Sonova: Wechselkursbelastungen machen Zürich unruhig
Der Devisenmarkt belastet Sonova stark - das eigentliche Geschäft ist jedoch kerngesund
Sonova macht eigentlich ein gutes Geschäft. Das Problem ist derzeit vorrangig die Bilanzierung im Franken, da man kaum Geschäft in der Währung hat, und gleichzeitig der Franken vor allem gegen US-Dollar stark aufgewertet hat.
Sonova (CH0012549785) muss noch eine Ehrenrunde drehen. Die Korrektur der Aktien ist in diesem Jahr ausgesprochen brutal für den Schweizer Spezialisten für Hörgeräte. In den Spitzen gemessen hat man rund -40 % der Marktkapitalisierung verloren, was zum einen an einer Wachstumsschwäche im operativen Geschäft liegt und zum anderen am harten Franken, der jegliches Wachstum sofort bei der Umrechnung in den Keller zieht. Ein leidliches Problem, das Sonova mit allen Schweizer Unternehmen teilt, die Auslandsmärkte bearbeiten.
Der Gegenwind vom Devisenmarkt war im 1. Fiskalhalbjahr sehr hoch. Da Sonova weniger als ein Prozent seines Umsatzes direkt in der Schweiz in Franken macht, müssen im Grunde alle Umsätze umgerechnet werden. Man ist weltweit aktiv, wobei natürlich die Kernmärkte wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien direkt vor der Tür liegen. Der sogenannte EMEA Block, der Europa, den Nahen Osten und Afrika abdeckt, ist für rund die Hälfte des Gesamtumsatzes verantwortlich. Die USA liefern weitere 30 % des Umsatzes und die Region Asien / Pazifik ein Achtel. Während sich der Euro relativ stabil zum Franken bewegt hat, hat Sonova die scharfe Aufwertung des Franken gegen US-Dollar ab dem 01. April 2025 (Beginn des Geschäftsjahres) voll mitgenommen. Die Abwertung hat die US-Dollar Umsätze allein im 1. Fiskalhalbjahr mit -9 % bis -10 % belastet.
Wechselkursbelastungen machen Zürich unruhig
Die „bereinigten“ und echten Zahlen für die ersten sechs Monate zeigen jedoch erhebliche Unterschiede auf. Der Umsatz betrug 1,815 Mrd. Franken, was einem Rückgang um -1,0 % entspricht. Ohne die Wechselkursbelastungen wäre der Umsatz jedoch um ordentliche 4,9 % gestiegen. Noch gravierender die Vergleiche beim operativen Ergebnis und dem Nachsteuerergebnis. Das EBIT schrumpfte im 1. Fiskalhalbjahr um -7,0 % auf 259,7 Mio. Franken, aber wäre ohne den aufwertenden Franken um 8,4 % gestiegen. Nach Steuern ein Gewinneinbruch um -9,7 % auf 3,16 Franken je Aktie, doch eigentlich ein Gewinnsprung um 10,4 %.
Was den Finanzplatz enttäuschte, war die Prognose. Die Geschäftsführung verspricht für das gesamte Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum in einer Spanne von 5 % bis 9 %. Aber nur auf bereinigter Basis. Die Belastungen aus den Wechselkursveränderungen sieht man bei rund -6 Prozentpunkten, womit am Ende selbst im besten Fall nur ein echtes Umsatzwachstum von 3 % übrigbleiben würde. Noch schwieriger ist die Prognose für das bereinigte EBITA (ohne Abschreibungen), das um 14 % bis 18 % wachsen soll. Der Devisenmarkt wird diese Kennzahl jedoch voraussichtlich mit -13 bis -14 Prozentpunkten belasten, was erheblich ist, denn im Zweifel wird so das operative Ergebnis stillstehen. Und an diesem Punkt kommt sich die hohe Bewertung mit der enttäuschenden Perspektive ins Gehege. In Zürich zahlt man für Sonova trotz der starken Korrektur immer noch eine Marktkapitalisierung von über 12 Mrd. Franken. Gemessen an einem Jahresumsatz von voraussichtlich 3,8 Mrd. Franken ist diese hohe Bewertung nur machbar mit mehr Umsatzwachstum im Franken gerechnet.
Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.
Sonova-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Sonova-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sonova-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Sonova - hier weiterlesen...
18.12.2025 - Mikey Fritz

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







23.03.2026
11.06.2025
21.11.2023
17.05.2023