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Albioma / Encavis: Neue Stop Loss - Setzungen

Solarstrom-Umsatz durch Corona- und Witterungseffekte gebremst

 

Am heutigen Tag publizierte der 1982 gegründete führende Solar- und Biomasse-Kraftwerksbetreiber in Frankreich (incl. französischer Hoheitsbebiete), Italien, Spanien, Brasilien und Mauritius, die in Paris ansässige ALBIOMA (FR0000060402) ihre Umsatzzahlen des 3. Quartals sowie der ersten 9 Monate 2020, die ebenso wie die weiteren Unternehmensankündigungen für das Gesamtjahr klar enttäuschten und die Aktie an der Pariser Börse heute um bis zu - 13 % auf Talfahrt schickten (aktuell / 13.20 Uhr: nur noch - 6,7 % bei 39,65 Euro).

Der Konzern wies für das 3. Quartal ein Umsatzminus von - 6 % ggü. dem Vorjahr auf nur 125,8 Mio. Euro aus und verfehlte damit die Analystenkonsensschätzung von 134,0 Mio. Euro deutlich. Auf 9 Monats-Basis erzielte Albioma wenigstens noch einen minimalen Umsatzzuwachs um +1 % gegenüber dem Vorjahr, was belegt, dass sich im 3. Quartal die Geschäftsdynamik hier deutlich abgeschwächt hat.

Auch wenn Albioma diese Umsatzeinbußen im 3. Quartal hauptsächlich mit sehr unternehmensspezifischen Faktoren, wie den zuletzt starken Treibstoffpreisrückgängen (= Indexierungsbasis für Biomasse-Kraftstoffpreise / Konzernumsatzanteil dieser Sparte: 84 %), der zurückliegenden starken Abwertung des brasilianischen Real und der Verschiebung einer wartungsbedingten temporären Solaranlagenschließung in La Réunion in das 3. Quartal hinein begründet, so ist dennoch auch stark die Aussagekraft eines im 3. Quartal gleichfalls - 6 %igen Umsatzrückgangs im französischen Solarstrom-Umsatz (auch auf 9 Monats-Basis etwas geringer um - 4 % gegenüber dem Vorjahr) im Auge zu behalten, selbst wenn diese Sparte zuletzt nur 10 % des Konzernumsatzes ausmachte.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDenn während dagegen z.B. der zweitgrößte spanische Solarkraftwerksbetreiber SOLARIA ENERGIA (ES0165386014) noch zum 1. Halbjahr ein hervorragendes Umsatzplus um + 41 % ausgewiesen hatte (vor allem Kapazitätsausweitungs-, aber auch witterungs- und nachfragebedingt) und gleichzeitig im Rahmen der erst am 30.09. erfolgten Halbjahreszahlen-Vorlage angab, die sehr positive Geschäfts- und Kapazitätsexpansion sei auch im 3. Quartal grundsätzlich fortgesetzt worden, war hiervon im jetzigen Umsatzkommentar von Albioma für das 3. Quartal nicht das Geringste zu spüren.

So berichtete Albioma im 3. Quartal lediglich von einer - vermutlich nur aufgrund von Kapazitätsausweitungen - „behaupteten“ Solarstromproduktion von 92 GWh in Frankreich, französisischen Übersee-Hoheitsregionen sowie ihren geringen Aktivitäten in Teilen Italiens uns Spaniens und verwies zusätzlich aber auch auf einen rein witterungsbezogen klar deutlichen Rückgang seiner Solarstromproduktion im 3. Quartal (= deutlich geringere Sonnenstrahlung und Sonnenscheindauer als im 3. Quartal des Vorjahres).

Zusätzlich dürfte bei Albioma im 3. Quartal außerdem erneut ein deutlicher Corona-bedingter Absatzdruck in der Solarstromnachfrage eingetreten sein, denn anders ist der 6%ige Umsatzrückgang in der französischen Solarstrom-Sparte trotz eines europaweit nahezu einheitlichen weiteren rd. 50%igen generellen Anziehens der Strompreise im 3. Quartal (von rd. 30 Euro auf rd. 45 Euro je MWh) kaum erklärbar.

Albioma „rundet“ diese enttäuschende Umsatzmitteilung des 3. Quartals daher nun mit der weiteren Ankündigung ab, man werde zwar an den operativen EBITDA- (200 - 210 Mio. Euro) und Nettogewinnzielen (48 - 54 Mio. Euro) für das Gesamtjahr festhalten, diese dürften jedoch - vorbehaltlich einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage - voraussichtlich nur das untere Ende der angegebenen Gewinnspanne erreichen.

 

Chart: ALBIOMA und ENCAVIS gegen MSCI WORLD (Euro) - Index

 

 

All diese heutigen enttäuschenden Nachrichten von Albioma stellen unseres Erachtens nun jedoch auch keine sonderlich günstigen Vorboten für die Ergebnisvorlage von ENCAVIS (DE0006095003) zum 3. Quartal 2020 dar, die auch erst am 23.11. erfolgen wird (mit zusätzlichen Aktienrisiko durch ein weiter zunehmend belastendes Corona-Geschäfts- oder auch allgemeines Aktienmarktumfeld).

Denn zum einen ist Encavis ausgerechnet in Spanien - als einem der derzeit offensichtlich, auch klimatisch, boomendsten Solarstrom-Märkte) – bislang in keiner Weise aktiv, zum anderen entfallen über 80 % des Konzernumsatzes von Encavis ausgerechnet auf die 3 (klimatisch meist recht ähnlichen) europäischen Märkte Deutschland / Frankreich / Italien, die zumindest im 3. Quartal 2020 allesamt rein witterungsbezogen relativ zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang in der Solarstromproduktion verzeichnet haben dürften.

Auch das Volumen der Windkrafterzeugung, die bei Encavis Ende 2019 22 % des Konzernumsatzes ausmachte, stagnierte im 3. Quartal in Deutschland, Frankreich und Italien sowohl gegenüber dem 2. Quartal 2020 wie auch gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich völlig, wie die jüngste Quartalsstudie des in Europa branchenweit führenden, spanischen Marktforschungsinstituts ALEASOFT ausweist.

Und auch was weitere möglich weitere Kapazitätsausweitungen bzw. -Neuakquisitionen angeht, wie Encavis in ihren zurückliegenden Pressemitteilungen des 3. Quartals im Juli 2020 gerade einmal die Schaffung neuer Kapazitäten von zusammen ca. 87 MW jährlich, und zwar sowohl in der Erweitung einer Solarparkbeteiligung wie auch der Neuakquisition einer Windfarm, jeweils in Frankreich, aus.

All dies lässt auch im Falle von Encavis erwarten, dass hier die aktuellen Analysten-Konsensschätzungen eines im 3. Quartal wohl lediglich auf dem Vorjahresniveau stagnierenden bzw. gegenüber dem 2. Quartal gar um ca. - 10 % rückläufigen Konzernumsatzes wohl sehr stichhaltig und zutreffend sein dürften. Der operative Betriebsgewinn (EBIT) des 3. Quartals dürfte hingegen nach den Prognosen der Analysten das Niveau des Vorquartals um + 8 % und das

Vorjahres gar um + 35 % übertreffen.

Aufgrund dieser Vorgaben und in der Erwartung langfristig sehr dynamischer weiterer Kapazitätsexpansionen bzw. -akquisitionen, die sich ALBIOMA wie ENCAVIS beiderseits stark auf die Fahnen schreiben, behalten wir beide Aktien mit aktuellen KGVs (2022e) von rd. 30 (Encavis) bzw. rd. 20 (Albioma) zwar weiterhin im Bestand unseres Themendepots ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN, versehen beide Titel nach ihren zurückliegenden erratischen Kursanstiegen jedoch nun mit einem Stop Loss, und zwar ALBIOMA bei 36,90 Euro, ENCAVIS bei 14,65 Euro.

 

29.10.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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