Edelmetall Marktbericht vom 01.02.2026: Scharfe Korrektur bei Platin und Palladium - was hinter dem Einbruch steckt
Der abrupte Einbruch erhöht den Druck auf spekulative Positionen bei Platin und Palladium
Der Platinpreis beendete die Handelswoche bei 2155 US-Dollar, während Palladium bei 1644 US-Dollar schloss. Beide Metalle verzeichneten innerhalb kurzer Zeit zweistellige Rückgänge, die viele Marktteilnehmer überraschten. Die Korrektur setzte unmittelbar nach einer Phase kräftiger Gewinne ein, in der die Kurse spürbar über ihr kurzfristig tragfähiges Niveau hinausgelaufen waren. Der Einbruch ist das Ergebnis eines Zusammenspiels aus technischer Überdehnung, schwacher Marktbreite und veränderten makroökonomischen Signalen. Dadurch entwickelte sich eine starke Abwärtsdynamik, die Platin und Palladium in eine fragilere Marktphase führte.
In den Wochen zuvor hatten die beiden Metalle erheblich zugelegt, und ein großer Teil dieses Anstiegs war auf spekulatives Kapital zurückzuführen. In dieser Konstellation reichen kleine Auslöser, um eine Gegenbewegung in Gang zu setzen. Als erste Investoren Gewinne sichern wollten, entstanden sofort charttechnische Verkaufssignale. Stop-Loss-Marken wurden durchbrochen, was automatisch neue Verkäufe provozierte. Algo-Strategien verstärkten diese Dynamik zusätzlich. Da Platin (TVC:PLATINUM) und Palladium (TVC:PALLADIUM) deutlich weniger liquide gehandelt werden als große Rohstoffe, wirkten die einsetzenden Verkaufsaufträge unmittelbar auf die Preise. Die Marktbreite reichte nicht aus, um das entstehende Volumen abzufedern, woraufhin die Kurse scharf nachgaben.
Makroökonomische Impulse verstärken die Abwärtsphase
Parallel zur technischen Korrektur traten makroökonomische Faktoren in den Vordergrund. Neue Aussagen aus den USA deuteten darauf hin, dass die geldpolitische Straffung länger Bestand haben könnte als gedacht. Das stärkte den US-Dollar und dämpfte sämtliche Rohstoffpreise, die in der US-Währung gehandelt werden. Für Edelmetalle ohne laufenden Ertrag ist dieses Umfeld besonders anspruchsvoll. Platin und Palladium treffen diese Veränderungen jedoch direkter, da sie nicht vom stabilisierenden Charakter eines Reservewerts profitieren. Die Wahrnehmung als industrielle Rohstoffe sorgt dafür, dass sich Investoren schneller zurückziehen, sobald sich das makroökonomische Klangbild verschiebt. Der daraus resultierende Druck führte dazu, dass die begonnene Korrektur rasch an Tiefe gewann.
Zyklische Struktur verstärkt die Sensitivität im Markt
Die enge Verknüpfung beider Metalle mit industriellen Zyklen spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Sowohl Platin als auch Palladium werden überwiegend in Katalysatoren eingesetzt, weshalb Veränderungen in der Automobilproduktion unmittelbare Auswirkungen auf die Nachfrageerwartungen haben. Sobald sich die Industriesignale eintrüben oder Prognosen angepasst werden, entsteht zusätzlicher Verkaufsdruck. In unsicheren Marktphasen zieht sich Kapital erfahrungsgemäß eher aus kleineren Rohstoffsegmenten zurück. Die zuletzt beobachteten Bewegungen passen in dieses Muster. Investoren bevorzugten Liquidität, während vor allem die zyklisch geprägten Edelmetalle unter Anpassungen litten. Das führte zu einer Beschleunigung der Kursbewegungen, die auch nach mehreren Handelstagen noch nachwirkt.
Technisches Marktbild zeigt Unterschiede in der Struktur
Trotz der jüngsten Verluste bleibt die technische Ausgangslage differenziert. Beim Platinpreis notiert der Kurs weiterhin oberhalb des 50- und des 200-Tage-Durchschnitts. Die Tatsache, dass der kurzfristige Durchschnitt über dem langfristigen liegt, unterstützt ein konstruktives Gesamtbild. Der hohe ADX-Wert signalisiert eine ausgeprägte Trendstärke, die darauf hindeutet, dass sich der übergeordnete Trend bislang nicht aufgelöst hat. Palladium hingegen bewegt sich zwischen dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt. Auch hier liegt der kurzfristige Durchschnitt über dem langfristigen, was grundlegend positiv zu bewerten ist. Die aktuelle Zone zeigt jedoch eine Übergangsphase ohne klare Trendrichtung. Der ebenfalls hohe ADX-Wert bestätigt stabile Marktkräfte, die jedoch stärker von Kursausschlägen begleitet sind.
Ausblick für die kommenden Wochen und Monate
In den kommenden Wochen bleibt die Lage anfällig, da der feste US-Dollar und die restriktiv interpretierten geldpolitischen Signale die Schwankungsbreite hochhalten. Besonders Platin und Palladium reagieren weiter sensibel auf makroökonomische Störgeräusche, was zusätzliche Ausschläge ermöglichen kann. Entscheidend wird sein, ob sich die Industrienachfrage stabilisiert und die Signale aus der Automobilproduktion wieder klarer werden. Mittel- bis langfristig hängt die Perspektive weniger von kurzfristigen Bewegungen ab, sondern von der tatsächlichen Entwicklung der industriellen Nutzung. Sollten diese Faktoren wieder in ruhigere Bahnen zurückfinden, könnten beide Metalle schrittweise zur Ausbalancierung der jüngsten Korrektur übergehen und ein stabileres Preisgefüge aufbauen.
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01.02.2026 - Andreas Opitz

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