Barry Callebaut muss die Führung ersetzen
Der Chefwechsel und Zwischenbericht drücken auf die Stimmung bei Barry Callebaut
Der Zwischenbericht und der plötzliche Chefwechsel drücken bei den Barry Callebaut Aktien auf die Stimmung. Unsicherheit ist in Zürich aufgekommen, ob wir im April ein „Kitchen-Sink-Quarter“ vom neuen CEO präsentiert bekommen.
Offiziell hat Barry Callebaut (CH0009002962) die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 bestätigt. Aber zwischen den Zeilen schwingt eine gewisse Vorsicht mit. Insbesondere im Hinblick auf das laufende 1. Fiskalhalbjahr ging der Kakao- und Schokoladenriese verbal in die Defensive und spielt die „Zukunftskarte“: Man sieht vor allem eine Aufhellung im 2. Fiskalhalbjahr (31. August 2026). Der Zwischenbericht für das 1. Fiskalquartal (30. November 2025) ist kein vollständiger Bericht, sondern enthält nur die Angaben zu Absatz und Umsatz. Und hier ergab sich ein Bild, das der Börse nicht unbedingt gefällt, denn:
Der Absatz schrumpfte noch einmal deutlich. Insgesamt ging der Absatz um -9,9 % auf nur noch 509.401 Tonnen zurück, während man gleichzeitig den Umsatz um 6,4 % auf 3,669 Mrd. Franken erhöhen konnte. Währungsbereinigt ergab sich sogar ein Plus von 8,9 %, was sehr ordentlich ist. Doch im Hinblick auf die Bewertung der Aktien und die zukünftigen Kurssteigerungen schaut die Börse in erster Linie auf den Absatz und erst in zweiter Linie auf den Umsatz, denn nur wenn ersterer stimmt, wird auch zweiterer folgen. Am Rande muss ich erwähnen, dass die Produktion einer der grössten Fabriken in Nordamerika im 1. Fiskalquartal für drei Wochen eingestellt werden musste, nachdem eine zentrale Röstmaschine kaputt gegangen war. Dieser Ausfall zeigt uns zwei Dinge auf: 1) Das Absatzvolumen kann im laufenden 2. Fiskalquartal deutlich besser ausfallen. 2) Der Ausfall einer zentralen Röstmaschine deutet auf überzogene Sparmassnahmen bei den notwendigen Wartungsarbeiten hin.
Mit der Dividende können wir allerdings sehr zufrieden sein. Das Unternehmen hat am 14. Januar die Jahresdividende von 29 Franken an die Aktionäre ausgekehrt. Das entspricht einer Bruttodividendenrendite für unsere Positionen von 2,9 % und 3,0 % p. a. Und das zu einem Zeitpunkt, wo sich die Profitabilität bei Barry Callebaut noch im Keller bewegt hat.
Barry Callebaut muss die Führung ersetzen
Wenig Begeisterung kommt bei dem CEO-Wechsel auf. Dass man Peter Feld von heute auf morgen vor die Tür gesetzt hat, ist kein gutes Zeichen und signalisiert, dass wir in diesem Jahr noch einige negative Überraschungen vom Unternehmen bekommen können. Insbesondere das laufende 2. Fiskalquartal ist prädestiniert, denn der neue Chef - Hein Schumacher - wird es nutzen, um reinen Tisch zu machen, damit er nicht durch die Fehler seines Vorgängers belastet wird. Was es bedeutet, einen enttäuschenden Eindruck beim Aufsichtsrat zu hinterlassen, weiss Schumacher aus erster Hand.
Bei seinem letzten Engagement als CEO von Unilever (GB00BVZK7T90) wurde Schumacher von heute auf morgen vom Aufsichtsrat vor die Tür gesetzt. Warum? Er hat den Lebensmittelriesen nicht schnell genug auf Vordermann gebracht, sich operativ also nicht durchsetzen können. Für Schumachers neue Rolle bei Barry Callebaut spricht, dass er 25 Jahre Erfahrung als Manager in der Lebensmittelindustrie hat und bei Royal FrieslandCampina erst als CFO und dann als CEO gezeigt hat, dass er ein Geschäft erfolgreich führen kann, das von volatilen Rohstoffpreisen geprägt ist.
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22.01.2026 - Mikey Fritz

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