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Eine schwache Entwicklung bei der E-Mobilität torpediert die Wachstumspläne von Schaeffler

Die Schaeffler-Aktie reagiert mit herben Verlusten

NTG24 - Eine schwache Entwicklung bei der E-Mobilität torpediert die Wachstumspläne von Schaeffler

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Der Zulieferer Schaeffler setzte in der Vergangenheit sehr bewusst auf einen Ausbau seiner Tätigkeiten im Bereich E-Mobility. Genau dafür schluckte der Konzern vor knapp zwei Jahren Vitesco. Seither hat sich allerdings einiges verändert, was Schaeffler ganz offensichtlich nicht zum Vorteil gereichte. Als Reaktion darauf mussten nun die Mittelfristziele zusammengestutzt werden.

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Bedingt durch die anhaltende Krise in der Autobranche rechnet Schaeffler (DE000SHA0100) nicht länger damit, die für 2028 gesetzten Ziele erreichen zu können, berichtet das „Manager Magazin“. Unternehmenschef Klaus Rosenfeld verwies dabei explizit auf die mauen Entwicklungen bei Elektroautos. Dafür wiederum sei die Politik von US-Präsident Donald Trump verantwortlich, welcher Förderungen für E-Autos in den USA vollständig gestrichen hat. Zeitweise kam es vermutlich dadurch auch zu einem Zerwürfnis mit Tesla-Chef Elon Musk.

Tatsächlich läuft die E-Mobilität anderswo stärker an. In China wurde im vergangenen Jahr erstmals gemeldet, dass über 50 Prozent der Neuzulassungen auf New Energy Vehicles (NEV) entfiel. Darin sind neben rein batterieelektrischen Fahrzeugen auch solche mit Hybridantrieb enthalten. In Europa ist man von einem solchen Wert noch ein gutes Stück entfernt. Im laufenden Jahr gab es allerdings zumindest sichtbare Fortschritte. Schaeffler wird das die Bilanz aber aller Voraussicht nach nicht retten können.

 

Schaeffler rudert zurück

 

Der Zulieferer stellt für das Jahr 2028 nur noch einen Konzernumsatz von 24 bis 26 Milliarden Euro in Aussicht und damit deutlich weniger als die vorher kommunizierten 27 bis 29 Milliarden Euro. Zwar soll die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern weiterhin bei sechs bis acht Prozent landen. Aufgrund der deutlich niedrigeren Umsätze dürfte der Gewinn aber eine ganze Ecke geringer als erhofft ausfallen. Die Politik scheint dem Unternehmen einen gehörigen Strich durch die ursprüngliche Rechnung zu machen.

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Die E-Mobilität soll trotz dieses Rückschlags weiterhin eine wichtige Rolle bei Schaeffler spielen. Obschon große Programme aus Nordamerika „deutlich reduziert oder komplett weggefallen“ seien, bleibe der Sektor ein wichtiger Wachstumsbereich für die Schaeffler-Gruppe, wie CEO Rosenfeld gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mitteilen ließ. Impliziert wird damit letztlich, dass Schaeffler die aktuelle Lage lediglich für einen Durchhänger, nicht aber für eine nachhaltige Trendwende hält.

Die Anleger haben ihre liebe Not damit, die Situation ähnlich einzuschätzen. Die Reaktion auf die niedrigere Prognose fiel am Freitag überdeutlich aus. Eine Verkaufswelle sorgte zeitweise für die Aussetzung des Handels. Zum Wochenende landete die Schaeffler-Aktie bei 7,09 Euro und erlitt damit einen Tagesverlust von 12,4 Prozent. Den Juni beendete der Titel mit Abschlägen von über 30 Prozent, womit sich dann auch die Erholung aus dem Frühjahr vollständig in Luft aufgelöst hat.

 

Geduld ist gefragt

 

Schaeffler hat vermutlich nicht Unrecht damit, dass die E-Mobilität grundsätzlich weiterhin auf dem Vormarsch bleibt. Schließlich führte in diesem Jahr die Ölkrise den Verbrauchern sehr genau die Vorteile der Technologie vor Augen. Die Impulse aus China als größtem Automarkt der Welt tun ihr Übriges. Allerdings geht es dennoch nicht ganz so schnell vorwärts, wie es viele Beobachter vor einigen Jahren noch erwartet bzw. gehofft hatten. Das bedeutet letztlich auch an der Börse, dass noch etwas Geduld gefragt ist.

Weiterhin bleibt die Mobilitätswende ein emotional hochaufgeladenes Thema, welches die Politik noch des Öfteren beschäftigen dürfte. Auch in Europa erhalten Kräfte Zuspruch, die von Elektroautos nicht viel halten und, teils unter dem Deckmäntelchen der „Technologieoffenheit“ auf einen unbedingten Erhalt des Verbrenners pochen. In diesem Umfeld werden sich Anleger wohl oder übel darauf einstellen müssen, dass Schaeffler aus Richtung der Politik in Zukunft erneut Gegenwind ernten könnte. Damit im Hinterkopf ist es nachvollziehbar, dass die Bullen für den Moment in Deckung gehen.

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03.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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