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Marktbericht Platin und Palladium – Erstarken in der Trend-Kurve: das zarte Pflänzchen des neuen Aufwärtstrends

Die Handelswoche in Platin & Palladium vom 29.06. – 03.07.2026

NTG24 - Marktbericht Platin und Palladium – Erstarken in der Trend-Kurve: das zarte Pflänzchen des neuen Aufwärtstrends

 

Platin und Palladium konnten sich in der abgelaufenen Handelswoche deutlich stabilisieren. Dies gelang Palladium sogar noch besser als Platin, jedoch zeigten damit beide Edelmetalle, dass man sie nicht abschreiben sollte. Die Signalarmut der Vorwochen nahm ab, vor allem bei einem Blick auf kleinere Kursskalen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Trendwechsel ist damit in dieser Woche deutlich gestiegen.

Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) hatten es in den vergangenen Wochen nicht leicht. Das Sentiment war bei beiden Edelmetallen ,,angefressen‘‘, was sich in diversen charttechnischen Indikatoren widerspiegelte.

In der abgelaufenen Handelswoche änderte sich zumindest schon einmal die Windrichtung etwas, auch wenn es noch nicht zu einer signifikanten Richtungsänderung kam. Dies lag auch am Makro-Umfeld, in dem es zu keinen größeren Schocks durch den US-Dollar oder den Ölpreis kam. Dies muss natürlich nicht so bleiben. Die derzeitige relative Ruhe an der Makro-Front nutzten beide Metalle dafür, wieder neue Kräfte zu sammeln.

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Platin und Palladium in der Stabilisierungsphase

 

Platin und Palladium konnten sich deshalb in der abgelaufenen Handelswoche wieder stabilisieren. Platin legte nach den Verlusten der Vorwochen von 1.611,91 USD auf 1.632,81 USD bzw. 1,3 % zu, während Palladium gleichzeitig von 1.192,02 USD auf 1.254,07 USD stieg und damit 5,2 % gewann.

Wie stark der vorangegangene Ausverkauf bei Platin war, zeigt ein Blick auf Chart 1, in dem auf Wochencandle-Basis die Entwicklung des Platinpreises dargestellt ist.

 

Platin / US-Dollar Wochencandle

 

Es zeigt sich, dass Platin bei historisch sehr hohen Umsätzen in den 7 Vorwochen jeweils einen Wochenverlust markiert hat (lila Rechteck). Dabei wurde in der 4. Verlustwoche auch der mittelfristige Aufwärtstrend gebrochen, in dessen Folge sich der Ausverkauf nochmals deutlich beschleunigte.

Insgesamt hat Platin im Verlauf der Korrektur praktisch alle seit Ende September 2025 erzielten Kursgewinne wieder abgegeben. In der aus dieser Phase stammenden Unterstützungszone ist, wie Chart 1 auch zeigt, Platin nun hängen geblieben.

Die Entwicklung auf 4-Stunden-Basis zeigt Chart 2. Darin ist der gebrochene Aufwärtstrend sowie der seit dem 13.05.2026 laufende Abwärtstrend dargestellt. Im lila Kreis am unteren rechten Rand ist dabei zu sehen, dass dieser Abwärtstrend am Donnerstag knapp überwunden wurde.

 

Platin / US-Dollar Vier-Stunden-Chart

 

Ein weiterer Blick auf 3-Stunden-Basis zeigt die Entwicklung genauer.

 

Platin / US-Dollar Drei-Stunden-Chart

 

Denn hier wird nun deutlich, dass diesem noch zarten Trendbruch bereits kleinere Trendbrüche steilerer kurzfristiger Trendlinien vorausgingen, die ihren Beginn in dem Zwischenhoch vom 16.06.2026 haben.

Dies bedeutet, dass der Trendbruch der längerfristigen Abwärtstrend-Linie am Donnerstag auch eine Bestätigung des Ausbruchs nach oben bei kürzeren Abwärtstrend-Linien ist. Zwar sind die Umsätze noch nicht besonders hoch, ein Blick auf noch kleinerer Skala zeigt allerdings, dass die Umsätze beim Überwinden dieser kürzeren Abwärtstrends relativ bereits deutlich erhöht sind. Dies verdeutlicht die charttechnische Relevanz dieser kürzeren Abwärtstrends für die Bewertung auf höherer Skala.

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Palladium mit mehr Schwung auf tieferem Niveau

 

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei Palladium. Hierbei ist aber auch zu berücksichtigen, dass Palladium seit Herbst vergangenen Jahres deutlich hinter der Entwicklung von Platin zurückblieb.

Chart 4 zeigt den relativen Verlauf beider Schwestermetalle, wobei auffällt, dass die Differenz in der Wochenperformance vor allem in der ersten Wochenhälfte gebildet wurde. Dort zeigte Palladium eine positive Divergenz zu Platin, welche es im weiteren Wochenverlauf halten konnte.

 

Palladium und Platin im Vergleich

 

Wie wir bereits in früheren Wochenberichten anmerkten, führte die relative Schwäche von Palladium dazu, dass bislang kein überzeugendes Kursmuster für eine Bodenbildung erkennbar ist.

Ein Blick auf die Entwicklung auf Tagesbasis in Chart 5 verdeutlicht, dass Palladium technisch von einer Unterstützung zur nächsttieferen ,,durchgereicht‘‘ wurde. Dabei entstand eine Umkehrformation nach unten in Form einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation, deren Nackenlinie durch das Zwischentief vom 23.03.2026 bei 1.285,48 USD markiert wurde, welches dann am 05.06.2026 signifikant gebrochen wurde.

 

Palladium / US-Dollar

 

Interessant ist dabei nun aber, dass die danach aufgelaufenen Kursverluste bei weitem nicht so stark waren, wie es nach dem Bruch zu erwarten gewesen wäre. Stattdessen fiel Palladium in die links als lila Rechteck markierte Unterstützungszone des Zwischentiefs vom August 2025.

Nun ist Palladium sozusagen eingeklemmt zwischen der zugehörigen Unterstützung (rote Horizontale) und dem mittelfristigen Abwärtstrend.

Und die charttechnisch bedeutsame Entwicklung in dieser Woche ist, dass diese mittelfristige Abwärtstrend-Linie überwunden wurde!

Chart 6 zeigt die Entwicklung der vergangenen Tage auf 1-Stunden-Basis.

 

Palladium / US-Dollar Ein-Stunden-Chart

 

Hierbei wird deutlich, dass der Kurs am Donnerstag mit deutlich erhöhten Umsätzen zunächst von unten an diese Abwärtstrend-Linie anstieß und an ihr abprallte. Kurz darauf überwand Palladium diese Abwärtstrend-Linie und setzte bis zum Handelsschluss am Freitag von oben auf diese wieder auf. Dies entspricht dem klassischen Verhalten beim Bruch einer Trendlinie. Es wird nun spannend sein zu sehen, ob Palladium zu Wochenbeginn dieses kurzfristige Kaufsignal bestätigen kann oder wieder unter die Trendlinie zurückfällt.

Die Umsatzentwicklung an den genannten technisch sensiblen Schwellen gibt aber einen deutlichen Hinweis darauf, dass Palladium sich nicht nur stabilisiert hat, sondern auch bereits erste Signale einer Trendumkehr sendet!

 

Was bringt die kommende Handelswoche?

 

Die beschriebene technische Stabilisierung bei Platin und Palladium hat die Wahrscheinlichkeiten kommender Ereignisse verändert.

Auf kleinerer Skala haben beide Metalle ihre mittelfristigen Abwärtstrends überwunden und damit aus dynamischer Perspektive zarte, noch unbestätigte Signale einer Trendumkehr gesendet.

Sollten diese Signale Bestand haben, ist ein neuer Blick auf die Kursmuster zu werfen, denn gebrochene Muster auf höherer Ebene wie im Falle von Palladium (umgekehrte S-K-S-Formation) sind eben kein Hinderungsgrund dafür, dass sich dann nach Auslaufen dieses Abwärts-Impulses auf kleinerer Dimension eine Umkehrformation nach oben bildet. Das Überwinden des Abwärtstrends ist ein erster deutlicher Hinweis auf die gestiegene Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios!

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Es dürfte sich also lohnen, in der kommenden Handelswoche auf diesbezügliche Signale zu achten. Hierzu zählen neben den Trendlinien und den zugehörigen Umsätzen auch die Entwicklung des Momentums, der relativen Stärke und des Korrelationskoeffizienten gegenüber dem US-Dollar. Denn gerade eine wachsende Robustheit gegenüber dem Druck eines stärkeren US-Dollars würde auf eine höhere innere Stärke bei Platin und Palladium hinweisen.

Insgesamt haben sich in dieser Woche die Chancen auf eine mittelfristige Trendumkehr spürbar verbessert.

 

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05.07.2026 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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