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Rheinmetall auf der Verkaufsliste, Heidelberg Materials könnte neue Chancen erhalten, auch Siemens Energy bleibt aussichtsreich und die Raiffeisen Bank hofft auf Entspannung

Friedenshoffnungen bleiben ein zentrales Thema an den Märkten

NTG24 - Rheinmetall auf der Verkaufsliste, Heidelberg Materials könnte neue Chancen erhalten, auch Siemens Energy bleibt aussichtsreich und die Raiffeisen Bank hofft auf Entspannung

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Am Wochenende rückte das Thema Frieden verstärkt in den Vordergrund. Tatsächliche Ergebnisse ließen sich dabei zwar nicht vorweisen und die Antwort des Iran auf den einen Friedensplan der USA nannte Donald Trump „inakzeptabel“. Zumindest bleibt man aber offenbar im Gespräch. Derweil richteten sich die Blicke nach Moskau, wo Frieden nun allem Anschein nach zumindest eine Option zu werden scheint.

Der russische Machthaber Wladimir Putin, welcher zuletzt immer stärker unter Druck geraten ist, brachte die Möglichkeit von Verhandlungen ins Spiel und schlug Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler vor. Zwar sehen viele Beobachter, darunter auch die deutsche Bundesregierung, darin kaum mehr als ein weiteres Scheinangebot. Nicht auszuschließen ist aber, dass die Börsen dennoch reagieren werden. Das könnte der bereits angeschlagenen Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) einen weiteren Schlag versetzen.

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Am Freitag ging es für die Aktie um über neun Prozent abwärts, nachdem JPMorgan das Kursziel drastisch reduzierte. Ins Wochenende ging es mit müden 1.218,40 Euro. Im Falle eines Friedens würde die Aufrüstung in Europa zwar nicht abrupt enden und Rheinmetall säße nach wie vor auf einem gigantischen Auftragsbestand. Dennoch dürfte die Kriegsprämie ausgepreist werden. Das könnte ausreichen, um auch die Linie bei 1.000 Euro noch auf die Probe zu stellen.

 

Heidelberg Materials scharrt mit den Hufen

 

Sehr lohnenswert wäre ein Frieden in der Ukraine derweil für Heidelberg Materials (DE0006047004). Die Weltbank schätzt, dass ein Wiederaufbau mehr als 500 Milliarden Euro kosten dürfte. Nicht wenig davon würde in Beton für Straßen, Brücken und Gebäude fließen. Heidelberg Materials hätte wohl über Jahre hinweg viel zu tun und müsste sich dabei auch um die Marge keine Gedanken machen. Der Beginn eines landesweiten Wiederaufbaus in der Ukraine wäre ein massiver Wachstumsmotor für das Unternehmen.

Ab und an wurde bereits mit entsprechenden Überlegungen an der Börse hantiert. Doch schien ein Frieden zuletzt zu weit weg zu sein, als dass sich schon an einer Rallye arbeiten ließe. Stattdessen litt die Heidelberg Materials-Aktie unter steigenden Energiekosten und der Furcht vor dem Einfluss höherer Zinsen auf die Baubranche. Die Aktie landete am Freitag nach Abschlägen von 2,2 Prozent bei 183,80 Euro.

 

Siemens Energy: Unverzichtbar

 

Benötigt würde bei einem Wiederaufbau in der Ukraine nicht nur Baumaterial noch und nöcher, sondern auch Energie. Aktuell wird die entsprechende Infrastruktur mit Mühe und Not und vor allem viel Flickwerk am Leben erhalten. Angesichts ständiger Angriffe aus Russland würde ein Wiederaufbau im großen Stil auch wenig Sinn ergeben. Im Falle eines Friedens allerdings könnte man sich schwer für Netztechnik von Siemens Energy (DE000ENER6Y0) interessieren, vielleicht auch für Windanlagen der noch immer defizitären Tochter Gamesa.

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Nötig hätte Siemens Energy einen entsprechenden Schub an der Börse zwar nicht, da die Aktie bereits vom massiven KI-Boom profitiert. Schaden würde es beim noch immer sehr lebendigen Aufwärtstrend aber auch nicht. Am Freitag trieben Gewinnmitnahmen den Kurs um 1,4 Prozent auf 178,14 Euro zurück, womit das Allzeit-Hoch knapp über 190 Euro aber weiterhin in Sichtweise bleibt. Unabhängig von Krieg und Frieden ist momentan ziemlich sicher Verlass auf einen steigenden Energiebedarf, und das rund um den Globus.

 

Die Erlösung für die Raiffeisen Bank International?

 

Sehr bedeutent wäre ein Frieden in der Ukraine auch für die Raiffeisen Bank International (AT0000606306) (RBI), und das besonders mit Blick auf die mögliche Lockerung von Sanktionen. Denn der österreichischen Bankengruppe ist es bis heute nicht gelungen, sich von ihren russischen Geschäften gänzlich zu trennen. Jene sorgen weiterhin für Belastungen in der Bilanz und anhaltende Rechtsstreitigkeiten. Dass das Unternehmen die Effekte bei den Bilanzen nur beiläufig erwähnt, ändert daran erstmal nichts.

Ein Frieden käme einem Befreiungsschlag gleich und vielleicht stünden dann auch die Chancen besser, sich Schadenersatzzahlungen an Rasperia in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro zurückholen zu können. Unter dem Strich könnte also nicht nur aus menschlicher, sondern auch aus ökonomischer Sicht eine freundlichere Zeit anbrechen. Wenn denn die Friedensabsichten von Moskau auch wirklich ernst gemeint sein sollten und um Kompromisse statt um Maximalforderungen verhandelt werden soll. Darauf ist aber leider noch immer kein Verlass.

 

Immer schön vorsichtig

 

Nach über vier Jahren Krieg in der Ukraine ist die Aussichte auf einen Frieden so verlockend wie nie zuvor. Dass Moskau sich in dieser Hinsicht nun minimal in Bewegung setzt, dürfte an der Börse nicht gänzlich unbemerkt bleiben. Allerdings sind die Worte aus dem Kreml noch zu vage und zu dünn, als dass darauf schon eine Anlagestrategie aufgebaut werden sollte. Überdacht werden könnte die Ausgangslage, sollten eines Tages tatsächlich direkte Gespräche auf höchster Ebene stattfinden. Solange das nicht der Fall ist, tun Anleger gut daran, Worte aus Moskau mit einer sehr großen Portion Vorsicht zu genießen.

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11.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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