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Oracle baut massiv Stellen aufgrund von KI ab und stellt noch weitere Rückgänge für die Zukunft in Aussicht

Die Aktionäre von Oracle blicken weiterhin zweifelnd auf die Kostenseite

NTG24 - Oracle baut massiv Stellen aufgrund von KI ab und stellt noch weitere Rückgänge für die Zukunft in Aussicht

 

Es ist längst keine Neuigkeit mehr, dass Oracle im großen Stil in KI investiert und dabei nur wenig Rücksicht auf Verluste nimmt. Auch ist bekannt, dass der Software-Konzern mit der Technologie wohl beim Personal sparen und die Kosten drücken will. Genau das ist auch schon längst passiert und nun gibt es konkrete Zahlen dazu, wie rasant der Konzernumbau vorangeht.

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Dem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht ist auf Seite 10 zu entnehmen, dass Oracle (US68389X1054) per Ende Mai noch über 141.000 Vollzeit-Mitarbeiter verfügte, rund ein Drittel davon in den USA. Ein Jahr zuvor wurden an dieser Stelle noch 162.000 Stellen gemeldet. Damit hat der Personalbestand sich binnen eines Jahres um 21.000 Personen oder 13 Prozent verkleinert. Begründet wird der Rückgang mit dem verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

 

 

 

Jene könnte dem Bericht zufolge auch dazu führen, dass es noch weitere Stellenstreichungen geben wird. Das Versprechen an die Anleger lautet, dass dadurch die Effizienz und Produktivität deutlich steigen soll. Das passt auch zur jüngsten wirtschaftlichen Entwicklung der USA. Erstmals überhaupt verbesserte sich im Land die Produktivität, ohne dass dies mit einem größeren Anstieg neuer Arbeitsplätze verbunden gewesen wäre.

 

Oracle in der Kostenfalle?

 

Für den Moment bedarf es allerdings auch enormer Investitionen, um die KI-Revolution umsetzen zu können. Im Falle von Oracle mussten im zurückliegenden Jahr 1,84 Milliarden US-Dollar für Abfindungen und andere Kosten rund um den Personalabbau in die Hand genommen werden. Ein Jahr zuvor waren es deutlich übersichtlichere 374 Millionen Dollar. Dazu kommen freilich die brachialen Ausgaben für Rechenzentren. Obschon Oracle Quartal für Quartal Milliardengewinne vorweisen kann, geht ein wenig die Sorge um, dass der SAP-Konkurrent sich dezent übernehmen könnte.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinAllerdings spricht Oracle davon, kaum eine andere Wahl zu haben. Würden nicht weiterhin erhebliche Ressourcen in KI-Technologie gesteckt, so würde man Gefahr laufen, den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Das ist ein recht unmissverständliches Signal dafür, dass die Ausgaben für KI in absehbarer Zukunft kaum kleiner werden dürften. Für das laufende Jahr wird mit Investitionen in Höhe von 70 Milliarden Dollar gerechnet. Im vergangenen Jahr wurden an dieser Stelle 55,7 Milliarden Dollar gemeldet.

Die Skepsis der Anleger macht sich beim Börsenkurs bemerkbar, der gestern um weitere 5,7 Prozent auf 165,16 Dollar zurückging. Verglichen mit dem Allzeit-Hoch aus dem Herbst hat der Kurs sich nun schon mehr als halbiert. Zu schaffen machen den Börsianern aktuell wieder höhere Zinserwartungen, was kreditfinanzierte Investitionen potenziell zu einer noch teureren Angelegenheit machen könnte. Zugleich steht noch immer ein kleines Fragezeichen darüber, ob und wie Oracle die massiven Ausgaben irgendwann wieder einspielen könnte.

 

Gemischte Gefühle

 

Letztlich liegt Oracle mit seinem Vorgehen voll im Trend. Das betrifft sowohl KI-Investitionen als auch den Stellenabbau. Das „Manager Magazin“ berichtet unter Verweis auf „Layoffs.fyi“, dass in diesem Jahr bereits 119.800 Mitarbeiter von 196 Tech-Unternehmen ihre Arbeitsstelle verloren haben. Zum Teil gibt es auch durchaus Meldungen über dennoch erreichte Produktivitätsgewinne. Dem gegenüber stehen aber auch genügend Meldungen darüber, dass Künstliche Intelligenz in Betrieben bisher nicht annähernd die erhofften Produktivitätsgewinne erzielen konnte.

Es bleiben also einige offene Fragen und KI hat an der Börse einiges vom einstigen Glanz verloren. Die Börsianer schauen mittlerweile genauer hin und stellen sich auch recht offen die Frage, ob und in welchem Ausmaß Investitionen in die Technologie noch vertretbar sein mögen. Im Falle von Oracle scheinen Zweifel zu überwiegen. Das hat auch damit zu tun, dass negative Auswirkungen auf das Kerngeschäft befürchtet werden. Insbesondere der Aufstieg von KI-Agenten befeuert solche Befürchtungen derzeit immer weiter.

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24.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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