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Tesla überrascht im zweiten Quartal mit wieder deutlich besseren Absatzzahlen, doch die Anleger reagieren dennoch enttäuscht

Gut ist bei Tesla noch lange nicht gut genug

NTG24 - Tesla überrascht im zweiten Quartal mit wieder deutlich besseren Absatzzahlen, doch die Anleger reagieren dennoch enttäuscht

 

Das jahrelange Wachstum bei Tesla erlitt in der jüngeren Vergangenheit teils heftige Rückschläge. In einigen Ländern brachen die Absatzzahlen regelrecht ein. Besonders in Europa schwächelte der E-Auto-Pionier heftig, was Experten auf eine veraltete Produktpalette, wegfallende Subventionen und das politische Auftreten von Konzernchef Elon Musk zurückführten. An alledem hat sich im Prinzip wenig verändert.

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Umso überraschter waren die Märkte deshalb auch darüber, dass Tesla (US88160R1014) nun für das zweite Quartal überraschend starke Absatzzahlen meldete. Eingestellt hatten die Analysten sich auf rund 400.000 verkaufte Fahrzeuge. Geworden sind es dem Unternehmen zufolge etwas mehr als 480.000, also mal eben 20 Prozent mehr als die Konsensschätzung. Verglichen mit den Zahlen aus dem Vorjahreszeitraum ging es um etwa ein Viertel aufwärts.

 

 

 

Das deckt sich mit den Zahlen der Branchenverbände aus dem Juni. In Frankreich konnte Tesla seine Absatzzahlen verdoppeln. In Schweden ging es um 56 Prozent aufwärts und in Italien um 43 Prozent. Es weht also ein Hauch von Comeback durch die Luft. Die Aktionäre ließen sich davon allerdings nicht begeistern. Die Tesla-Aktie musste trotz der guten Neuigkeiten gestern Verluste von 7,5 Prozent verkraften, was den Kurs unter die Marke von 400 US-Dollar beförderte. Für die Vorbehalte der Anteilseigner gibt es handfeste Gründe.

 

Tesla muss sich BYD geschlagen geben

 

Skeptische Naturen erinnern sich daran, dass Tesla im vergangenen Jahr außergewöhnlich niedrige Absatzzahlen vorzuweisen hatte. Allein das dämpft die Freude über die prozentual hohen Aufschläge bereits etwas. Im historischen Vergleich gelingt eine Erholung, aber noch keine neue Rekordjagd. Darüber hinaus wird für die guten Zahlen im zweiten Quartal auch die Entwicklung beim Ölpreis als wichtiger Impuls angesehen. Dadurch bedingt wurden Elektroautos wieder attraktiver. Da die Ölpreise sich mittlerweile aber wieder deutlich reduziert haben, scheint dieser Vorteil sich langsam wieder in Luft aufzulösen.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenFür die vielleicht größte Skepsis sorgte allerdings der chinesische Rivale BYD, welcher laut „Der Aktionär“ den Titel als weltweit größter Anbieter von reinen Elektroautos zurückerobern konnte. Zu verdanken war dies zu weiten Teilen besseren Geschäften im Ausland. Mittlerweile verkauft BYD dort 43 Prozent seiner Vehikel. Es wird also in den wichtigsten Märkten von Tesla gewildert, und das mit zum Teil moderneren Fahrzeugen zu vergleichsweise günstigen Preisen.

Es ergeben sich letztlich Anzeichen dafür, dass die guten Zahlen lediglich ein kurzzeitiger Ausreißer, aber noch keine allgemeine Trendwende gewesen sein könnten. Mit Sicherheit feststellen lässt sich das freilich noch nicht. Der Blick auf den Aktienkurs verrät allerdings, dass die Zweifler momentan in der Überzahl sind. Daraus lässt sich dann auch ableiten, dass Fantasien zu Robotaxis und humanoiden Robotern die Tesla-Aktie nicht mehr alleine tragen können. Die Blicke gehen verstärkt wieder auf die Absatzzahlen, wo noch nicht jeder Zweifel aus der Welt geschafft werden konnte.

 

Die Richtung stimmt

 

Immerhin stimmt bei Tesla die grundsätzliche Richtung bei den Absatzzahlen wieder, was an dieser Stelle nicht unter den Teppich gekehrt werden soll. Allerdings darf das im Kurs längst als eingepreist angesehen werden. Um die weiterhin hohe Bewertung zu rechtfertigen, braucht es schlicht mehr als nur eine erste Erholung. Zudem muss sich Tesla dem Vergleich mit der Konkurrenz stellen und fällt dabei längst nicht mehr so positiv auf wie in vergangenen Jahren.

Es braucht also wohl noch Signale, um aus einem einzelnen guten Quartal eine längerfristige Entwicklung werden zu lassen. Bis es dazu Gewissheit gibt, werden noch einige Monate ins Land ziehen. Bis dahin spricht nichts dagegen, die Füße stillzuhalten und das Ganze als Unbeteiligter zu verfolgen. Vielleicht auch mit Blick darauf, ob Tesla bei seinen großen Robotaxi-Plänen merkliche Fortschritte machen kann.

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03.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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