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Rheinmetall wird fallengelassen, Intel erlebt weiteren Höhenflug dank Apple und Shell schreibt noch höhere Gewinne als gedacht

Der Chip-Boom scheint die Börsen zu übernehmen, während das Interesse an Rüstung abnimmt

NTG24 - Rheinmetall wird fallengelassen, Intel erlebt weiteren Höhenflug dank Apple und Shell schreibt noch höhere Gewinne als gedacht

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

In den vergangenen Jahren hatten sich an den Märkten einige recht klare Trends entwickelt. Auf der Gewinnerseite standen dabei stets Titel aus dem Rüstungssegment und die Tech-Giganten aus den USA. Doch seit einer Weile scheint sich etwas geändert zu haben. Die Skepsis bei einigen Software-Konzernen nimmt zu und in Sachen Rüstung kann das Wachstum nicht mehr mit den Vorstellungen der Anleger mithalten.

Letzteres zeigt sich ganz besonders bei Rheinmetall (DE0007030009). In der ausgelaufenen Woche enttäuschte das Unternehmen mit einem schwachen Wachstum im ersten Quartal. Die Aussicht auf eine Aufholjagd im zweiten Quartal wollte nicht verfangen. Die Aktie wurde durchgereicht und verlor mit dem Analysten David Perry von JPMorgan einen ihrer vielleicht wichtigsten Supporter. Die Kaufempfehlung musste einer neutralen Einschätzung weichen und das Kursziel purzelte von 2.130 auf nur noch 1.500 Euro.

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Das Signal ist dabei recht klar: möglicherweise wurde von Rheinmetall zu viel erwartet und die Phase gigantischer Wachstumssprünge könnte erst einmal vorbei sein. Das Unternehmen sitzt zwar nach wie vor auf einem gigantischen Berg an Aufträgen und die Aufrüstung in Europa wird sich noch Jahre hinziehen. Dennoch sorgt das nachlassende Tempo für Ernüchterung. Der Aktienkurs stürzte gestern um weitere 9,2 Prozent auf 1.218,40 Euro zurück. Einige Beobachter fürchten nun sogar schon um die 1.000-Euro-Linie.

 

Intel zündet neue Fantasien

 

In die exakt entgegengesetzte Richtung ging es hingegen für Intel (US4581401001). Als Rheinmetall im vergangenen Jahr noch Rekorde schrieb, stürzte die Intel-Aktie in immer tiefere Regionen und der Chiphersteller wurde bereits als Übernahmekandidat gehandelt. Dank der explodierenden Nachfrage nach Chips hat sich die Ausgangslage aber grundlegend geändert. Nun gibt es Anzeichen dafür, dass schon der nächste Boom bevorstehen könnte.

Laut einem Artikel des „Wall Street Journal“ steht Intel wohl kurz vor einer Vereinbarung, um Chips für den iPhone-Hersteller Apple zu liefern. Eine vorläufige Vereinbarung soll Insidern zufolge bereits stehen. Es wäre für Intel ein großer Durchbruch im seit Jahren defizitären Foundry-Geschäft. Die Aussicht darauf beflügelte den ohnehin schon hohen Aktienkurs. Am Freitag ging es um weitere 14 Prozent auf schwindelerregende 124,92 US-Dollar in Richtung Norden.

 

Auch Apple profitiert

 

Die Aktie von Apple (US0378331005) konnte nicht ganz so rasant zulegen, schwang sich aber um immerhin 2,1 Prozent auf 293,32 Dollar in die Höhe und markierte zeitweise bei 294,76 Dollar ein frisches Allzeit-Hoch. Offenbar erhoffen die Anteilseigner sich auch in Cupertino Vorteile durch einen möglichen Intel-Deal. Bemerkbar machen könnte sich das beispielsweise in vergleichsweise geringen Kosten gegenüber den immer höheren Preisen bei TSMC. Details zum angeblichen Abkommen sind aber noch nicht bekannt.

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Für Apple ist der Boom im Chip-Segment eine problematische Angelegenheit. Denn dadurch bedingt schießen die Kosten in die Höhe und die Margen erodieren ein wenig. Der iPhone-Hersteller kann dies bisher dank ansehnlicher Margen und vorhandener Lagerbestände noch ein wenig abfangen. Erste Auswirkungen sind aber bereits zu sehen. Vor allem günstige Einsteigergeräte von MacBook und Mac Mini sind momentan im Apple Store nicht mehr lieferbar. Beobachter erkennen darin einen klaren Versuch, die Verbraucher zu Modellen mit höheren Margen zu lenken.

 

Shell schreibt Rekordgewinne

 

Seit März gehören auch die Aktien der Öl-Konzerne zu den Gewinnern an der Börse, denn der Irankrieg hat zu massiven und offensichtlich dauerhaften Anstiegen bei den Ölpreisen geführt. Wie sehr sich dies für Shell (GB00BP6MXD84) lohnt, das ließ sich nun bei den Quartalszahlen beobachten. Der Gewinn im ersten Quartal schoss auf 6,9 Milliarden Dollar in die Höhe und übertraf damit die Analystenschätzung von 6,3 Milliarden Dollar um fast zehn Prozent. Dabei war es im ersten Quartal nur ein einziger Monat mit deutlich höheren Ölpreisen. Dementsprechend könnte das zweite Quartal noch üppigere Gewinne liefern.

Gleichwohl leidet Shell allerdings auch unter dem Irankrieg aufgrund gestörter Lieferketten und Beschädigungen bei einer großen Anlage zur Verflüssigung von LNG. Vollständig ausblenden wollen die Anteilseigner dies momentan nicht und vage Hoffnungen auf ein Kriegsende ließen auch den Ölpreis zuletzt wieder nachgeben. Daher wertete die Shell-Aktie auf hohem Niveau am Freitag etwas ab. Es ging um 1,1 Prozent auf 35,59 Euro zurück. Das 52-Wochen-Hoch bei 41,30 Euro hat sich etwas entfernt.

 

Krisengewinner

 

Manches hat sich zuletzt an der Börse geändert, doch eines ist gleich geblieben: auf der Gewinnerseite finden sich vor allem Aktien von Unternehmen, die von einer Krise profitieren können. Aktuell ist es die Chipkrise, welche die Bullen in ihren Bann zieht. Die stellt Hersteller von Smartphones, PCs, Spielekonsolen und ähnlichen Geräten vor massive Herausforderungen. Die Chiphersteller allerdings verkaufen mehr Chips als je zuvor und können sich dabei schwindelerregende Margen erlauben.

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09.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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