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Künstlerin Naomi Safran-Hon malt Geschichten aus dem Leben

Wenn die Kunst der Sauerstoff des Künstlers ist

 

Vom 30/01/2021 - 28/02/2021, Solo Show in der Galerie RX in Paris.

Vor circa sechs Jahren habe ich Naomi in Bushwick, Brooklyn, bei ihrer zweiten Solo Show "Hard Times: Paintings" in der Slag Gallery kennengelernt. Ihre sanfte und zurückhaltende Art war fesselnd, gleichzeitig aber war auch ihre Entschlossenheit unverkennbar.

Zu dieser Zeit war Bushwick ’das’ coole Kunst Epizentrum in den USA. Das "Bushwick Collective", eine Gruppe von ‘Street Art’ Künstlern, die 2012 von Joe Ficalora gegründet wurde, um die Wände der Nachbarschaft zu bemalen, hat dieses einst kriminalreichste Viertel der Stadt zum absoluten Hot Spot gemacht.

 

 

An diesem Erfolg war unter anderem Roberta’s Pizza maßgeblich beteiligt. Tausende Künstler zogen in verlassene Warenhäuser ein, und viele Galeristen öffneten "outposts" in Bushwick.

 

Roberta's Pizza

 

2019 hieß es, dass die Subway Linie L, die Einzige, die uns nach Bushwick transportieren konnte, zwei Jahre lang einen stark limitierten und am Wochenende sogar fast gar keinen Service anbieten würde, um die von Hurrican Sandy schwer beschädigten Tunnel zu reparieren. Diese Maßnahmen wurden zu einer riesigen Hürde für Bushswicks fragilen wirtschaftlichen Aufschwung. Die meisten der großen Galeristen, die in Bushwick eine Filiale eröffnet hatten, packten ihre Kunst und zogen zurück nach Chelsea in Manhattan.

Naomi wurde in Oxford, England, geboren, zog früh mit ihren Eltern nach Haifa, Israel, wo sie in einem Haushalt von Friedensaktivisten aufwuchs. Volljährig geworden, verweigerte sie aus Gewissensgründen den Militärdienst. Bald darauf, mit 19, erklärte sie: „Ich wollte gehen, ich mochte Israels Politik nicht. Mich haben dort die Unterdrückung von diversen Menschengruppen sowie die schweren Konflikte sehr bedrückt.“

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2004 gewann Naomi ein Stipendium bei der Brandeis University und erhielt 2008 ihren BA Summa Cum Laude und 2010 ihren "Masters in Fine Arts" von der Yale University.

Bei Yale hatte sie gelegentliche Atelierbesuche von dem Kunstsammler John Friedman, den Safran-Hon als „Matchmaker“ bezeichnet. Er stellte sie der Galeristin Irina Protopopescu vor. 2011, ein Jahr nach Naomis Studienabschluss, präsentierte Irina in der Slag Gallery in Chelsea Naomis Werke in der Ausstellung „Absent Present“. Es war ihr erster großer Durchbruch.

Irina erzählte mir, dass sie Safran-Hon diese erste Show ermöglichte, nachdem sie deren Arbeit in der Abschlussklasse in Yale gesehen und ein langes persönliches Gespräch mit der Künstlerin geführt hatte.

Was aus Naomis Arbeiten hervorsticht, ist "die Fragilität menschlicher Erfahrung, der komplizierte Charakter des eigenen Zuhauses und die Wechselfälle ihrer persönlichen wie der kollektiven Identität". Irina betont noch weitere wesentliche Kriterien: „Die Arbeit ist konzeptionell, methodisch, visuell fesselnd, politisch engagiert, ohne dabei eklatant zu sein.“ Sie fügt hinzu: "Und was ich bei Künstlern immer wieder suche, ist, dass die Kunst sozusagen ihr Sauerstoff ist."

 

"Doubled Arched Reflection in My Eye in Purple and Orange", 2017, Acryl, Gouache, Spitze und Zement auf Leinwand und Stoff, Inkjet-Druck 48x 120.5 Zoll (306 x 122cm)

 

Safran-Hons kreative Reise geht Hand in Hand mit einer intensiven Untersuchung der Geschichte der Malerei. Sie nutzt private Räume und Alltagsgegenstände, um die Fragilität menschlicher Erfahrungen und die Komplexität der eigenen Befindlichkeit aufzuzeigen.

Durch die Kombination von Spitze, die für sie das Weibliche darstellt, und Zement - das Männliche - sowie Acryl, Gouache und Pigmenten mit Fotografien zerstörter Wohnhäuser rekonstruiert Safran-Hon in ihrem Atelier Strukturen und kreiert damit Gemälde, die die Geschichten ihrer ehemaligen Bewohner erzählen.

 

Galerie - Naomi Safran-Hon

28.02.2021 - Guenter Maislinger - 99@newyork5000.com

 






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Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

  • Birte Schmidt - 09.03.2021 11:14:46 Uhr

    Toller Bericht!


  • Sylvia Laudien-Meo - 03.03.2021 13:15:29 Uhr

    Safran-Hons Arbeiten sind wirklich sehr interessant und innovativ - ihr Arbeitsprozess fasziniert uns überrascht immer wieder. Der Zement gibt den Werken eine stärkere physische Präsenz. Ähnlich wie Wände.


  • Sylvia Gardner-Wittgenstein - 01.03.2021 22:46:23 Uhr

    Vielen Dank fuer diesen hoch interessanten Bericht ueber Bushwick sowie vor allem die Vorstellung der aeusserst individuelle Kuenstlerin Naomi Safran-Hon, deren Bilder mich sehr beeindrucken. Mit grossem Interesse sehe ich weiteren derartigen Beitragen entgegen.


 

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