Mercedes-Benz darf sich von Autohäusern trennen, Deutsche Telekom trotz erweiterter Rückkaufpläne unter Druck, Plug Power liefert Lichtblicke und Nel ASA bleibt am Boden
Richtig zufrieden sind die Anleger mit diesen Entwicklungen nicht
Dass die Zinssorgen wieder etwas nachgelassen haben, das ging zu Beginn der neuen Handelswoche schon fast wieder unter. Denn für Druck von oben sorgten höhere Ölpreise und speziell in Deutschland niedrige Pegelstände, welche bereits die Produktion in der Chemiebranche merklich beeinflussen. Lichtblicke waren derweil nicht zahlreich genug, um für Kauflaune auf breiter Flur zu sorgen.
Mercedes-Benz (DE0007100000) darf den Verkauf seiner Autohäuser an Global Auto Holdings verkaufen. Die entsprechende Genehmigung dafür lieferte die EU-Kommission, welche keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken erkennen konnte. Bereits im Jahr 2024 verkündete Mercedes den geplanten Verkauf seiner Autohäuser mit insgesamt 8.000 Mitarbeitern in Deutschland. Zunächst sollen aber nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa nun fünf Standorte mit 1.100 Angestellten veräußert werden.
Für Mercedes-Benz ist es ein weiterer Schritt, um Kosten zu senken und damit die Marge endlich wieder etwas aufzupolieren. Den Anlegern reicht das allerdings noch nicht aus. Die Mercedes-Benz-Aktie konnte sich am Montag nach einigen Schwankungen nur minimal bis auf 47,08 Euro verbessern. Nicht weit entfernt vom 52-Wochen-Tief bleiben Unternehmen und Aktie klar im Krisenmodus.
Deutsche Telekom im Rückwärtsgang
Bei der Deutschen Telekom (DE0005557508) läuft es da schon besser. Bei den letzten Quartalsergebnissen konnte manche Erwartung übertroffen werden, was sich nun auch für die Aktionäre auszahlen soll. Wie der Kommunikationskonzern mitteilen ließ, wird die dritte Tranche des diesjährigen Aktienrückkaufprogramms um 3,245 Milliarden auf bis zu fünf Milliarden Euro ausgeweitet. Zudem verlängert die Laufzeit sich bis kurz vor Weihnachten.
Die Telekom will mit dieser Maßnahme den zuletzt unter Druck geratenen Aktienkurs wieder in etwas höhere Gefilde manövrieren. Ein Stück weit gelang dieses Kunststück auch bereits, doch am gestrigen Montag schienen die Bullen schon wieder das Interesse zu verlieren. Mit dem Kurs ging es um 3,2 Prozent auf 28,10 Euro in Richtung Süden. Damit notiert die T-Aktie kaum höher als zu Jahresbeginn.
Plug Power bleibt verlustreich
Die Zahlen des Wasserstoffkonzerns Plug Power (US72919P2020) konnten nicht auf ganzer Linie überzeugen. Speziell bei den Verlusten konnten die Erwartungen nicht erfüllt werden. Der Fehlbetrag je Aktie konnte zwar von 0,20 US-Dollar aus dem Vorjahreszeitraum auf 0,14 Dollar reduziert werden. Die Analysten rechneten jedoch mit deutlich geringeren 0,08 Dollar je Anteilsschein.
Immerhin geht es aber bei den Umsätzen voran, welche mit 178 Millionen Dollar ein gutes Stück über den Analystenschätzungen lagen. Auch die weiteren Umsatzaussichten wurden nach oben angepasst. Das reichte aus, um unter den Aktionären Zuversicht zu verbreiten. Die Plug Power-Aktie sprang nachbörslich um fast acht Prozent an und konnte damit Verluste von 3,2 Prozent aus dem regulären Handel mehr als ausgleichen. Es lebt die Hoffnung darauf, dass die Auftragseingänge weiter zulegen und in nicht allzu ferner Zukunft schwarze Zahlen geschrieben werden.
Nel ASA am Boden
Ein wenig hoffen darauf auch die Aktionäre von Nel ASA (NO0010081235) sowie die Analysten. JPMorgan sprach vor rund einer Woche in einer frischen Studie explizit über einen starken Auftragseingang. Dennoch wurden die Aussichten für die kommenden zwölf Monate nach unten revidiert und das Kursziel fiel von 2,90 auf noch 1,80 norwegische Kronen. Letzteres entspricht umgerechnet gerade einmal 0,16 Euro und liegt 20 Prozent unter dem jüngsten Schlusskurs.
Nel meldete im Juli einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent und steigende Auftragseingänge konnten die Anleger darüber letztlich nicht hinwegtrösten. Der Aktienkurs hat es sich wieder beim Support bei 0,20 Euro bequem gemacht. Nicht weit darunter wartet bereits das Allzeit-Tief. Von Zuversicht oder gar guter Laune kann da leider noch keine Rede sein, obschon der Bedarf an Wasserstoff-Lösungen in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit nur zunehmen dürfte. Die große Frage bleibt allerdings, ob sich das für Nel ASA und Konsorten auch rechnen wird.
Nagende Zweifel
Manchmal reicht es an der Börse nicht, wenn es nur in die richtige Richtung geht. Es müssen auch Tempo und vor allem Gewinne stimmen. Bei mauen Margen und ausbleibenden Gewinnsprüngen werden die Anleger hingegen eher nervös. In Zeiten anhaltender geopolitischer Konflikte und konjunktureller Unsicherheiten ist dieses Verhalten vielleicht sogar noch ausgeprägter als ohnehin schon. Wachstum alleine garantiert eben noch nicht steigende Aktienkurse, auch wenn es dafür eine wichtige Voraussetzung ist.
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11.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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