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TSMC kann nicht genug begeistern, Oracle schlittert weiter gen Abgrund, SpaceX wird von Shortsellern ins Visier genommen und Alphabet muss sich öffnen

Die KI-Sorgen scheinen immer tiefer zu gehen

NTG24 - TSMC kann nicht genug begeistern, Oracle schlittert weiter gen Abgrund, SpaceX wird von Shortsellern ins Visier genommen und Alphabet muss sich öffnen

 

Die mittlerweile sechste Nach mit gegenseitigen Angriffen von USA und Iran im Nahen Osten machen den Märkten weiter zu schaffen, was am Donnerstag abermals für rote Vorzeichen sorgte. Darüber hinaus litten die Kurse auch unter KI-Sorgen, die dieses Mal hartnäckiger als beim letzten Durchhänger zu sein scheinen. Die Furcht vor einer größeren und möglicherweise nachhaltigen Korrektur ist kaum noch zu übersehen.

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Nicht einmal mehr gute bis hervorragende Zahlen scheinen die Anleger trösten zu können, was sich am Beispiel von TSMC (US8740391003) zeigt. Die Quartalsergebnisse lassen nicht einmal annähernd Schwächen erkennen. Die Kundschaft bestellt weiter fleißig und die Gewinne kletterten um beeindruckende 77 Prozent auf umgerechnet knapp 22 Milliarden US-Dollar. Die große Frage scheint aber zu sein, wie lange das noch so weitergehen mag. Denn es besteht die Vermutung, dass die Hyperscaler momentan vielleicht mehr Kapazitäten als benötigt aufbauen und früher oder später die Bestellungen zurückgefahren werden könnten.

 

 

 

TSMC bleibt optimistisch und die Prognose wurde noch einmal nach oben korrigiert. Doch obschon nun mit einem Umsatzplus von über 40 Prozent im Gesamtjahr nach einem bereits schwer beeindruckenden Vorjahr gerechnet wird, scheinen die Börsianer sich zu einer neuen Rallye nicht überreden zu lassen. Die Aktie gab hierzulande letztlich sogar um 2,3 Prozent auf noch 359 Euro nach.

 

Oracle schmiert ab

 

Besonders akut ist die Angst vor zu hohen Ausgaben unter den Aktionären von Oracle (US68389X1054). Die immer höheren Schulden lassen mittlerweile auch Experten zweifeln, was kürzlich zu einem niedrigeren Rating der Kreditwürdigkeit geführt hat. Daraus wiederum leiten sich für die Zukunft potenziell höhere Zinsbelastungen ab, während Oracle bei den Investitionen an ein Zurückrudern nicht einmal ansatzweise zu denken scheint. Das Risiko steigt also.

Im derzeitigen Umfeld möchten sich darauf offenbar nur noch wenige einlassen. Dazu kommt ein generell abflauendes Interesse an Software-Aktien. Der Kurs sackte gestern um weitere 6,3 Prozent auf 124,21 Dollar ab; auf Monatssicht ging es um 34 Prozent abwärts. Damit durchlebt Oracle derzeit eine fast schon historische Korrektur mitsamt gefühlt täglich neuen Jahrestiefständen. Das Märchen von der goldenen KI-Zukunft hat merklich an Strahlkraft verloren. Die Bullen fordern immer mehr auch messbare Fortschritte bei den Gewinnen ein.

 

SpaceX beliebt bei Leerverkäufern

 

Solche kann bisher auch SpaceX (US84615Q1031) nicht liefern, was Tag für Tag mehr Anlegern zu dämmern scheint. Nach einem furiosen Börsenstart ist der Aktienkurs nach gerade mal einem Monat schon wieder unter den Ausgabepreis gerutscht. Der Ausverkauf setzte sich am Donnerstag mit Verlusten von 3,1 Prozent fort und zu Handelsschluss standen noch eher müde 131,11 Dollar auf der Anzeigetafel.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinWährend die Bullen sich verabschieden, scheinen die Bären umso größere Chancen zu erkennen. Ein beliebtes Thema ist SpaceX an der Börse weiterhin. Entdeckt haben aber allem Anschein nach die Leerverkäufer die Aktie für sich. Laut einem Bericht von „Der Aktionär“ unter Verweis auf S3 Partners ist der Anteil von leerverkauften, frei handelbaren Anteilsscheinen mittlerweile schon auf 29 Prozent angeschwollen. Eine ganze Menge Akteure setzen also aktiv darauf, dass es weiter in die Tiefe gehen mag, und zum Teil tiefrote Vorzeichen in den Bilanzen dürften das Selbstbewusstsein der Skeptiker weiter stärken.

 

Alphabet unterliegt gegenüber der EU

 

Die Google-Mutter Alphabet (US02079K3059) kämpft derweil nicht nur mit einer allgemein schwachen Stimmung, sondern auch weiterem Gegenwind aus der EU. Jene erlegte dem Tech-Giganten auf, bis spätestens Juli 2027 das Betriebssystem Android auch für andere KI-Dienste als das hauseigene Gemini zu öffnen. Konkret wird gefordert, dass Nutzer in Zukunft eine Wahlmöglichkeit für ihren bevorzugten KI-Dienst erhalten. Ferner soll der Konkurrenz Zugang zu Nutzerdaten gewährt werden, welche bisher noch exklusiv Google zur Verfügung stehen.

Noch kann Google gegen die Entscheidung vorgehen, machte aber keine konkrete Ankündigung in diese Richtung. Klar ist aber, dass es für den Internet-Giganten in hiesigen Gefilden ungemütlicher wird. Durch eine mögliche Öffnung von Android für die KI-Konkurrenz stellt sich noch mehr die Frage, ob die massiven Investitionen in Rechenzentren überhaupt noch zu rechtfertigen sind. Zweifel daran trieben die Alphabet-Aktie gestern um 4,4 Prozent auf noch 353,81 Dollar abwärts.

 

Ein ungutes Gefühl

 

Auf fundamentaler Seite ist noch erstaunlich wenig geschehen. Insbesondere die Tech-Giganten verdienen weiterhin viel Geld, stellen zum Teil sogar neue Rekorde auf. Mehr noch als in der jüngeren Vergangenheit scheinen die Börsianer aber ein Überschreiten des Zenits zu erkennen. Solange derartige Überlegungen nicht wieder verschwinden mögen, könnte der Abwärtstrend im Segment noch weiter an Fahrt aufnehmen. Denn mittlerweile sorgt bei dem einen oder anderen Titel die Charttechnik bereits für weitere Verkaufssignale.

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17.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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