Die Allianz steigt laut einem Medienbericht im großen Stil beim Stromübertragungsnetz-Betreiber Amprion ein
In unsicheren Zeiten sucht die Allianz nach verlässlichen Investitionen
Die Allianz hat einiges auf der hohen Kante und damit viel Spielraum für Investitionen. Gerade in Krisenzeiten ist es aber oft gar nicht so einfach, interessante und vor allem verlässliche Investments zu finden. Wie es scheint, stürzt der Versicherer sich nun verstärkt auf den Bereich der erneuerbaren Energien. Erst kürzlich wurde eine Partnerschaft mit TotalEnergies verkündet, in deren Rahmen eine Beteiligung an elf großen Batteriespeichern geschehen soll.
Weiter geht es nun mit einer Beteiligung am Stromübertragungsnetz-Betreiber Amprion. Das teilte die Allianz (DE0008404005) am Donnerstag per Pressemitteilung mit. Die Tochter Allianz Global Investors soll laut Informationen des „Handelsblatt“ einen Teil der indirekten Beteiligung von Talanx übernehmen. Erwartet wird zunächst ein Investment in Höhe von etwa 400 Millionen Euro.
Amprion erkennt für die hiesigen Stromnetze allerdings weiterhin einen enormen Investitionsbedarf und will zu diesem Zweck wohl auch weitere Kapitalerhöhungen auf den Weg bringen. An solchen könnte die Allianz sich dann ebenfalls beteiligen, was das Investment wohl auf bis zu einer Milliarde Euro treiben könnte. Die Unternehmen selbst wollten sich zu den konkreten Zahlen nicht äußern.
Eine sichere Bank für die Allianz?
Mitteilen ließ man jedoch, zusammen mit Talanx in den kommenden Jahren „erhebliche Mittel“ in das zweitgrößte Stromnetz in Deutschland stecken zu wollen, um damit die Energieversorgung von Millionen von Menschen sicherzustellen und gleichzeitig die Energiewende voranzutreiben. Amprion ist unter Versicherern bereits schwer beliebt. Der größte Teil des Unternehmens liegt in der Hand des Konsortiums M31, an dem unter anderem die Versicherungskammer Bayer sowie Swiss Life und die Münchener Rück beteiligt sind.
Für die Allianz ist es nach eigenen Angaben die erste direkte Investition in ein deutsches Stromnetz. Jenes misst im Falle von Amprion bereits mehr als 11.000 Kilometer, soll in den nächsten Jahren laut Allianz aber noch um insgesamt 9.300 Kilometer ausgebaut werden. Das sei wichtig, um die Nutzung erneuerbarer Energien zu ermöglichen und gleichzeitig die Netzstabilität zu gewährleisten. Aprion-CIO Thomas zeigte sich erfreut über das Engagement der Allianz und ließ wissen, dass die dauerhafte Finanzierung des Unternehmens nun langfristig gesichert sei.
Die Allianz beteiligt sich auch über die Töchter Allianz Private Krankenversicherung und Allianz Lebensversicherung an Amprion. Beobachter sehen darin vor allem eine Gelegenheit für langfristige und vergleichsweise verlässliche Investments. Die Erträge fallen in der Regel planbar aus und werden von Schwankungen an den Finanzmärkten kaum beeinflusst. Das dürfte insbesondere in der aktuellen Zeit ein wichtiges Thema sein.
Die Zinssorgen lasten auf dem Aktienkurs
Unzufrieden sind die Anleger mit den Investitionsplänen wahrscheinlich nicht, wurden in der jüngeren Vergangenheit doch nach eindrucksvollen Gewinnen immer wieder Rufe nach neuen Investments laut. Für Kursgewinne reichte es am Donnerstag aber dennoch nicht. Die Allianz-Aktie konnte sich mit Verlusten von 0,8 Prozent lediglich etwas besser als der DAX schlagen. Bei einem Schlusskurs von 350,90 Euro blieb jedoch ein Verlust von gut acht Prozent seit Monatsbeginn.
Das hat natürlich mit dem Krieg in Nahost zu tun, der momentan die Märkte weiterhin fest im Griff haben. Die Versicherer werden vordergründig aufgrund von Zinssorgen abgestraft. Die Börsianer befürchten, dass höhere Energiepreise die Inflation wieder merklich ankurbeln könnten, worauf die Notenbank dann früher oder später mit höheren Zinsen reagieren könnten. Ein eben solches Szenario sorgte in der Vergangenheit schon einmal für fallende Kurse bei den Versicherern. Da das noch nicht allzu lange her ist, gehen viele Anleger schon jetzt in die Defensive. Es bleibt einzig die Hoffnung, dass die Lage sich wieder aufhellen mag. Aus nachvollziehbaren Gründen will sich darauf aber längst nicht jeder einfach verlassen.
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27.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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