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OPEC+, Iran, Russland – was macht der Ölpreis?

Öl – Gerangel um Förderquoten und ,,High Politics‘‘

 

Der Ölpreis oszilliert derzeit unruhig hin und her. Nachdem er gestern erst stark begann, ging er im Zuge der scharfen Abwärtsbewegung im Aktienhandel ebenfalls wieder deutlich zurück. Der Preis für die Ölsorte Brent gab dabei um fast 2 US-Dollar nach.

Neben der allgemeinen Risikoaversion der Aktienmärkte belastete auch die ergebnislose Sitzung der OPEC+ den Ölpreis.

Eine Mehrheit der OPEC-Länder, allen voran Saudi-Arabien, ist zwar bereit, die Produktion im Februar unverändert lassen. Jedoch besteht Russland bislang auf einer Anhebung der Förderung um 500.000 Barrel pro Tag. Und für eine verbindliche Regelung bedarf es der Zustimmung aller Mitglieder.

Bereits im Dezember war absehbar, dass die OPEC+ mit ihrer damaligen Kompromiss-Vereinbarung zur Feinsteuerung wenig Erfolg haben dürfte.

Jedoch ist auch richtig, dass es ohne eine Einigung noch schlechter gekommen wäre. Diese ,,Alternativlosigkeit‘‘ im Angesicht einer weiter um sich greifenden Lockdown-Politik als Antwort auf die steigenden Corona-Zahlen und den zu erwartenden neuen Nachfrage-Schock lässt auch diesmal irgendeine Art von Kompromiss erwarten.

Stabilisieren könnte den Ölpreis zudem eine Entwicklung aus dem Bereich Sicherheitspolitik: Die Entscheidung des Iran zur weiteren Uran-Anreicherung dürfte eine Aufhebung der US-Sanktionen und damit eine Rückkehr des Irans an den Ölmarkt zumindest kurzfristig verhindern.

Der Ölpreis verharrt derweil weiter unter seinem Widerstand bei rund 53,30 US-Dollar. Ein starkes charttechnisches Signal wäre dabei erst das Überwinden des mittelfristigen Abwärtstrends, welcher aktuell rund 58 US-Dollar höher verläuft.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeSollte dieser Sprung nicht gelingen, ist ein erneuter Rückgang deutlich wahrscheinlicher als eine ,,ruhige‘‘ Seitwärtsbewegung. Denn ein Blick auf die Entwicklung der letzten 20 Jahre zeigt, dass der Ölpreis nur in weniger als 5 % dieses Zeitraumes seitwärts tendierte. Den Ölpreis zu stabilisieren gerät deshalb leicht zur Aufgabe, ,,den Pudding an die Wand zu nageln‘‘.

 

Fazit

 

Der Ölpreis befindet sich derzeit weiter sowohl unterhalb seiner Widerstandszone bei 53,30 US-Dollar als auch unter seinem mittelfristigen Abwärtstrend. Ein längeres Verweilen auf diesem Niveau ist vor dem Hintergrund der Preishistorie des Ölpreises unwahrscheinlich. Dabei ist das Abwärtspotenzial mindestens so groß wie der Weg nach oben bis zum mittelfristigen Abwärtstrend. Daraus ergibt sich für den Ölpreis der Sorte Brent ein derzeit leicht negatives Preisszenario bei höherer zu erwartender Volatilität.

 

05.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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