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Rheinmetall: Jetzt wird es richtig spannend

Was passiert mit der Automotive-Sparte?

 

Der Rüstungs- und Automotive-Konzern Rheinmetall hat im Corona-Quartal, dem zweiten Quartal, besser abgeschnitten als erwartet. Zwar verbuchte auch dieses Unternehmen signifikante Rückgänge beim Umsatz wie auch beim Gewinn. Allerdings fielen diese nicht ganz so stark aus wie befürchtet. Die Details:

Im Berichtsquartal sank der Umsatz auf Konzernebene um 18,4 % auf 1,24 Milliarden Euro. Im Bereich Automotive ergab sich eine mehr als Halbierung des Umsatzes auf nur noch 338 Millionen Euro (Vorjahr 726 Millionen Euro), auf operativer Ebene verlor das Unternehmen in diesem Bereich 52 Millionen Euro, nachdem man im Vorjahr noch 52 Millionen Euro Gewinn verbuchen konnte. Trotzdem lag dieser Verlust um 35 Millionen Euro besser als der Analystenkonsens.

 

Rüstungsgeschäft brummt weiterhin

 

Richtig stark zeigte sich erneut die Rüstungssparte. Hier kletterte der Umsatz im Berichtszeitraum um fast 21 % auf 901 Millionen Euro. Der operative Gewinn kletterte von zuvor 60 auf nun 93 Millionen Euro. Auf Konzernebene konnte so ein operativer Gewinn von 36 Million Euro erwirtschaftet werden. Das war allerdings nur noch knapp ein Drittel dessen, was man im Vorjahreszeitraum schaffe. Hier belasteten außerdem noch zusätzliche Abschreibungen von 300 Millionen Euro im Automobilgeschäft.

Die Zahlen wurden an der Börse dennoch sehr freundlich aufgenommen. Zumal Rheinmetall auch erklärte, nun strategische Optionen für das Automotive-Geschäft prüfen zu wollen. Was das konkret heißt, bleibt zwar offen. Aber Analysten und Investoren denken natürlich in die Richtung entweder ein neues Effizienzprogramm oder möglicherweise sogar ein Verkauf.

 

Aktie vor dem Ausbruch?

 

Die positive Aufnahme am Markt sorgt nun auch in der Aktie für eine spannende Ausgangssituation. Denn Rheinmetall ist wieder an seine 200-Tage-Linie angelangt. Am Wochenbeginn konnte auf Intraday-Basis sogar kurzzeitig drübergeschaut werden. Ein Ausbruch nach oben würde natürlich neuen Spielraum bedeuten, wobei die nächste Herausforderung im Bereich von 93 Euro zu finden wäre. Wir würden hier allerdings als Kursziel für die nächsten Wochen und Monate eher die Marke von 105 Euro sehen.

Fazit: Dem Break der 200-Tage-Linie muss nicht vorgegriffen werden. Sie sollten hier allerdings schon mal einen Stopp-Buy platzieren. Unser Vorschlag wären 88,20 Euro.

 

Chart Rheinmetall

 

27.07.2020 - Carsten Müller - cm@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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