als .pdf Datei herunterladen

Zucker ist wieder auf dem Weg nach oben

Zuckerpreis mit Bären-Falle?

 

Der Zuckerpreis hat sich von seinem Corona-Crashtief im März 2020 in der Spitze verdoppelt und korrigierte seit dem Erreichen des Jahreshochs am 23.02.2021 bei 0,18184 US-Dollar je Pfund Zucker.

Der größte Produzent und Exporteur von Zucker weltweit ist Brasilien mit einem Anteil an der Weltproduktion von 21 % und einem Anteil von 45 % bei den weltweiten Exporten. Daneben sind aber auch Indien, die EU, China und Thailand und die USA großen Zuckerproduzenten.

Der Rohzuckerpreis, der an der Intercontinental Exchange (ICE) gehandelt wird, hat sich in den vergangenen Tagen weiter nach oben bewegt, nachdem er von seinem Jahreshoch aus bis auf 0,14904 Dollar am 05.04.2021 gefallen war.

Hintergrund: Angebots-Sorgen und Zolldaten für Zucker aus China, die auf anhaltend starke chinesische Käufe hindeuten. Die Zuckerraffinieren in Brasiliens Südosten produzierten in der zweiten Märzhälfte 2 % weniger als in der gleichen Vorjahresperiode. Parallel dazu teilte das französische Landwirtschaftsministerium mit, dass die Anbauprognose für dieses Jahr um 6 % unter der des Vorjahres liegt.

Die weiterhin durch die Corona-Pandemie geschwächte Zuckernachfrage in Europa bremste gleichzeitig einen weiteren Aufwärtsschub des Zuckerpreises. Dies bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass sich mit einer fortschreitenden Belebung der europäischen Konjunktur auch die entsprechende Zuckernachfrage erholen dürfte.

 

 

Wie ein Blick auf die langfristige Entwicklung des Zuckerpreises zeigt, hat dieser zum Jahresende 2020 seinen langfristigen Abwärtstrend gebrochen und damit ein langfristiges Kaufsignal gegeben. In der anschließenden Bewegung überwand der Zuckerpreis auch den statischen Widerstand bei 0,1511 Dollar und testete bereits den aus dem Jahr 2006 stammenden starken Widerstand im Bereich von 0,1787 Dollar.

In den vergangenen 6 Jahren hat sich zudem ein großes fraktales Umkehrmuster in Form eines verschachtelten Doppelbodens gebildet. Das erwähnte Widerstandsniveau bei 0,1511 Dollar entspricht dabei der Nackenlinie des kleineren Doppelbodens, welcher mit grünen Untertassen markiert ist.

 

War der Bruch der mittelfristigen Aufwärtstrend-Linie bei Zucker Ende März eine ,,Bärenfalle‘‘?

 

Chart 2 zeigt nun diesen Bereich in Nahaufnahme. Darin ist unter anderem zu erkennen, dass der Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend mit sehr hohen Umsätzen einherging, was die charttechnische Relevanz dieses dynamischen Widerstandes verdeutlicht.

Die seit Ende Februar laufende Korrektur ging dabei bis in den Bereich der Unterstützung vom Jahresende 2017, unterschritt aber auch jene vom Februar 2020. Darin könnte eine ,,Bärenfalle‘‘, also ein falsches Verkaufssignal gelegen haben!

Dies würde insbesondere dadurch bestätigt, dass der Zuckerpreis sein bisheriges Jahreshoch bei 0,18184 Dollar überwinden kann.

 

 

Und was ist das Fazit?

 

Der Zuckerpreis erscheint kurzfristig zwar noch im Korrektur-Modus. Diese Korrektur fügt sich aber als Konsolidierung der Gewinne gut in ein optimistisches Szenario ein, in dem Zucker nur den Aufwärtsimpuls aus dem gebrochenen langfristigen Abwärtstrend konsolidiert. Dies ist trendbestätigend zu bewerten, wobei ein neues Jahreshoch eine zusätzliche Interpretationshilfe ist. Fundamental könnte eine sich weiter erholende Zuckernachfrage auf ein weniger elastisches Zuckerangebot stoßen und damit den fundamentalen Treibstoff für höhere Zuckerpreise bereitstellen.

 

20.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)