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Marktbericht Gold – Fibonacci, Fraktale, Momentum und Trendlinien - hat Gold diese Woche das Korrekturtief vor dem nächsten Allzeithoch markiert?

Die Handelswoche in Gold vom 29.06. – 03.07.2026

NTG24 - Marktbericht Gold – Fibonacci, Fraktale, Momentum und Trendlinien - hat Gold diese Woche das Korrekturtief vor dem nächsten Allzeithoch markiert?

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Nach der analytisch zähen Phase in den letzten Handelswochen kam es bei Gold in der abgelaufenen Handelswoche zu einer bemerkenswerten qualitativen Neubewertung. Denn das gelbe Edelmetall fand in den letzten Tagen in mehrfacher Hinsicht neue Hoffnung auf eine wirkliche Beendigung seiner seit mehr als 5 Monate dauernden starken Korrekturbewegung. Dabei verbesserte sich die technische Situation für Gold in verschiedener Hinsicht, welche nachfolgend genauer dargestellt werden. Eine insgesamt weniger volatile Handelswoche bei Öl und dem US-Dollar macht einen näheren Blick auf die Veränderungen noch interessanter.

Nachdem wir in der vergangenen Woche noch zur Geduld im Warten auf eine Schubumkehr beim Goldpreis rieten lässt sich als Fazit der abgelaufenen Handelswoche mit einiger Evidenz vermuten, dass Gold sein Korrekturtief gesehen haben dürfte.

Die abgelaufene Handelswoche zeigte sich geopolitisch volatil, weshalb der nur wenig veränderte US-Dollar für einige Investoren umso interessanter gewesen sein dürfte. Dies auch deshalb, weil sich der Euro zum US-Dollar auf Wochenschlusskurs-Basis wieder über die Nackenlinie schleppte, mit deren Unterschreiten er in der vergangenen Woche noch ein neues Verkaufssignal gegeben hatte. Anzumerken ist allerdings, dass das Signal auf Monatscandle-Basis ebenfalls generiert, aber noch nicht bestätigt wurde. Dies sollte man für den Monatsultimo Juli im Auge behalten.

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Hinzu kam, dass der Ölpreis trotz des Verhandlungsgerangels zwischen den USA und dem Iran ebenfalls per saldo kaum verändert ins Wochenende ging. Auch hier bleiben ,,Mixed Emotions‘‘ beim Anleger zurück. Denn die Spannungen sind weiter vorhanden, die Geduld verschiedener Akteure scheint sehr strapaziert. Gleichwohl zeigt gerade das Bemühen Pakistans und einiger Golfmonarchien um eine längerfristige Befriedung der Lage am Persischen Golf, dass der Friedenswille zwar ungleich verteilt, aber dennoch vorhanden ist. Der Glaube der Marktteilnehmer an ein Happy End am Golf lebt also weiter.

 

Gold stoppt Abwärtstrend

 

Gold (TVC:GOLD) erhielt in dieser Handelswoche die lange erwarteten neuen Impulse, wodurch sich der dicke Prognosenebel der vergangenen Wochen deutlich lichtete. Per saldo stieg der Goldpreis von 4.088,38 USD in der Vorwoche auf 4.175,69 USD und damit um 2,1 %.

Es ist deshalb aus analytischer Sicht interessant, nach möglichen Anzeichen für die optimistische Vermutung zu suchen, nach der der Goldpreis in dieser Woche das Korrekturtief seines seit Ende Januar 2026 laufenden Abwärtstrends gebildet hat.

Chart 1 zeigt dazu die Trendlinien der letzten bedeutenden Abwärtsbewegung, die sich am 17.06.2026 um 14 Uhr nochmals beschleunigte, als der Markt die Ergebnisse der ersten Sitzung der US-Notenbank unter seinem neuen Präsidenten Kevin Warsh im Sinne einer restriktiveren Geldpolitik interpretierte, was den US-Dollar stärkte und den gesamten Rohstoffkomplex und damit auch Gold nach unten drückte.

 

Gold / US-Dollar

 

Der Chart auf Stundencandle-Basis zeigt, dass der Goldpreis mehrfach versuchte, seinen seit dem 17.06.2026 laufenden Abwärtstrend zu überwinden und dies am 26.06.2026 auch schaffte. Damit war aus dynamischer Sicht das Potenzial für eine statische Bodenbildung geschaffen.

In den Handelstagen danach kam es jedoch zu einem neuen Abwärtsimpuls, bei dem am Montag dieser Handelswoche, dem 29.06.2026, auch noch ein neues Jahrestief markiert wurde. Diese technisch zähe Indikatoren-Lage hatte bereits vorher zu dem erwähnten dicken Prognosenebel geführt. Und diese spitzte sich mit dem neuen Jahrestief in dieser Woche nochmals zu, was automatisch die Frage nach einer Bestätigung dieses Tiefs stellt!

Ein Blick auf die Umsatzentwicklung in Chart 1 zeigt jedoch, dass dieses neue Jahrestief nicht von einem deutlichen und anhaltenden Umsatzanstieg begleitet wurde. Zudem kam es auch nicht zu Anschlussverkäufen. Stattdessen holte Gold die Vortagesverluste am Dienstag fast wieder auf. Und auch die absolute Differenz des neuen Jahrestiefs bei 3.942,10 USD zum vorangegangenen Tief, welches am 24.06.2026 mit 3.959,08 USD markiert wurde, zeigt keinen signifikanten Einbruch. Deshalb musste schon am Dienstag die Frage gestellt werden, ob es sich bei dem neuen Jahrestief um ein Fehlsignal nach unten handelte!

In diesem Zusammenhang ist ein erneuter Blick auf Chart 1 hilfreich. Dort zeigt sich nämlich, dass Gold am Mittwoch kurz an einer flacheren Abwärtstrend-Linie hängen blieb, diese aber im Tagesverlauf mit guten Umsätzen überwand und sich auch danach darüber halten konnte.

Diese Impulsfolge führte zu einem Kursmuster, das gleichzeitig als qualitativer Doppelboden inklusive Fehlsignal nach unten als auch als fraktaler Boden mit Mustervollendung interpretiert werden kann.

Nach zweit weiteren Aufwärtsimpulsen hat Gold die Handelswoche kurz unter dem statischen Widerstand vom 22.06.2026 geschlossen, der als Ausgangspunkt eines Doppelbodens markiert werden kann. Dieser statische Widerstand wurde zudem noch von einer Abwärtstrend-Linie verstärkt, deren Ursprung in Chart 2 deutlich wird.

Es kann also festgehalten werden, dass Gold in dieser Handelswoche technisch ein neues Jahrestief markierte. Dieses lag aber weder signifikant unter dem vorherigen noch wurde dies von einem deutlichen Umsatzanstieg begleitet. Es kann also plausibel behauptet werden, dass es sich dabei um ein charttechnisches Fehlsignal handelt.

Dies wiederum hat Konsequenzen für die mittelfristige Prognose für den Goldpreis. Diese Vermutung sollte aber durch weitere Indikatoren bestätigt werden.

 

Gold / US-Dollar Vier-Stunden-Chart

 

Chart 2 zeigt nun die Herkunft der flacheren Abwärtstrend-Linie aus Chart 1. Dieser stammt aus einem Zwischenhoch am 29.05.2026, der darüber liegende stammt vom Zwischenhoch vom 11.05.2026.

Diese beiden Abwärtstrend-Linien sind die nächsten dynamischen Widerstände, die der Goldpreis überwinden muss, um die Vermutung einer mittelfristigen Trendumkehr zu bestätigen.

 

Die fraktale Struktur des Goldpreis-Bodens

 

Nachfolgend wird eine Mustervermutung für die Hypothese einer Bodenbildung bei Gold präsentiert, die sich aus einem skaleninvarianten (fraktalen) Muster ergibt. Zwar wurde unsere fraktale Mustervermutung eines anderen Bodenmusters in der Vorwoche falsifiziert. Wie wir aber schon anmerkten, spricht dies eben nicht gegen die Bestätigung eines anderen Bodenmusters im weiteren Verlauf. Auf der Basis der Entwicklung in der abgelaufenen Handelswoche wird nachfolgend eine aktualisierte Musterhypothese vorgeschlagen.

 

Gold / US-Dollar fraktale Struktur

 

Dabei markiert das orangene Rechteck die höhere Dimension des fraktalen Musters, die Punkte 1, 2 und 3 die qualitativen Musteranker (Tief, Hoch, Tief) und die Punkte 1‘, 2‘ und 3‘ die qualitativen Äquivalente auf niedrigerer Skala. Qualitativ entspricht somit 1‘ auf niedrigerer Skala dem Punkt 1 auf höherer Skala. Gleiches gilt für 2‘ und 2 sowie 3‘ und 3. Würde man also das lila Rechteck vergrößern und an die höhere Dimension anpassen, erhielte man qualitativ ähnliche Musteranker.

Hier wird nun auch deutlich, wie wichtig ein Trendbruch nach oben ist. Denn damit springt der Goldpreis bei der Bodenbildung eben auch in eine höhere Dimension und kann dadurch in dieser auch eine Musterbestätigung generieren.

Damit ist die Betrachtung fraktaler Strukturen aber noch nicht beendet. Dies zeigt ein Blick auf Chart 4, der den Goldpreis auf Tagescandle-Basis darstellt.

 

Gold / US-Dollar Tagescandle

 

Links im Chart ist das Zwischentief der zweiten Abwärtswelle mit einem orangenen A markiert, das seinen Tiefpunkt bei 4.099,12 USD fand und am 23.03.2026 erreicht wurde. Die von dort ausgehende blaue Horizontale markiert das Niveau, auf dem ein gedachter Doppelboden (mit dem Zwischentief vom 23.03.2026 als erstem Teilboden) hätte vermutet werden können.

Mit Unterschreiten dieses Kursniveaus (4.099,12 USD) war die Vermutung eines Doppelbodens praktisch falsifiziert, da angenommen wird, dass der zweite Teilboden höher liegt als der erste.

Was wäre nun aber, wenn dieses Impulsmuster zu dem auf kleinerer Ebene passt, das wir zuvor skizziert hatten. Dann wäre das Tief vom 23.03.2026 nur die Abgrenzung der gesamten Bewegung zwischen dem 23.03.2026 und dem Unterschreiten dieses Tiefpunktes, was am 10.06.2026 geschah, wobei am 11.06.2026 das Zwischentief erreicht wurde.

Damit lässt sich festhalten, dass die gesamte Entwicklung nach dem 11.06.2026 als zweiter Teilboden eines Doppelbodens interpretiert werden kann, dessen Impulsfolge und qualitativen Ankerpunkte bereits zuvor mit 1,2,3 bzw. 1‘, 2‘ und 3‘ beschrieben wurden.

Auf höherer Skala entspräche Impuls 1 dem Punkt A (orange), Punkt B wäre das Zwischenhoch zwischen diesem Punkt A (orange) und dem 11.06.2026 und Punkt C wäre die gesamte Entwicklung seit dem erneuten Unterschreiten am 24.06.2026.

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Auch auf dieser höheren Skala wurde das erste Tief vom 23.03.2026 unterschritten, und auch hier hat dieses Unterschreiten zur Falsifizierung der Hypothese eines Doppelbodens geführt. Aber auch diese Hypothese kann aufrechterhalten werden, wenn man annimmt, dass es sich bei dem Unterschreiten der Marke von 4.099,12 USD ab dem 10.06.2026 um ein Fehlsignal nach unten handelt! Dieses Verhalten zeigt sich auf Tagesbasis in der Differenz zwischen A und A‘ (orange) und B und B‘ (grün). Das Impulsmuster ist jeweils gleich, und bei beiden Skalen kann das Unterschreiten des ersten Teilboden auf aktueller Basis als vorläufiger Fehlausbruch nach unten interpretiert werden. Warum? Weil wir inzwischen die Marke von 4.099,12 USD wieder überschritten haben, und zwar signifikant auf kleinerer Basis und absolut auf Tagesbasis. Die Bestätigung auf Monatsbasis steht noch aus, weshalb auch hier der Monatsultimo Juli besonders interessant ist, da er die genannten Muster auf langfristiger Ebene bestätigen könnte!

Chart 5 zeigt nun noch eine zusätzliche rote Linie bei 3.886,47 USD, welche wir in den Vorwochen bereits als relativ schwache Unterstützung für den Goldpreis markiert hatten. Dass eine vermutete Bodenbildung inklusive Fehlausbruch nach unten trotz allem oberhalb dieser Unterstützung stattgefunden hat legt nahe, dass das aktuelle Kursmuster eines Doppelbodens das abschließende Konsolidierungsmuster für Gold ist und es eben nicht noch eine Etage tiefer geht!

 

Gold / US-Dollar Unterstützungen

 

Chart 5 zeigt außerdem einen weiteren interessanten Umstand. Das genannte Zwischentief vom 28.10.2025 bei 3.886,47 USD markiert selbst einen Doppelboden, mit dem der enorme Kursanstieg von Gold bis zum Zwischenhoch vom 20.10.2025 konsolidiert wurde.

Des Weiteren zeigt Chart 6 nun noch den Goldpreis auf Wochencandle-Basis.

 

Gold / US-Dollar Fibonacci-Retracement

 

In ihm ist ein klassisches Zurechtbiegen der Realität dargestellt. Will man die Fibonacci-Retracements nutzen, um die eigene Hypothese zu stützen, sucht man ein Ausgangsniveau null, von dem aus signifikante Retracements (50 % und 61,8 %) auf dem Niveau des vermuteten Bodens liegen und damit die Korrekturhypothese bestätigen.

Chart 6 zeigt nun, dass das 50 %-Retracement aktuell für Gold einige technische Relevanz haben kann. Denn der Ausgangspunkt der Bewegung ist ebenfalls ein Konsolidierungstief, und zwar der ersten großen Aufwärtsbewegung nach dem Ausbruch aus der rund fünfjährigen Seitwärtsbewegung ab Februar 2024. Der mit diesem Ausgangspunkt gesetzte Zeitraum für die absolute Höhe des zu konsolidierenden Kursgewinns ist deshalb zumindest nicht unplausibel. Fakt bleibt aber hierbei, dass innerhalb dieses Zeitrahmens das bisherige Korrekturtief einigermaßen exakt auf dem 50 % - Fibonacci-Retracement liegt!

Schließlich soll in Chart 7 noch ein Blick auf die Entwicklung der Indikatoren geworfen werden, welche bisher schon für die Analyse der technischen Situation von Gold verwendet wurden.

Dabei ist unter dem Tagescandle-Chart im oberen Teil der Korrelations-Koeffizient zum Dollarindex (CC) und das Momentum (Mom) unterhalb dargestellt.

 

Gold / US-Dollar mit Korrelationskoeffizient und Momentum

 

Der aktuelle Korrelationskoeffizient zum Dollarindex liegt dabei zwar immer noch weit im negativen Bereich, jedoch lag der Wert vor einer Woche noch bei – 0,88. In der abgelaufenen Handelswoche stieg dieser dann leicht an und lag am Freitagabend bei – 0,82. Für eine Neubewertung reicht dies natürlich noch nicht. Aber die Richtung einer Abschwächung der hohen negativen Korrelation zum US-Dollar deutet zumindest darauf hin, dass der Druck auf Gold durch den US-Dollar etwas nachgelassen hat.

Deutlicher hingegen ist die Verbesserung des Momentum-Indikators. Dieser lag vor einer Woche noch im negativen Bereich und fiel bis zur Wochenmitte sogar weiter. Danach allerdings drehte er nach oben und schloss die Woche sogar im positiven Bereich!

 

War das Wochentief der Korrekturboden für Gold?

 

Auf der Basis der hier präsentierten Daten ist die Annahme plausibilisiert worden, dass Gold in dieser Handelswoche seinen Korrekturboden in der seit Ende Januar 2026 laufenden Konsolidierung gebildet hat. Einige Indikatoren sind noch nicht stabil genug, was auch dazu passt, dass die Skala der Veränderung aktuell noch klein ist. Man darf sich deshalb auch noch nicht sicherer sein, als es die Gesamtschau der aufgeführten Indikatoren hergibt.

Gleichwohl bestätigen diese Indikatoren die Vermutung, dass das Muster dieser Konsolidierung das eines fraktalen Doppelbodens mit eingebauten Fehlausbruch nach unten ist.

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Dieses Fehlsignal hatten wir eigentlich für Silber erwartet (Slingshot-Move). Man darf deshalb gespannt sein, ob auch Gold einen ähnlichen Schwung auf dem Weg nach oben entwickelt. Denn bis zum Allzeithoch bei 5.602,22 USD sind es aktuell noch 1.426,53 USD. Der Weg nach oben ist impulstechnisch dabei in den Mustern auf kleinerer Ebene zu suchen, welche sich seit dieser Woche bilden. Und genau das macht die weitere Entwicklung des Goldpreises so spannend!

 

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04.07.2026 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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