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Kryptowährungen Ethereum und Bitcoin und die Charttechnik: Wo ist mehr Dampf im Kessel?

Ethereum und Bitcoin – was sagt die Charttechnik?

 

Die vergangenen Tage haben mehr oder weniger quer über das Kryptouniversum explosionsartige Aufwärtsbewegungen gesehen. Die Gründe dafür sind je nach Kryptowährung zum Teil unterschiedlich, aber was diese Aufwärtsbewegung gemeinsam haben, ist ihre Signalstärke.

Wenn immer mehr Notenbanken über digitales Zentralbankgeld sinnieren und mehr oder weniger hastige Schritte in diese Richtung unternehmen sowie gleichzeitig permanent über die Abschaffung des Bargeldes gesprochen wird, darf man sich nicht wundern, wenn Institutionen und Personen, welche Ersterem mit Skepsis gegenüberstehen und Letzeres höher schätzen als der bisherige Quasi-Geldmonopolist Staat, sich nach Alternativen umschauen.

Und auch wenn die Risiken und Einwände nach wie vor im Raum stehen und real sind, so ist die Macht des Faktischen umso größer, je ,,alternativloser‘‘ diese Alternativen werden! Hierzu gehören auch Edelmetalle, aber eben zumindest in den Augen einer wachsenden Zahl von Marktteilnehmern auch Kryptowährungen.

Die jeweiligen Eigenschaften einer speziellen Kryptowährung, aus denen sich ihre Vorteilhaftigkeit gegenüber ihren Alternativen ergibt, bilden dabei ein zentrales Differenzierungskriterium für den Markt. Ein weiteres ist, wie die Ermittlungen der US-Finanzaufsicht gegen Ripple zeigen, das regulatorische.

Der Charttechnik kann all dies egal sein. Der Spruch ,,Der Markt hat immer Recht‘‘ ist richtig und falsch zugleich. Denn wenn der Markt überreguliert ist oder Marktformen keine freie Preisbildung mehr ermöglichen, weil effektiver Wettbewerb fehlt, so ist die Signalfunktion des Preises gestört und dieses damit wertlos.

Geht man aber davon aus, dass dies bei Kryptowährungen (noch) nicht der Fall ist, so lohnt ein Blick auf die Charttechnik.

An dieser Stelle sollen nur zwei technische Signale betrachtet werden, und zwar die Signalfunktion eines neuen Allzeithochs und jenes, welches sich aus den Fibonacci-Retracements ergibt.

Chart 1 zeigt die relative Entwicklung von Ethereum und Bitcoin. Die gepunkteten Linien zeigen das jeweilige Allzeithoch (bei Bitcoin vor dem neuen Break).

Je nachdem, welche Ausgangsbasis man nimmt, ist die absolute Entwicklung beider Kryptowährungen zwar unterschiedlich. Was aber unabhängig davon bleibt ist das Signal, das Bitcoin sein Allzeithoch explosiv und deutlich überwunden hat, Ethereum jedoch nicht.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNimmt man nun an, dass aus Investorensicht das Argument eine Rolle spielt, ob eine bestimmte vergleichbare Kryptowährung Nachholbedarf hat, so ergibt sich hier ein Kaufargument für Ethereum und gegen Bitcoin im Sinne der Strategie: Short Bitcoin, go long Ethereum.

Wie stark die Aufwärtsdynamik bei Ethereum ist, hängt auch von der Kraft im Preischart ab, in einer Korrektur wieder nach oben Eigendynamik zu entwickeln. Die Hindernisse zeigen sich in den Fibonacci-Retracements, welche in Chart 2 abgebildet sind.

Dabei wird sichtbar, dass Ethereum in den vergangenen Tagen sowohl sein 50 %-Retracement, sein 61,8 % - Retracement als auch intraday sein 78,6 % - Retracement überwunden hat.

 

 

Dies deutet darauf hin, dass Ethereum nach Abschluss seines ausgedehnten Doppelbodens bald einen Angriff auf sein bisheriges Allzeithoch unternehmen dürfte. Die deutlich gestiegenen Umsätze bestätigen dies.

Gleichwohl ist, wie ein spiegelbildlicher Blick auf die scharfe Erholung nach dem Absturz Anfang 2018 zeigt, ein scharfer Einbruch im Sinne einer Zeitraffer-Korrektur jederzeit möglich, welche sogar auf Tagesbasis bis in den Bereich von 500 Dollar führen könnte, jederzeit möglich.

 

Fazit

 

Die deutlich erhöhte Aufmerksamkeit des Kapitalmarktes gegenüber Kryptowährungen erhöhen ohne Zweifel die Liquidität des Marktes und durch die steigenden Preise auch die Liquidität, solange die Geld-Brief-Spannen hinreichend klein bleiben.

Ein Vergleich von Bitcoin und Ethereum ergibt eine relative Attraktivität von Ethereum, aus der auch eine Handelsstrategie abgeleitet werden kann.

Die innere Stärke der Aufwärtsbewegung von Ethereum wird durch das schnelle Überwinden wichtiger Fibonacci-Retracements bestätigt. Der explosionsartige Preisanstieg macht jedoch eine Konsolidierung sehr wahrscheinlich. Auch wenn offen ist, ob dies erst nach Überwinden des bisherigen Allzeithochs geschieht oder bereits zuvor, so erscheint das Kurspotenzial aus charttechnischer Sicht durch eine mögliche ,,Nachholbewegung‘‘ von Ethereum größer als bei Bitcoin.

 

05.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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