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Mit seinen elektrischen Autos scheint Mercedes-Benz weiterhin keinen Blumentopf zu gewinnen

Die elektrische G-Klasse von Mercedes-Benz findet kaum Abnehmer

NTG24 - Mit seinen elektrischen Autos scheint Mercedes-Benz weiterhin keinen Blumentopf zu gewinnen

 

Vor gar nicht langer Zeit hatte Mercedes-Benz sich noch auf die Fahne geschrieben, bis zum Jahr 2030 ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge zu bauen. Der Plan wurde mittlerweile verworfen, und das nicht ohne Grund. Die Absatzzahlen stimmen einfach nicht. Im ersten Quartal waren die Verkaufszahlen bei elektrischen Fahrzeugen rückläufig, obschon andere Hersteller über teils kräftige Zuwächse berichten konnten.

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAm Marktumfeld allein liegt es also nicht unbedingt, dass Mercedes-Benz (DE0007100000) bei Elektroautos nicht in die Spur findet. Das Unternehmen scheint die Verbraucher mit seinen Modellen schlicht nicht überzeugen zu können. Das jüngste Beispiel dafür sind schleppende Absatzzahlen der elektrischen G-Klasse, über welche das „Handelsblatt“ berichtete. Manager aus dem Konzern sollen das Ganze wahlweise als „Nischenmodell“ oder „kompletten Flop“ bezeichnet haben.

Konträr dazu ist die G-Klasse als Verbrenner eigentlich ein Erfolgsmodell. Im ersten Quartal legten die Verkäufe um 18 Prozent zu und die Produktion beim Auftragsfertiger Magna in Österreich läuft wohl bereits auf Hochtouren. Obwohl die elektrische Variante sich äußerlich nur im Detail unterscheidet, bleiben Begeisterungsstürme aus. Woran das liegen mag, darüber gibt es unterschiedliche Theorien. Der hohe Preis wirkt in Zeiten von ständig neuen Schlagzeilen über Rabattschlachten im Segment aber nicht eben einladend. Ab 146.990 Euro bietet Mercedes-Benz den elektrischen Geländewagen an. Als Verbrenner gibt es das Ganze ab rund 122.000 Euro.

 

 

 

Zu viele Nachteile?

 

Bis Ende April verkauften die Händler etwa 9.700 Einheiten der G-Klasse als Benziner oder Diesel. Im gleichen Zeitraum wechselte derweil mit 1.450 Fahrzeugen nur ein Bruchteil dessen bei der elektrischen Variante den Besitzer. Besonders dramatisch sind die Verkaufszahlen im Ausland. Seit Herbst 2024 konnten wohl nur 58 elektrische G-Klassen in China verkauft werden und in den USA noch kein einziges Fahrzeug dieser Art.

Mercedes-Benz selbst betont, mit den Absatzzahlen im Plan zu liegen, was so ziemlich alles und nichts bedeuten kann. Intern wird wohl darüber gesprochen, dass die Nachteile im Vergleich zum Verbrenner zu groß sein. Um das Design zu erhalten, hat Mercedes-Benz die Zellen der Batterie in den Stahl eines Leiterrahmens integriert. Dadurch entfällt aber das ansonsten großzügige Platzangebot, für das E-Autos eigentlich bekannt sind. Zudem wird das Leergewicht auf wuchtige 3,1 Tonnen gebracht. Gerade einmal 415 Kilogramm dürfen zugeladen werden. Anhänger ziehen ist mit dem Geländewagen (!) nicht möglich.

Angeblich denkt man nun schon darüber nach, die kleine „g-Klasse“ zusätzlich als Verbrenner anzubieten. Ursprünglich war nur eine elektrische Variante ab 2027 geplant. Das schleppende Interesse an Stromern zieht sich bei Mercedes-Benz letztlich durch das gesamte Portfolio. Auch mit den EQ-Modellen sind die Stuttgarter längst nicht so erfolgreich, wie sie es gerne wären. Das eiserne Festhalten an der Luxusstrategie scheint sich in dieser Beziehung als hinderlich zu erweisen. Volumenmodelle hat Mercedes-Benz heute im Prinzip überhaupt nicht mehr im Angebot; die A-Klasse wurde bereits vor einer Weile eingestellt und die B-Klasse soll im Laufe des Jahres ebenfalls auslaufen.

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Mercedes-Benz im Sinkflug

 

Etwas Druck wird zwar von Mercedes-Benz genommen, indem die EU bei CO2-Vorgaben für Autobauer etwas lockerer vorzugehen scheint. Für die Anleger ist das aber ein ganz schwacher Trost, da schleppende Verkäufe von E-Autos auch nur stellenweise durch bessere Ergebnisse mit Verbrennern kompensiert werden könnten. Unter dem Strich bleiben viele Erwartungen unerfüllt und der Aktienkurs spiegelt dies deutlich wider.

Am Montag verlor der Titel um 2,7 Prozent an Wert und fiel auf 51,18 Euro zurück. Auf Jahressicht summieren die Verluste sich auf knappe 23 Prozent und das 52-Wochen-Tief ist mit 45,60 Euro nicht allzu weit entfernt. Die ständigen negativen Schlagzeilen verfehlen ihre Wirkung nicht und Mercedes-Benz scheint dem bisher auch nur wenig entgegenzusetzen haben. Solange sich daran nichts ändert, ist der Verbleib auf der Seitenlinie auch keine Schande.

 

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03.06.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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