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Ratingagentur Fitch senkt Bonitätsausblick Japans auf ,,negativ‘‘

Fitch senkt Rating-Ausblick für Japan wegen Corona-Krise auf "negativ"

 

Die Ratingagentur Fitch hat im Kontext der Coronavirus-Pandemie den Ausblick für Japan für die Bonität Japans auf ,,negativ‘‘ gesenkt. Zuvor war der Zustand der japanischen Volkswirtschaft und der des Staatshaushaltes noch mit ,,stabil‘‘ bewertet worden.

Das Rating für die Kreditwürdigkeit selbst ließ die Ratingagentur noch unverändert bei ,,A‘‘.

 

Japan

Bildnachweis: © Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson

 

Zur Begründung teilte Fitch mit, dass die Corona-Pandemie zu einem starken volkswirtschaftlichen Wachstumseinbruch geführt habe.

Der Schock sei dabei sowohl aufseiten der Verbraucher als auch bei den Unternehmen deutlich spürbar.  So würden niedrigere Konsumausgaben und schwächere Unternehmensinvestitionen noch durch einen enormen Rückgang der Exporte verschärft, da parallel auch die Nachfrage nach japanischen Waren und Dienstleistungen im Ausland einbricht.

Bis zum 4. Quartal 2021 sieht die Ratingagentur keine wirtschaftliche Erholung. Für das laufende Jahr erwartet Fitch eine Schrumpfung der japanischen Volkswirtschaft um 5 %, bevor das Wachstum im kommenden Jahr dann wieder 3,2 % betragen soll, womit aber das BIP-Niveau vor der Corona-Krise noch nicht wieder erreicht wäre.

Die fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen dürften zu einem deutlich höheren Staatsdefizit in diesem und im nächsten Jahr führen. Dabei erwartet die Agentur für 2020 ein Staatsdefizit von 14,3 % des BIP, für 2021 eines von 10,9 % und für 2022 von 5,3 %.

Die nominale Staatsverschuldung insgesamt wird im Zuge dessen wohl 2020 auf 259 % des BIP steigen und sich 2021-2022 in der Nähe des Niveaus von 260 % einpendeln.

 

Fazit

 

Die Senkung des Ausblicks für die Kreditwürdigkeit Japans ist ein weiteres Anzeichen für eine umfassende Staatsschuldenkrise weltweit. Explodierende Kosten der kurzfristigen Liquiditätssicherung der Wirtschaftsteilnehmer über Garantien und Zuschüsse gefährden mittelfristig die nachhaltige Finanzierung der Gesamtschulden des Staates. Trotz Negativ- und Nullzinsen ist damit die Frage, wie diese Schulden überhaupt zurückgezahlt werden sollen, de facto unbeantwortet. Denn bisher wurden Altschulden in der Regel durch die Neuemission von Staatsanleihen refinanziert. Dies zeigt, dass in Zukunft ein genauerer Blick auf die Bonität des Schuldners, auch über die Ratingagenturen hinaus, notwendig werden wird.

 

29.07.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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