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Edelmetall Marktbericht vom 18.04.2026: Gold und Silber - Warum die aktuelle Gemengelage für Anleger brisanter ist als es zunächst aussieht

Beim Silberpreis rückt das Defizit am physischen Markt erneut in den Vordergrund

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 18.04.2026: Gold und Silber - Warum die aktuelle Gemengelage für Anleger brisanter ist als es zunächst aussieht

 

Gold hat die Handelswoche bei 4.833 US-Dollar beendet und damit auf Wochensicht um 1,8 Prozent zugelegt. Silber schloss bei rund 81 US-Dollar und kam im Wochenvergleich auf ein Plus von 6,6 Prozent. Auch im laufenden Monat zeigen beide Metalle Stärke. Damit rücken die Edelmetalle wieder stärker in den Vordergrund der Märkte, denn das Umfeld hat sich zum Wochenschluss spürbar zugunsten von Gold und Silber verändert.

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Der Edelmetallmarkt profitiert derzeit von mehreren Entwicklungen gleichzeitig. Der US-Dollar hat nachgegeben, der Ölpreis ist im Zuge der Entspannung rund um die Straße von Hormus gefallen, und damit leben am Markt erneut Erwartungen auf spätere Zinssenkungen auf. Gerade diese Kombination ist für Gold (TVC:GOLD) besonders wichtig. Sinkende Zinserwartungen erhöhen in der Regel die Attraktivität unverzinslicher Anlagen, während ein schwächerer Dollar die Notierungen zusätzlich stützen kann. Silber (TVC:SILVER) wird davon ebenfalls getragen, reagiert darüber hinaus aber noch sensibler auf konjunkturelle Hoffnungen und Veränderungen in der physischen Nachfrage.

 

 

 

Gold profitiert von veränderter Makrolage

 

Beim Goldpreis fällt vor allem auf, dass sich die Wahrnehmung der geopolitischen Lage innerhalb weniger Tage spürbar verschoben hat. Zu Wochenbeginn hatten die Spannungen rund um den Iran-Konflikt und die Sorge vor steigenden Energiepreisen zunächst belastend gewirkt. Höhere Ölpreise nähren Inflationssorgen, was die Aussicht auf Zinssenkungen dämpfen kann. Inzwischen hat sich dieses Bild etwas aufgehellt.

Mit den gesunkenen Ölpreisen verbinden viele Marktteilnehmer die Hoffnung, dass der Inflationsdruck nicht weiter zunimmt. Genau das hat die Debatte über den geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank neu belebt. Für den Goldpreis ist das ein entscheidender Punkt. Sobald die Erwartung wächst, dass die Zinsen künftig nicht weiter hoch bleiben müssen, verbessert sich das Umfeld für das Edelmetall deutlich. Gold wird dann wieder stärker als Absicherung gegen Unsicherheit und als strategische Beimischung gefragt.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Goldpreis nicht nur auf klassische Krisensignale reagiert. Ebenso wichtig ist derzeit die veränderte Bewertung makroökonomischer Daten und geldpolitischer Perspektiven. Das macht die jüngste Bewegung robuster, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

 

Silber mit zusätzlichem Rückenwind aus dem physischen Markt

 

Silber folgt der positiven Tendenz bei Gold, bringt derzeit aber noch einen eigenen fundamentalen Treiber mit. Der physische Markt bleibt strukturell angespannt. Nach aktueller Branchenforschung steuert Silber auf ein weiteres Defizitjahr zu, nachdem Bestände bereits über längere Zeit abgebaut wurden. Das ist für die Preisentwicklung besonders relevant, weil Silber damit nicht allein von Investmentströmen oder Zinserwartungen abhängig ist.

Eine knappe Versorgungslage kann die Notierungen auch dann stützen, wenn die industrielle Nachfrage zeitweise nicht in allen Bereichen dynamisch wächst. Genau darin liegt derzeit eine besondere Stärke des Silbermarkts. Während Gold in erster Linie von seiner Rolle als sicherheitsorientierte Anlage profitiert, besitzt Silber zusätzlich eine physische Unterlegung, die Preisschwankungen nach oben verstärken kann.

Das erklärt auch, weshalb Silber zuletzt deutlicher zugelegt hat als Gold. Anleger sehen hier nicht nur ein Edelmetall, das vom freundlicheren Marktumfeld profitiert, sondern auch einen Rohstoff mit vergleichsweise enger Angebotslage. Diese Mischung macht Silber derzeit besonders interessant.

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Der Edelmetallmarkt bleibt sensibel für neue Notenbanksignale

 

Trotz der jüngsten Erholung ist das Umfeld nicht frei von Risiken. Viel hängt nun davon ab, ob die Hoffnung auf eine etwas entspanntere Inflationsentwicklung Bestand hat. Sollte sich der Rückgang der Energiepreise fortsetzen, könnte das die Debatte über spätere Zinssenkungen weiter stützen. Drehen Öl und Dollar dagegen wieder nach oben, würde auch der Druck auf Gold und Silber schnell zurückkehren.

Für den Markt ist deshalb entscheidend, welche Signale von der US-Notenbank in den kommenden Wochen kommen. Schon kleine Veränderungen in Tonlage und Ausblick können bei Edelmetallen kräftige Reaktionen auslösen. Das gilt besonders in einer Phase, in der viele Marktteilnehmer nach einer neuen Orientierung suchen.

 

Charttechnik zeigt ein gemischtes, aber stabiles Bild

 

Auch aus technischer Sicht liefern Gold und Silber derzeit kein völlig eindeutiges Signal, das Grundmuster bleibt jedoch konstruktiv. Beim Gold pendelt der Kurs zwischen dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Das spricht für eine Übergangsphase ohne klaren kurzfristigen Trend. Positiv ist, dass der 50er-Durchschnitt über dem 200er liegt und damit das übergeordnete Bild stützt. Der ADX von 20,3 Punkten signalisiert einen moderaten Trend, allerdings noch ohne ausgeprägte Dynamik.

Silber präsentiert sich technisch etwas fester. Der Kurs notiert über dem 50- und dem 200-Tage-Durchschnitt, was grundsätzlich für einen intakten Aufwärtstrend spricht. Auch hier liegt der 50er über dem 200er, was als positives Signal gewertet werden kann. Der ADX von 16,6 Punkten zeigt allerdings, dass die Bewegung bislang noch nicht von einer besonders starken Trendphase begleitet wird. Auch bei Silber bleibt damit Raum für Schwankungen.

 

Ausblick

 

Für die kommenden Tage dürfte der Edelmetallmarkt vor allem auf die Verbindung aus Ölpreis, Dollarentwicklung und Notenbankerwartungen reagieren. Beim Gold bleibt die Marke von 5.000 Dollar die zentrale psychologische Schwelle. Silber könnte wegen der angespannten Versorgungslage überdurchschnittlich volatil bleiben. Bestätigt sich die Hoffnung auf nachlassenden Inflationsdruck, hätten beide Metalle gute Chancen auf weitere Unterstützung. Neue Belastungsfaktoren würden jedoch ebenso schnell wieder für Gegenbewegungen sorgen.

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18.04.2026 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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