass Mitarbeiter, trotz des Versprechens einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, vollen Zugriff auf private Chats hätten. Meta streitet diese Darstellung strikt ab, doch allein die Tatsache, dass über derartige Dinge diskutiert wird, könnte noch für unerfreuliche Entwicklungen sorgen.

 

Tesla im Jubelmodus

 

Noch sehr viel heftiger gerät derzeit Tesla (US88160R1014) unter Druck. Denn anders als bei Meta stimmen die Fundamentaldaten hier vorne und hinten nicht mehr. Die Absatzzahlen sind im vergangenen Jahr eingebrochen, die Umsätze erstmals zurückgegangen und statt das schwer betagte Portfolio zu überarbeiten, fliegen nun auch noch Model S und Model X aus dem Programm. Tesla befindet sich klar im Sinkflug.

Davon lässt sich CEO Elon Musk aber kein bisschen beeindrucken. An klassischen Elektroautos scheint er schlicht das Interesse verloren haben. Stattdessen soll mit Robotaxis und humanoiden Robotern für große Revolutionen gesorgt werden. Die dahingehenden Versprechen kommen einem bekannt vor, und bisher konnten Musk und Tesla noch nichts davon einhalten. Dennoch lassen die Anleger sich auf das Abenteuer ein. Die Tesla-Aktie bewegte sich in dieser Woche stabil auf hohem Niveau und Abschläge von 3,2 Prozent am Donnerstag konnten nachbörslich nahezu vollständig wieder ausgeglichen werden.

 

Microsoft überzeugt die Börse nicht

 

Größere Zweifel scheinen sich breitzumachen, wenn es um Microsoft (US5949181045) geht. Dort fielen die Zahlen weitaus besser aus als bei Tesla und es ließ sich im letzten Jahr weiterhin ein respektables Wachstum erkennen. Doch für das laufende Quartal werden bei den Cloud-Umsätzen „nur“ noch Aufschläge von 37 bis 38 Prozent in Aussicht gestellt. Das ist nicht das Tempo, das sich die Aktionäre erhofft hatten.

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Zusätzlich steigen die Ausgaben für KI-Investitionen weiter, und im Cloudgeschäft ist der defizitäre Partner OpenAI wohl für einen wesentlichen Anteil aktueller Verträge verantwortlich. All das treibt die Sorge an, dass wir es vielleicht doch mit einer Blase zu tun haben könnten. Statt auf das Platzen selbiger zu warten, nahmen viele Anleger gestern schon vorsichtshalber Reißaus und der Aktienkurs sank um zehn Prozent auf 433,50 Dollar.

 

Mastercard verdient gut

 

Schon fast bodenständig wirken im Vergleich zu wilden KI-Spekulationen die Geschäfte von Mastercard (US57636Q1040), die sich im zurückliegenden Quartal überraschend gut entwickeln. Sichtlich erfreut berichtete das US-Unternehmen, dass der Nettogewinn von 3,34 auf 4,06 Milliarden Dollar verbessert werden konnte. Im Weihnachtsgeschäft profitierte Mastercard von konsumfreudigen Verbrauchern, die sich mehrfach auf Schnäppchenjagd begaben.

Angesichts der insgesamt noch immer mauen Verbraucherstimmung hatten die Börsen mit derart guten Ergebnissen nicht gerechnet. Jene begründen sich auch auf tatsächlichen Geschäften, und nicht nur auf blumigen Zukunftsfantasien. Das scheint die Aktie wieder interessanter werden zu lassen. Die Käufer bedankten sich für die hervorragenden Ergebnisse artig mit einem Kursplus von 4,3 Prozent und der Kurs verbesserte sich auf 543,73 Dollar. Eine Marktkapitalisierung von 490 Milliarden Dollar mag im Vergleich zu den KI-Giganten überschaubar wirken. Allerdings sind auch die Risiken im Falle einer kollektiven Enttäuschung sehr viel geringer.

 

Zukunftswetten

 

Die Entwicklung der Mastercard-Aktie wirkt nachvollziehbar und fast schon altmodisch. Dem gegenüber stehen Kursentwicklungen im KI-Bereich, die an der Realität schon mal ganz und gar vorbeiziehen können. Ob das wirklich eine gesunde Entwicklung sein kann, sei dahingestellt. Doch je mehr sich Kurse von belastbaren, harten Zahlen entfernen, desto unschöner könnte das Aufwachen sein, sollte der Traum von KI, selbstfahrenden Autos und Robotik-Durchbrüchen sich doch als etwas zu groß erweisen.

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30.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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