als .pdf Datei herunterladen

Die EU erteilt ihren Segen für die Übernahme von Sky durch RTL und an der Börse herrscht neue Zuversicht

RTL geht auf Angriffskurs im Streaming-Segment

NTG24 - Die EU erteilt ihren Segen für die Übernahme von Sky durch RTL und an der Börse herrscht neue Zuversicht

 

Das klassische Geschäftsmodell von RTL entwickelte sich zuletzt weiterhin rückläufig. Das lineare Fernsehen verliert im digitalen Zeitalter an Bedeutung, womit auch die Werbeeinnahmen zurückgehen. Als Antwort darauf konzentriert der Medienkonzern sich verstärkt auf das Streaming-Geschäft und steht nun kurz vor einer historischen Übernahme.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Bereits im Sommer 2025 kündigte RTL (LU0061462528) an, den Anbieter Sky übernehmen zu wollen. Mit diesem Schritt soll das Abonnement-Geschäft ausgebaut und die Abhängigkeit vom TV-Werbemarkt verringert werden. Wie üblich bei solchen Plänen schaute aber zunächst die EU genauer hin. Nun meldete RTL, die Zusage erhalten zu haben, und das ohne irgendwelche Auflagen. Die Pläne können also wie gewünscht durchgezogen werden. RTL Group-Chef Thomas Rabe begrüßte die Entscheidung ausdrücklich und ließ wissen, dass damit die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Medienunternehmen gestärkt werde.

Die EU-Kommission stellte ihrerseits fest, dass der Deal den Wettbewerb „nicht erheblich verringern“ werde. Sky Deutschland soll nun in RTL Deutschland integriert werden. Dazu gehört neben diversen Fernsehsendern der Streamingdienst Wow. RTL zahlt für die Übernahme 150 Millionen Euro in bar sowie eine variable Komponente, die an den eigenen Aktienkurs gekoppelt ist. Abhängig von dessen weiteren Entwicklung könnten zusätzlich bis zu 377 Millionen Euro anfallen. Damit ist es für RTL die bisher größte Übernahme der Unternehmensgeschichte.

 

 

 

RTL: Sportliche Zukunft

 

Mit Sky holt sich RTL eine breite Palette an Sportrechten ins Portfolio. Für den deutschen Markt gelten besonders die Reche an Freitags- und Samstagsspielen der Fußball-Bundesliga als wertvoll. Darüber hinaus können Spiele der englischen Premier League übertragen werden und die Rennen der Formel 1. Einen Rechteaustausch zwischen RTL und Sky gab es in der Vergangenheit schon häufiger. Nach der Übernahme wird der neue Mediengigant in dieser Hinsicht frei schalten und walten können.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDas sorgt unter den Anlegern durchaus für gute Stimmung. Nach Bekanntwerden der EU-Genehmigung konnte die RTL-Aktie Verluste aus den letzten Tagen mit einem Satz ausgleichen und am Donnerstagmorgen ein neues 52-Wochen-Hoch bei 40 Euro erreichten. Damit ergeben sich im Jahresvergleich Aufschläge von etwa 13 Prozent. Im historischen Vergleich notiert die Aktie zwar noch immer auf einem eher bescheidenen Niveau. Es macht sich aber nun die Hoffnung breit, dass endlich ein Wendepunkt erreicht werden könnte.

Sicherheiten gibt es aber freilich keine. Der Streaming-Markt wächst zwar rasant, ist aber auch hart umkämpft. RTL hat mit Sportrechten in Zukunft ein echtes Ass im Ärmel und dürfte damit die Abonnentenzahlen merklich steigern. Um sowohl gegen heimische Konkurrenten wie Joyn sowie die mächtigen US-Streaminggiganten bestehen zu können, kann sich RTL aber nicht ausruhen. Gefragt sind für die Zukunft vor allem exklusive Inhalte, mit denen die Sendeanstalt sich vom Wettbewerb abheben kann. RTL setzt dazu auch auf lokale Angebote, was neben Live-Sport auf Nachrichten und „Premium-Inhalte“ beinhalten soll.

 

RTL rechnet mit Synergien

 

Was die Übernahme für die einzelnen Dienste bedeuten mag und ob RTL mittelfristig Inhalte in einem Abo bündeln könnte, das bleibt aktuell wohl noch abzuwarten. In Aussicht gestellt wurden aber schon einmal hübsche Synergieeffekte. Innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion sollen jährliche Synergien von 250 Millionen Euro realisiert werden. Überwiegend soll es sich dabei um Kostensynergien in „allen Bereichen“ handeln.

Die Umsätze dürften in jedem Fall zulegen. Die RTL Group kam im vergangenen Jahr auf etwa sechs Milliarden Euro; Sky Deutschland erzielte mit zwei Milliarden Euro ungefähr ein Drittel davon. Die Börse blickt auch deshalb erwartungsvoll in Richtung Zukunft. Doch bleiben für RTL auch noch einige Baustellen bestehen und es wird spannend zu sehen sein, ob mit der Streaming-Offensive die schrumpfenden Einnahmen aus dem TV-Segment letztlich ausgeglichen werden können.

Anzeige:

 

RTL Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten RTL Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für RTL Group-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu RTL Group - hier weiterlesen...

 

23.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)