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Oracle bleibt am Boden, Micron wird durchgereicht, Apple sorgt für Druck und Siemens Energy erhält weiter Zuspruch

Tech-Aktien werden von Anlegern zunehmen kritisch beäugt

NTG24 - Oracle bleibt am Boden, Micron wird durchgereicht, Apple sorgt für Druck und Siemens Energy erhält weiter Zuspruch

 

Aus der Tech-Branche gab es kürzlich einmal mehr einige imposante Zahlen zu sehen. Vieles deutet darauf hin, dass der KI-Boom noch lange nicht an seinem Ende angekommen sein dürfte. Dennoch werden die Börsen zunehmend skeptischer. Das könnte auch mit immer mehr Berichten darüber zu tun haben, dass mittlerweile die Betreiber selbst ihre KI-Modelle zuweilen nicht mehr im Griff haben. Der wohl größte Belastungsfaktor für Aktienkurse sind aber die hohen, vielleicht etwas zu hohen Bewertungen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeOracle (US68389X1054) hat bereits eine scharfe Korrektur erlebt. Der Aktienkurs des Softwarekonzerns rutschte seit Jahresbeginn um über 40 Prozent in die Tiefe und Besserung ist nicht in Sicht. Am Freitag wurde zeitweise bei 114,75 US-Dollar ein neues 52-Wochen-Tief erreicht, obschon das Pentagon einen milliardenschweren Vertrag mit Oracle unterzeichnete. Das Volumen beläuft sich auf knapp sieben Milliarden Dollar über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Für viele Investoren wirkt das wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.

 

 

 

Im Vergleich zu den massiven Investitionen sind die jüngsten Auftragseingänge tatsächlich kaum der Rede wert. Im zurückliegenden Geschäftsjahr steckte Oracle 55,7 Milliarden Dollar in Infrastruktur, hauptsächlich finanziert über Schulden. Im laufenden Jahr dürften ähnliche Größenordnungen erreicht werden. Dabei ist unklar, ob die Rechenkapazitäten später auch genügend Abnehmer finden werden und wie die Zinssituation sich weiterentwickeln wird.

 

Micron verliert an Halt

 

Der Speicherhersteller Micron (US5951121038) hat solche Probleme derzeit nicht. Astronomische Gewinne werden durch den Verkauf von knappen Speichermodulen erzielt, die dem Unternehmen noch immer aus den Händen gerissen werden. Allerdings geht vermehrt die Sorge um, dass in Zukunft Überkapazitäten die Party beenden könnten. Darauf wollen viele Anleger gar nicht erst warten, sodass schon jetzt im großen Stil Gewinne mitgenommen werden.

Am Freitag übernahmen wieder einmal die Bären das Ruder und der Kurs sank um sieben Prozent auf noch 920,95 Dollar. Der Abstand zum Allzeit-Hoch bei 1.255 Dollar ist nicht zu übersehen. Dennoch bleibt Micron weiter auf hohem Niveau. Genau das könnte angesichts der aktuellen Stimmungslage aber eher eine besorgniserregende Erkenntnis sein. Denn es bleibt damit noch mehr als genug Luft nach unten.

 

Apple setzt wohl auf China

 

Zusätzlich unter Druck gerät Micron durch das Bestreben von Apple (US0378331005), sich eine Genehmigung der US-Regierung für die Nutzung von Arbeitsspeicher aus China zu sichern. Argumentiert wird damit, dass dadurch die Speicherkrise entschärft und so hohe Preise für Verbraucher gedämpft werden könnten. Apple greift zudem Micron recht direkt an und wirft dem Konzern vor, die derzeitige Lage mit Margen jenseits von 80 Prozent auszunutzen.

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Natürlich sieht Micron das alles ein wenig anders. Doch in einem nicht völlig undenkbaren Szenario, in dem in iPhone und Co. künftig Chips von CXMT und YMTC werkeln könnten, sehen die Märkte Apple als klaren Gewinner. Zusätzlich sorgen anstehende Zahlen und die nächste iPhone-Generation für Spannung. Die Börsianer sind guter Dinge und gönnten der Apple-Aktie in der letzten Woche bei 334,99 Dollar ein neues Allzeit-Hoch. Der Schlusskurs vom Freitag war davon mit 333,02 Dollar nicht weit entfernt.

 

Siemens Energy: Kein Grund zur Panik?

 

Die latente Angst vor einer Korrektur im KI-Segment bleibt auch bei den Versorgern nicht unbemerkt. Zahlen von GE Vernova verschreckten die Aktionäre. Hierzulande reagierten die Aktionäre von Siemens Energy (DE000ENER6Y0) sichtlich besorgt und der Aktienkurs ging im hohen Tempo abwärts. Allerdings sehen mehrere Analysten keinen Grund zur Sorge. JPMorgan und UBS bekräftigten beide ihren positiven Ausblick. In der Schweiz wurde sogar das Kursziel deutlich von 175 auf 210 Euro erhöht.

Davon ist Siemens Energy mit 151,34 Euro per Handelsschluss am Freitag weit entfernt, was die Börsenprofis als potenzielle Einstiegschance verstehen. Für Unternehmen und Aktie spricht, dass hier nicht alles nur von KI abhängt, sondern auch der allgemeine Ausbau von Kraftwerken und Netzen die Geschäfte befeuert. Dennoch sind den Börsianern die immer größten Vorbehalte deutlich anzumerken.

 

Platzt die Blase?

 

Die oftmals beschworene KI-Blase ist noch nicht geplatzt und die Technologie an sich wird in jedem Fall nicht mehr verschwinden. Es drängt sich jedoch stark der Eindruck auf, dass die Honeymoon-Phase hinter uns liegt. Gefragt sind immer mehr echte Ergebnisse in Form steigender Umsätze und vor allem Gewinne. Das können bisher aber nur die Allerwenigsten aus der Branche liefern. Solange sich daran nichts ändert, dürften gerade große Investoren eher vorsichtig bleiben.

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27.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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