Angeblich auf Drängen von US-Präsident Donald Trump kündigt Walmart günstigere Preise für Lebensmittel an
Als Gegenleistung erhält Walmart eine Empfehlung von Trump
Wenn US-Präsident Donald Trump anruft, scheint nicht nur FIFA-Präsident Gianni Infantino dessen Wünsche bereitwillig zu erfüllen. Auch bei Walmart wird nicht lange gefackelt. Das zumindest behauptet Trump selbst in einem Post seiner Plattform „Truth Social“ und brüstet sich damit, Amerikanern das Leben etwas angenehmer zu machen.
Tatsächlich ließ Walmart (US9311421039) am Montag verkünden, die Preise für einige Lebensmittel zu senken, und das zum Teil deutlich. Hackfleisch gibt es beispielsweise künftig rund zwölf Prozent günstiger. Donald Trump wird in der Unternehmensmitteilung allerdings mit keinem Wort erwähnt. Letzterer rührte dennoch die Werbetrommel und bezeichnete Walmart als ein „wahrhaft patriotisches Unternehmen, das die USA liebt“.
Weder von Trump noch von Walmart wird freilich erwähnt, dass das fragliche „Ground Beef“ auch nach der Preissenkung noch teurer ist als zu Jahresbeginn. Im Januar war ein Pfund des Produktes noch zu 5,60 bis 5,70 US-Dollar zu haben. Nun soll der Preis von 6,74 Dollar auf 5,94 Dollar zurückgehen. Es bleibt bei einer Preiserhöhung von rund vier Prozent im laufenden Jahr. Wer auf 2025 blickt, als es ein Pfund Hackfleisch bei Walmart noch für rund 5 Dollar gab, wird die Preissteigerung noch sehr viel deutlicher.
Es liegt auf der Hand, dass Donald Trump die Lorbeeren für Preissenkungen einheimsen möchte. Schließlich stehen die Midterms bevor und in Umfragen stehen die Republikaner nicht eben gut da. Ob Trump damit Walmart einen Gefallen tut, ist gerade aufgrund seiner extrem niedrigen Beliebtheitswerte indes fraglich. Die Anleger scheinen sich da auch nicht einig zu sein. Die Walmart-Aktie gab am Montag um 1,1 Prozent auf 110,65 Dollar nach.
Walmart: Eine Gratwanderung
Unabhängig von der Politik ist der Zeitpunkt für Preissenkungen von Walmart günstig gewählt. Niedrigere Ölpreise nehmen etwas den Druck vom Kessel und stärkere Importe von Rindfleisch dürften ebenfalls ihren Teil beitragen. Noch sind die Effekte nicht vollständig durch die Lieferketten geflossen. Walmart dürfte aber darauf setzen, kurzfristig die Nachfrage anzukurbeln und davon später umso mehr profitieren zu können. Ein wenig geht das Unternehmen damit ins Risiko, was aus Anlegersicht aber verschmerzbar ist.
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07.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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