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Ölmarkt erneut unter Druck – wie reagieren die Anbieter?

Spannungen am Ölmarkt nehmen zu

 

Da ist sie wieder, die Corona-Angst. Denn die wieder weltweit steigenden Infektionszahlen beleben die Ängste wieder, die den Ölpreis bereits im Frühjahr zum Absturz brachten.

Denn mit fast 500.000 Neuinfektionen weltweit in den letzten Tagen haben die logistischen Einschränkungen auf breiter Front durch Quasi-Lockdowns wieder zugenommen und belasten damit die Perspektive einer wieder wachsenden Nachfrage.

Der WTI-Ölpreis, der am Freitag noch bei knapp 41 US-Dollar notierte, liegt aktuell schwächer und unter 39 US-Dollar.

 

 

Der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent gibt ebenfalls nach und steht aktuell unter 41 US-Dollar.

 

 

Dabei liegt der Stress nicht nur auf dem Ausblick der Nachfrageseite. Denn auch auf der Angebotsseite mehren sich die Spannungssignale.

So dürfte die Ölproduktion in Libyen, welches nicht zur OPEC gehört und auch nicht an der Vereinbarung zur Förderkürzung teilnimmt, weiter steigen. Die dortigen Konfliktparteien hatten in der vergangenen Woche ein langfristiges Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Als Reaktion auf die Einigung will der staatliche Ölkonzern NOC die Verschiffung auch in den wichtigen Ölhäfen Ras Lanuf und Es Sider im Osten des Landes wieder normalisieren. Im Zuge dessen soll nun auch die Ölproduktion nach Angaben von NOC innerhalb von zwei Wochen auf 800.000 Barrel und auf Monatssicht auf 1 Mio- Barrel pro Tag erhöht werden. Dies dürfte den Marktdruck auf die OPEC erhöhen.

Und auch in Brasilien dürfte die Produktion ansteigen, denn trotz des Corona-Einbruchs im 1. Halbjahr ist die brasilianische Ölproduktion in den ersten 9 Monaten 2020 um 9 % angestiegen. Nach staatlichen Angaben zufolge dürfte sie zum Jahresende mit 2,84 Mio. Barrel täglich sogar noch höher ausfallen als zuvor angenommen.

 

Fazit

 

Der Druck auf die OPEC nimmt also vonseiten der ölproduzierenden Nichtmitglieder, aber wohl auch bald innerhalb der Organisation zu. Man wird genau beobachten, ob die OPEC-Länder ihre Disziplin bei den vereinbarten Förderkürzungen im vollen Umfang einhalten. Zweifel daran sind erlaubt, und sie wachsen.

 

26.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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