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Nach Bankenstresstest neue Kapitalvorgaben in den USA

Großbanken in den USA mit neuen Kapitalvorgaben

 

Die US-Notenbank hat als Konsequenz aus dem neuen Banken-Stresstest individuelle Kapitalvorgaben für die großen Banken in den USA definiert. Besonders relevant sind jene Institute mit einer Bilanzsumme von mehr 100 Mrd. US-Dollar. Die neuen Kapitalvorgaben gelten ab dem 01.10.2020. Dies teilte das Federal Reserve Board gestern mit.

Die höchsten harten Kernkapitalquoten müssen die Investmentbanken Goldman Sachs mit 13,7 % und Morgan Stanley mit 13,4 % erfüllen.

In seinem letzten Banken-Stresstest hatte die US-Notenbank 34 Bankinstitute tiefgehend auf Geschäftsrisiken, Liquidität und Kapitalausstallung geprüft. Dieses Vorgehen ist eine Konsequenz aus der Finanzkrise 2008/09. So prüft das FED jedes Jahr in Szenarien, wie die großen US-Banken eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise bewältigen würden.

2020 wurden zudem die Folgen der Corona-Pandemie auf das Kapital der Banken geprüft. Die Ergebnisse waren Ende Juni veröffentlicht worden.

Ergebnis: Prinzipiell würden die Banken eine einen schweren und länger anhaltenden konjunkturellen Abschwung stand halten. Um diese Fähigkeit zu erhalten, sollen die Banken jedoch bis mindestens zum 4. Quartal 2020 auf Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe verzichten.

 

Neuer Stress-Kapitalpuffer

 

Die neu definierten Kapitalanforderungen der US-Notenbank ergeben sich aus den Mindest-Kapitalanforderungen von 4,5 % und dem erstmals veröffentlichten neuen Stress-Kapitalpuffer. Die Größe des Stress-Kapitalpuffers ergibt sich daraus, wie gut sich das einzelne Bankinstitut in einem länger anhaltenden Konjunkturabschwung zurechtkäme.

Der tiefste mögliche Puffer liegt bei 2,5 %. Dieses Niveau gilt etwa für die Citigroup. Den größten Kapitalpuffer fordert das FED von der Tochter der Deutschen Bank in den USA mit 7,8 % und JP Morgan Chase mit 3,3 %.

 

Fazit

 

Die US-Notenbank fordert konsequent von den großen systemrelevanten Banken eine risikoadjustierte, stressresistente Kapitalausstattung. Insgesamt erscheint das US-Bankensystem damit stabiler als jenes in der Europäischen Union oder in China. Dass die Notenbank den Corona-Schock zum Anlass nahm, die individuellen Stress-Kapitalpuffer anzupassen, spricht für die Handlungsfähigkeit der Zentralbank und im Ergebnis für aufsichtsrechtliche Vorteile der USA. Dies ist zwar noch keine Überlebensgarantie für den Ernstfall. Gleichwohl sinkt durch dieses Vorgehen auch der Interventionsbedarf im Krisenfall.

 

11.08.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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