DO & CO trotzt der Krise, Oracle verunsichert und SAP wird mit in die Tiefe gezogen – BÖRSE TO GO
Es geht weiter unsicher zu an den Märkten
Der Handel am Donnerstag stand mal wieder im Zeichen des Irankriegs. Zu beobachten gab es ein hin und her auf der geopolitischen Bühne. US-Präsident Donald Trump kündigte zunächst großflächige Angriffe, nur um diese in bester TACO-Manier später wieder abzusagen. Sodann wurde versprochen, dass der Iran sich auf eine nicht näher ausgeführte Einigung einzulassen gedenke. Ähnliche Versprechen gab es allerdings schon dutzende Male.
Obschon Trump ein gehöriges Glaubwürdigkeitsproblem hat oder zumindest haben sollte, reagierten die Märkte erleichtert auf das Ausbleiben einer weiteren Eskalation. Der Dow Jones machte im späteren Handel mächtig Tempo und legte letztlich um 1,9 Prozent auf 50.849 Punkte zu. Im Tech-Segment gab es nach vorherigen Korrekturen wieder einige Erholungen zu sehen. Beim Nasdaq 100 ging es um 2,5 Prozent auf 25.810 Punkte in Richtung Norden.
Spuren hinterlässt der Konflikt längst auch in Europa. Dort wurde die Inflation derart in die Höhe getrieben, dass die EZB sich nun zum Handel gezwungen sah. Erstmals seit 2023 stiegen die Leitzinsen wieder. Wie erwartet wurden 25 Basispunkte aufgeschlagen. Das schürt zwar Sorgen um die ohnehin schon schwache Konjunktur. Immerhin ging das Ganze über die Erwartungen aber nicht hinaus. So konnte der DAX sein Niveau halten und um nicht erwähnenswerte 0,06 Prozent auf 24.210 Zähler zulegen.
Asien wird von der Sperre der Straße von Hormus weiterhin besonders belastet. Dort lassen die Anleger sich auf vage Versprechen nicht ein und von Erholung oder gar Erleichterung war nicht viel zu sehen. Beim Hang Seng mussten Abschläge von 0,7 Prozent hingenommen werden und der Nikkei 225 hielt sich stabil nach herben Verlusten aus der laufenden Woche.
DO & CO schreibt Rekorde
Krise herrscht noch nicht überall und manches Unternehmen schlägt sich sehr viel besser als gedacht. Der österreichische Airline-Caterer DO & CO (AT0000818802) glänzte mit hervorragenden Zahlen, welche die Erwartungen der Analysten bei den wichtigsten Kennzahlen klar übertrumpfen konnten. Trotz Irankrieg scheint die Nachfrage der Airlines kaum nachzulassen und für das laufende Jahr wird weiteres Wachstum angepeilt. An der Börse machte sich Erleichterung breit. Die Aktie legte in Wien um 7,8 Prozent auf 193 Euro zu.
Zweifel um Oracle
Auch bei Oracle (US68389X1054) gab es zuletzt hübsche Ergebnisse zu bewundern, welche die Anteilseigner jedoch sehr viel weniger verzaubern konnten. Höhere Umsätze sind gut und schön, doch immer höhere Schulden für den KI-Ausbau werden ausgesprochen kritisch beäugt. Denn ob jene sich irgendwann auszahlen werden oder der Schuldenberg dem Konzern nicht doch noch zum Verhängnis wird, das lässt sich momentan nicht mit Sicherheit vorhersagen. Die Börsianer versprühten Skepsis. Der Aktienkurs rutschte am Donnerstag um 8,5 Prozent auf 184,10 US-Dollar hinab.
SAP wird nicht geschont
Ausgewirkt hat sich das auf die gesamte Branche, sodass hierzulande SAP (DE0007164600) noch weiter ins Rutschen geriet. Nach Abschlägen von 6,6 Prozent standen hier zu Handelsschluss nur noch 139,90 Euro auf dem Ticker. Ein vorheriger Erholungsversuch ist damit gescheitert und es geht rapide in Richtung 52-Wochen-Tief. Als belastend wirkt sich hier nach Ansicht von Analysten aus, dass bei Oracle das Cloud-Wachstum etwas nachließ. Daraus entsteht die Befürchtung, dass der Boom bereits nachlassen könnte und die Kundschaft sich vielleicht mehr in Richtung KI-Agenten orientiert.
Tagestermine
Zeit zum Durchschnaufen wird es heute eher nicht geben. In Deutschland stehen neue Inflationsdaten an, was die weiteren Zinserwartungen nachhaltig beeinflussen dürfte. In Übersee wird derweil mit Spannung der Börsengang von SpaceX erwartet, der sich weit über die Wall Street hinaus bemerkbar machen dürfte. Zudem stehen bei Strabag und Best Buy die diesjährigen Hauptversammlungen an. Langeweile dürfte eher nicht aufkommen.
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12.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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