Marktbericht Silber – Einsteigen bitte!
Die Handelswoche in Silber vom 13.07. – 17.07.2026
Die abgelaufenen Handelswoche war für Silber wieder ein Bewährungstest. Der geopolitische Kontext drückte auf die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer, worunter auch der Silberpreis litt. Dem angespannten Sentiment konnte sich auch Silber nicht entziehen. Trotz des deutlichen Wochenverlustes mehren sich inzwischen aber die technischen Signale dafür, dass in der abgelaufenen oder der kommenden Handelswoche das Korrekturtief erreicht wurde bzw. wird.
Silber (TVC:SILVER) stand auch in der abgelaufenen Handelswoche unter Verkaufsdruck und gab im Wochenvergleich von 59,86 USD auf 55,90 USD und damit um 6,6 % nach. Damit bestätigte es erneut seinen Ruf als Optionsschein auf Gold ohne Laufzeitende und Emittentenrisiko!
Mit dem Scheitern der vorläufigen Einigung zwischen den USA und dem Iran (MoU) verflogen in dieser Handelswoche die Hoffnungen auf ein kurzfristiges Happy End am Persischen Golf. Stattdessen finden sich Silber und die anderen Edelmetalle in einem wieder eskalierenden geopolitischen Umfeld wieder. Der Anstieg des Ölpreises um 14,3 % in dieser Handelswoche zeigt, dass der Stress an die Märkte zurückgekehrt ist.
Silber mit neuem Jahrestief
In diesem Umfeld markierte der Silberpreis in der abgelaufenen Handelswoche ein neues Jahrestief. Zunächst unterschritt Silber am Donnerstag mit 55,33 USD das bisherige Jahrestief von vom 24.06.2026 bei 55,60 USD. Am Freitag dann fiel der Kurs schließlich auf 54,78 USD, beendete den Handel dann aber bei 55,90 USD. Diese Differenz von 1,12 USD zwischen Tagestiefstkurs und Tagesschlusskurs ist einen genaueren Blick wert!
Zunächst aber zeigt Chart 1, dass Silber in dieser Handelswoche schon am Montag mit mittleren Umsätzen auch auf Tagesschlusskurs-Basis unter den seit dem 07.04.2025 laufenden mittelfristigen Aufwärtstrend gefallen ist.
No Risk, no Chart-Fun
Dies ist für sich genommen ein dynamisches Verkaufssignal und zeigt das Risiko der aktuellen charttechnischen Situation. Denn nun stellt die statische Unterstützung des Zwischenhochs vom 17.10.2025 die letzte markante Unterstützung für den Silberpreis oberhalb der wichtigen Marke von 50 USD dar!
Chart 2 verdeutlicht diese Konstellation, die auch die stark verringerte Fehlertoleranz anzeigt, die Silber bei der Entwicklung der kommenden Handelstage hat.
Diese Ausgangslage ist alleine wohl kaum ein Grund, in den Investment-Zug einzusteigen. Was also kann einen laufenden Abwärtstrend, ein neues Jahrestief und eine geringe Fehlertoleranz überkompensieren?
Zum einen das schiere Ausmaß der bisherigen Korrektur. Der Kursrückgang seit dem Allzeithoch am 29.01.2026 bei 121,67 USD beträgt zum Jahrestief von 54,78 USD sportliche 55 %!
Und trotz dieses historisch hohen und relativ schnellen Verlustes wurde das massive langfristige Kaufsignal, welches mit dem Ausbruch aus dem 45 Jahre dauernden Seitwärtskanal generiert wurde, nicht entwertet.
Dies bedeutet aber, dass selbst ein weiterer Rücksetzer oberhalb der Marke von 49,81 USD, dem Hoch des Jahres 2011, den Aufwärtstrend signaltechnisch nicht gefährdet!
Sollte Silber in den kommenden Tagen einen nochmaligen Kursrückgang sehen, so passt dies eher dazu, dass damit die letzten Zweifler aus dem Markt gedrückt werden sollen. Denn was gibt es Besseres für überzeugte Optimisten als möglichst niedrige Einstiegskurse.
Auf höherer Zeitskala bleibt es damit dabei, dass Silber weiter eine wenn auch scharfe Korrektur in einem neuen sehr starken Aufwärtstrend durchmacht. Die Verluste in dieser Korrektur korrespondieren dabei mit den ebenfalls sehr großen vorangegangenen Kursgewinnen zwischen April 2025 und Ende Januar 2026!
Ein näherer Blick auf die Kursentwicklung der abgelaufenen Handelswoche in Chart 3 zeigt nun, dass es nicht einfach nur ein neues Jahrestief gab.
Denn nach dem Unterschreiten des als rote Horizontale markierten bisherigen Jahrestiefs beschleunigte sich die Abwärtsbewegung eben gerade nicht.
Stattdessen kam die kurzfristige Abwärtsbewegung zum Stehen und wurde im Tagesverlauf am Freitag mit einem Intraday-Reversal überkompensiert. Die dabei zu sehenden Umsätze waren deutlich höher als bei Unterscheiten der roten Horizontalen!
Auch deshalb lohnt sich zur besseren Darstellung ein Blick auf eine noch kleinere Zeitskala. Diese ist in Chart 4 die 15-Minuten-Skala.
Darin ist der Bruch der kurzfristigen Abwärtstrend-Linie mit den zugehörigen Umsätzen als lila Rechteck markiert. Chart 4 verdeutlicht, dass das Intraday-Reversal vom Freitag zwar den Wochenverlust nicht ausgleichen konnte. Aber es könnte sehr wohl der Beginn einer Schubumkehr gewesen sein, welche in den kommenden Handelstagen zu einer Trendumkehr führt. Dazu muss sich der Bruch der in Chart 4 markierten Abwärtstrend-Linie auch auf höherer Zeitskala zeigen.
Was kommt nächste Woche?
Ob nun mit oder ohne nochmaliges Unterschreiten des bisherigen Jahrestiefs: Silber ist vor dem Hintergrund seiner bisherigen Konsolidierungshistorie in diesem Jahr, des extrem starken langfristigen Kaufsignals vom Herbst 2025 und des zugehörigen extremen Umsatzanstiegs bestens auf eine Trendumkehr nach oben vorbereitet.
Das zuvor bereits beschriebene Slingshot-Szenario (Peitschenschlag), in dem Silber eine Bärenfalle legt, um dann mit zusätzlichem Schwung nach oben auszubrechen, bleibt also auch und gerade bei einem weiteren Kursrückgang relevant und würde die Entwicklung vom März 2020 wiederholen.
Bis dahin deuten die dargestellten Indizien darauf hin, dass Silber seine Korrektur beendet hat. Auch wenn bislang keine klare Symmetrie im Kursverlauf erkennbar ist, die auf ein Kursmuster hinweist, so kann dies kurzfristig offenbleiben. Am Investment-Case und damit dem mittelfristigen Kurspotenzial von Silber ändert dies wenig!
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18.07.2026 - Arndt Kümpel

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