Hornbach: Cashflow stützt, aber Prognose zeigt Grenzen
Hornbach expandiert kräftig ausserhalb Deutschland - starkes Umsatzwachstum in Q1
Der Jahresauftakt bei Hornbach ist positiv ausgefallen. Insbesondere in den nicht-deutschen Märkten zeigte die grösste Baumarktkette Europas sehr attraktives Wachstum. Wachstum, das die Marge kurzfristig belastet.
Die Zahlen für das 1. Fiskalquartal waren überraschend gut. Hornbach (DE0006083405) steigerte den Nettoumsatz um 4,9 % auf 2,0 Mrd. Euro - getragen von der Expansion im übrigen Europa, wo der Umsatz um 7,5 % zulegte. In Deutschland wuchs das Geschäft nur um schmale 1,8 %. Flächenbereinigt - bereinigt um die Flächendifferenz in den vergangenen 12 Monaten - lag das Wachstum konzernweit bei 2,8 %, nach 3,4 % im Vorjahr. Die eigentliche Hürde liegt jedoch nicht beim Umsatz, sondern bei der Profitabilität.
Die Marktanteilsgewinne sind beeindruckend. In allen fünf erfassten Ländern – Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz und Tschechien – konnte Hornbach zwischen Januar und April 2026 zulegen. In Tschechien liegt der Marktanteil inzwischen bei 40,1 %, in den Niederlanden bei 30,4 %. Das ist das Ergebnis einer aggressiven Expansionsstrategie: Im ersten Quartal wurde ein neuer Standort in Trnava eröffnet, zwei weitere folgen in Graz und Beuningen, und der Markteintritt in Serbien wird vorbereitet.
Marktanteile gewonnen, Marge verloren
Doch diese Expansion hat ihren Preis. Das „bereinigte" EBIT sank um 0,5 % auf 161 Mio. Euro, die Marge fiel von 8,5 auf 8,0 %. Die Handelsspanne rutschte marginal von 35,2 auf 35,0 % - ein Signal für Preisdruck oder ungünstige Produktmixe. Der Konzernjahresüberschuss brach um 5,7 % auf 104,2 Mio. Euro ein und das Ergebnis je Aktie fiel von 6,62 auf 6,24 Euro. Dazu trugen unter anderem die Personalkosten bei, die um 5,5 % stiegen, und das Finanzergebnis verschlechterte sich um 46 % auf -20,2 Mio. Euro.
Der operative Cashflow wuchs leicht auf 198,9 Mio. Euro, der freie Cashflow sank wegen höherer Investitionen um -3,0 % auf 143,0 Mio. Euro. Das ist kein strukturelles Problem – die Cashflow-Qualität bleibt intakt. Entscheidender ist die Prognose: Der Vorstand bestätigt für das Gesamtjahr ein Umsatzniveau „auf oder leicht über" dem Vorjahr und ein „bereinigtes" EBIT „in etwa" auf Vorjahresniveau.
Diese Zurückhaltung überrascht. Bei 4,9 % Umsatzwachstum in Q1 wäre eine Anhebung plausibel gewesen - wenn die Geschäftsführung das Wachstum für nachhaltig hielte. Die Tatsache, dass die Prognose nur bestätigt wird, deutet darauf hin, dass der Vorstand das erste Quartal als saisonal verzerrt betrachtet. Die Frühjahrssaison ist im Baumarktgeschäft traditionell stark; die schwächeren Quartale stehen noch bevor.
Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.
Hornbach Holding AG & Co. KGaA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Hornbach Holding AG & Co. KGaA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hornbach Holding AG & Co. KGaA-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Hornbach Holding AG & Co. KGaA - hier weiterlesen...
26.06.2026 - Mikey Fritz

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






19.05.2026
19.12.2025
01.10.2025
30.09.2025